Hildegard-Medizin: Dinkel ist eines Ihrer besten Heilmittel
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Hildegard von Bingen: Medizin
vom 12. August 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
„Wenn nämlich ein Mensch an allerlei Mühsal, Angst und Folgen von vielerlei Speisen und Getränken leidet, so dass sich durch ungeeignete Speisen und Getränke verkehrte Schlackenstoffe angesammelt haben, dann kommt die erschütterte und ermüdete Seele zum Erliegen."
In einer ausgewogenen Ernährung sah die Äbtissin Hildegard von Bingen die Möglichkeit, die Abwehrkräfte zu steigern und Krankheiten vorzubeugen. Nach ihrem Heilwert unterteilte sie die Nahrungsmittel in gute und in schädliche. Im Mittelpunkt der Hildegard-Medizin stand der Dinkel, eine Urform des Weizens. Er schenkt dem Menschen „Lebensenergie und Frohsinn". Eine regelmäßige Dinkelkost ist nach der Überzeugung der Äbtissin so hochwertig, dass der gesamte Organismus gesundet.
Dinkel ist die am leichtesten verdauliche Getreideart und wird auch von Weizenallergikern gut vertragen. Er enthält praktisch alles, was der Mensch zum Leben braucht: Kohlenhydrate für Energie, Ausdauer und gute Stimmung, Eiweiß zur Regeneration der Körperzellen, wenig aber ausreichend Fett für Muskelenergie und Nervenzellen. Vor allem aber enthält Dinkel alle 45 Mineralien und Spurenelemente, die der Körper zum Aufbau von Knochen, Fasern, Gelenken, zur Aufrechterhaltung des Elektrolythaushalts und die Regulation der Herztätigkeit, den Stoffwechsel und die Übertragung der Nervenimpulse benötigt.
Dinkel enthält tatsächlich mehr Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine als anderes Getreide - das konnte Hildegard damals eigentlich noch nicht wissen. Oder doch? Sie selbst führte viele ihrer Heil-Erkenntnisse auf Visionen zurück. Es gibt allerdings auch die Vermutung, dass sie ihre eigenen Studienerkenntnisse auf diese Weise getarnt hat, um bei den Kirchenherren nicht missliebig aufzufallen oder gar als Hexe zu gelten.