Herzschrittmacher: Das Leben mit einem Schrittmacher
Dr. Regina Kalkert in Täglich Gesund zum Thema Herzschrittmacher
vom 30. Dezember 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
In Deutschland leben etwa 200.000 Menschen mit einem Herzschrittmacher. Für viele - vielleicht auch für Sie - ist er nicht nur ein „Lebensretter", sondern ermöglicht auch wieder ein annähernd normales Leben.
Von der Implantation, dem Einbau des Schrittmachers, erholen Sie sich normalerweise schnell. Das ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, dermeistmit örtlicher Betäubung und unter einem Beruhigungsmittel durchgeführt wird. Wundheilungskomplikationen sind sehr selten, auch Schmerzen treten kaumauf.
Tipp: Vermeiden Sie an den ersten Tagen nach Einbau weit ausladende Bewegungen mit dem Arm auf der Seite, auf der der Herzschrittmacher implantiert wurde, damit dieser vor dem „festen Einwachsen" nicht verrutscht.
Eine kurzfristigeNachuntersuchung bei Ihrem Arzt ist notwendig, um die Herzaktivität und die Schrittmacherfunktion zu überprüfen. Das Schrittmacherprogrammkann dann auch an Ihre individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Dies geschieht durch ein externes Gerät zum Programmieren. In derRegelwerden später alle 6 Monate Nachsorgeuntersuchungen auf IhremTerminplan stehen.
Wichtig: Sie erhalten einen Schrittmacherausweis, den Sie immer bei sich tragen sollten. Hier sind alle wichtigen Daten gespeichert, die Ihnen das Leben retten können.
Ihre Rückkehr zu einem normalen Leben
Mit einem Herzschrittmacher ist ein fast normales Lebenmöglich, einige wenige Dinge müssen Sie für den normalen Alltag allerdings wissen und beachten:
Hier müssen Sie als Herzschrittmacherträger aufpassen
- Sport zu treiben ist prinzipiell möglich, dies sollten Sie jedoch vorher immer mit Ihrem Arzt besprechen. Belastende Sportarten mit weit ausholenden Armbewegungen (wie z. B. Tennis) oder eventuellen Stößen vor den Brustkorb müssen vermieden werden.
- Auf demFlughafenmüssen Sie das Sicherheits- oder Bodenpersonal informieren und Ihren Schrittmacherausweis vorzeigen, um zu verhindern, dassman Sie durch die üblichen Kontrollschleusen schickt oder mit den Handdetektoren untersucht. Beim Passieren von Sicherheitskontrollschleusen am Flughafen oder auch den Diebstahlsicherungsanlagen in Warenhäusern kann es sein, dass das Metallgehäuse des Schrittmachers einen Alarm auslöst.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie berufsbedingt oder in der Freizeit Maschinen bedienen, die stark vibrieren (z. B. Bohrmaschinen), oder mit Elektroschweißgeräten, elektrischen Heckenscheren etc. arbeiten.
- Auch wenn Sie im Einflussbereich von Hochspannungsleitungen, Sendeanlagen für Radio, Fernsehen oder Radar leben, bereden Sie dies mit Ihrem Arzt.
- Beim Mobiltelefonieren sollten Sie dasHandy stets auf der gegenüberliegenden Seite halten und einen ausreichenden „Sicherheitsabstand" vom Schrittmacher wahren (mehr als 25 cm). Dies gilt auch für die Aufbewahrung nach dem Telefonat (Achtung: keinHandy in die Brusttasche).
- Vorsicht bei speziellenmedizinischen Untersuchungsmethoden wie der Kernspintomographie oder der transkutanen elektrischenNervenstimulation. Informieren Sie grundsätzlich vor jeder Untersuchung das Personal über Ihren Schrittmacher, dannmusseventuell neu über dieDurchführungder geplantenDiagnostik entschieden werden.
Das ist erlaubt mit einem Herzschrittmacher
Duschen, baden und schwimmen können Sie wie bisher. Normale Haus- und Gartenarbeiten sind Ihnen erlaubt. Meist kann der Beruf ganz normal wieder ausgeübt werden. Es gibt keine Einwände gegen die Benutzung von Solarien. Ihr gewohntes Sexualleben können Sie weiterführen.
Reisen mit Bus, Bahn, Auto und Flugzeug sind Ihnenmöglich.Tragen Sie im Auto auch immer einen Sicherheitsgurt, derHerzschrittmacher wird dadurch nicht beschädigt.
Bedenkenlos benutzen können Sie folgende elektrische Geräte: TV, Radio, Stereoanlage, Fön, Elektrorasierer, Staubsauger, Waschmaschine, PC, Kopierer, Drucker und alle anderen Küchengeräte. Lassen Sie defekte Geräte allerdings immer durch einen Fachmann reparieren.
Unbedenklich sind normale Röntgenuntersuchungen oder übliche Zahnbehandlungen (auch das Bohren!)
ACHTUNG! Beugen Sie sich mit einem Herzschrittmacher nicht mit dem Oberkörper über den laufenden Motor eines Autos!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von greta moser (05.01. 2010 11:33 Uhr):
Herzschrittmacher: Alle Küchengeräte sind unbedenklich- und was ist mit dem Induktionsherd?
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