Herzinsuffizienz: Bewährte Maßnahmen für ein längeres Leben
unseren Experten des Mayo Clinic Gesundheits-Brief in Täglich Gesund zum Thema Herzinsuffizienz
vom 24. Januar 2011, 16:00 Uhr
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Die Diagnose Herzinsuffizienz klingt nach einer beängstigenden Krankheit. Jedoch wissen die wenigsten Menschen: Mit Hilfe dreier Medikamenten-Kategorien - und gegebenenfalls einem Herzschrittmacher oder Defibrillator - können Betroffene sehr viel dafür tun, dass ihre Lebensspanne verlängert und ihr Wohlbefinden erhöht werden. Trotz dieser Erkenntnisse haben Studien gezeigt, dass nur weniger als ein Drittel der Menschen mit Herzinsuffizienz diese Medikamente regelmäßig einnimmt. Und das, obwohl diese Medikamente hinsichtlich der Verbesserung der Lebensqualität und der Lebensverlängerung als höchst effizient einzustufen sind.
Wirken Sie dem Fortschreiten der Krankheit entgegen
Eine Herzinsuffizienz beginnt normalerweise damit, dass der Herzmuskel geschwächt ist. Dies kann durch einen Herzinfarkt oder andere Faktoren geschehen. Bluthochdruck, schwerer Alkoholmissbrauch, Diabetes, Herzinfektionen, defekte Herzklappen, Fettleibigkeit, Schilddrüsenprobleme, Herzrhythmusstörungen und Schlafapnoe können dafür die Ursache sein.
Je früher Ihr Arzt die Herzinsuffizienz diagnostiziert, umso eher können Sie mit geeigneten Maßnahmen Ihr Herz entlasten und dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenwirken.
Einfache Behandlungsmethoden
Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmethoden bei Herzinsuffizienz. Nationalen Richtlinien zufolge werden in den USA jedoch folgende Medikamente als Basisbehandlung empfohlen:
- Angiotensin-konvertierendes Enzym (ACE) Hemmer - Diese Medikamente - Enalapril (z. B. Benalapril®) und Lisinopril (z. B. Lisidigal®) u. a. - setzen die Produktion des Hormons Angiotensin herab. Dieses Hormon wirkt blutgefäßverengend und blutdrucksteigernd. Durch Einnahme der Medikamente wird der Blutdruck gesenkt und Ihr Herz weniger belastet. Als Nebenwirkung kann in der Hauptsache bei manchen Patienten ein trockener Reizhusten auftreten. Als Alternative können Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker eingesetzt werden, deren Wirkung mit der der ACEHemmer vergleichbar ist. Hierbei tritt seltener Reizhusten als Nebenwirkung auf.
- Betablocker - Diese Medikamente, wie Metoprolol (z. B. Beloc®), Bisoprolol (z. B. Concor®) und zahlreiche Generika, wirken pulsfrequenz- und blutdrucksenkend. Zudem können sie die Blutgefäße erweitern und das Risiko verringern, bestimmte Arten von Herzrhythmusstörungen zu entwickeln. Betablocker sind der Einzelwirkstoff, der am effektivsten die Herzfunktion verbessert und bei den Patienten mit Herzinsuffizienz lebensverlängernd wirkt.
- Aldosteron-Antagonisten - Diese Medikamente - Spironolacton (z. B. Aldactone®) und Eplerenon (Inspra®) - haben eine entwässernde Wirkung, sodass über die Nieren mehr Natrium und Wasser als normalerweise ausgeschieden wird. Zudem hemmen sie die Wirkung des Hormons Aldosteron, das das Herz von Patienten mit Herzinsuffizienz belasten kann. Aldosteron begünstigt die Bildung von Bindegewebe im Herzen. Nimmt der Körper weniger Aldosteron auf, verbessert sich die Lebensqualität für Patienten mit Herzinsuffizienz und sie leben länger. Außerdem sollte man die Kaliumwerte im Auge behalten, da Aldosteron-Antagonisten die Kaliumwerte auf ein gefährliches Level treiben können. Dies ist besonders bei schlechter Nierentätigkeit der Fall.
Mindestens die Hälfte aller Patienten mit Herzinsuffizienz zeigt Unregelmäßigkeiten im „elektrischen" Antrieb ihrer Herztätigkeit, sodass die ohnehin schon geschwächten Herzmuskeln unregelmäßige Pulsfrequenz aufweisen. In diesem Fall kann es hilfreich sein, Ihnen einen Herzschrittmacher zu implantieren, um einen regelmäßigen Herzschlag zu gewährleisten (kardiale Resynchronisationstherapie). Auch implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren - allein oder als Teil eines kombinierten Schrittmachers - sind empfehlenswert, um gefährlich werdenden, unregelmäßigen Herzschlägen entgegenzuwirken.
Was können Sie zusätzlich tun?
Für Patienten mit Herzinsuffizienz ist eine gesunde Lebensweise sehr wichtig. Hierzu gehören eine reduzierte Natriumzufuhr, ein vom Arzt begleitetes Fitness-Programm, der Verzicht auf Rauchen und zu viel Alkohol, sowie zu lernen, mit Stress-Situationen gut umzugehen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bernd Michael (24.01. 2011 19:25 Uhr):
Bei allen Empfehlungen zu Lebensweise und Fitness fehlt das Allerwichtigste bei Herzinsuffizienz. In der orthomolekularen Medizin ist der Mikronährstoff Coenzym Q10 und seine immense Bedeutung für eine gesunde Herztätigkeit schon längst bekannt. Deshalb bin ich schon etwas erstaunt, dass Coenzym Q10 mit keinem Wort in diesem Artikel erwähnt wird. Es ist nachgewiesen, dass der alternde Körper nicht mehr ausreichend Q10 produzieren kann und der Mangel oft zu Herzbeschwerden wie Insuffizienz und Rhythmusstörungen führt. Q10 ist wesentlich effektiver als jedes Herzmedikament und zudem nebenwirkungsfrei. Welche Bedeutung Prof. Karl Folkers, der wohl bedeutendste Forscher auf diesem Gebiet, Q10 bei der Behandlung von Herzkrankheiten beimisst, brachte er auf dem 7. Internationalen Q10-Symposium zum Ausdruck: Die intellektuelle Ethik von Ärzten und speziell Kardiologen ist zu hinterfragen, wenn sie alle möglichen verfügbaren und indizierten Medikamente verabreichen, ohne Q10 einzuschließen. Denn kein Herzmittel kann den Q10-Mangel beheben.
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