Hightech-Netze bringen den Leistenbruch wieder in Form
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten zum Thema Leistenbruch
vom 17.01.2008 05:00 Uhr
GNL5356
Ein Leistenbruch heilt nicht mehr aus, deshalb kann das früher meist angewendete Bruchband nicht viel ausrichten. Damals tat es seine Schuldigkeit, weil es noch nicht so effektive Operationen gab wie heute. Da sich ein Leistenbruch mit der Zeit verstärkt, wird heute fast immer zur Operation geraten. Dabei kommen verschiedene Operationsverfahren mit modernen Verschlussmaterialien zum Einsatz. Der schonendste Eingriff ist das so genannte endoskopische Verfahren, bei dem der Chirurg ein Sichtinstrument (Endoskop) und chirurgische Instrumente über winzige Bauchschnitte in den Bauchraum einführt. Er bringt den Darm wieder dorthin zurück, wo er hingehört und verstärkt die Schwachstelle mit einem Kunststoffnetz. Diese Hightech-Materialien verschließen die Lücke dauerhaft. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Bruch erneut öffnet, ist gering.
Jüngere Patienten werden an manchen Kliniken auf diese Weise sogar ambulant operiert. Normalerweise dauert der stationäre Aufenthalt bei diesem Verfahren zwei, drei Tage.
Daneben wird noch die klassische Operation mit Bauchschnitt praktiziert. Auch hier wird der Darm wieder in seine natürliche Position zurück gebracht und die Bauchwand gestärkt, indem sie vernäht wird. Dieses Verfahren ist schmerzhafter und langwieriger, außerdem mit einer großen Narkose verbunden. Der Klinikaufenthalt beträgt etwa eine Woche. Leider besteht nach dieser Operation ein erhöhtes Bruchrisiko. Welches Verfahren das Beste ist, muss der Arzt anhand ihres Einzelfalls entscheiden.
Im nächsten Beitrag lesen Sie, wie Sie Ihren Darm bei der Heilung unterstützen können.