Hautschutz: So beugen Sie gefährlichen Sonnenschäden vor
Dr. Ulrich Fricke in Täglich Gesund zum Thema Naturheilkunde
vom 15. Juli 2008, 16:00 Uhr
GNL5223
Die Sommersonne ist im Prinzip ein wahrer Gesundbrunnen. Sonnenlicht hellt Ihre Stimmung auf, bringt Ihren Kreislauf in Schwung und ist notwendig, damit der Körper Vitamin D bilden kann. Doch Vorsicht! Jeder Sonnenbrand potenziert das Risiko, später Hautkrebs zu bekommen. Heute erkranken schon doppelt so viele Menschen daran als noch vor zehn Jahren. Auch altert die Haut vorzeitig, und bereits 15 % aller hellhäutigen Menschen entwickeln eine Sonnenallergie - Frauen drei- bis viermal häufiger als Männer. Wie Sie das Risiko für bleibende Hautschäden senken und was Sie bei der Auswahl und Anwendung Ihres Sonnenschutzmittels beachten sollten, lesen Sie in diesem Beitrag.
UV-Licht lässt Ihre Haut altern und erhöht das Krebsrisiko
Hautschäden werden vor allem von UVA- und UVB-Strahlen verursacht. Dabei handelt es sich um für das Auge unsichtbare Anteile des Sonnenlichts. UVB-Strahlen sind kurzwelliger (280 bis 320 nm), dringen in die obere Hautschicht ein und rufen den Sonnenbrand hervor. Die langwelligeren UVA-Strahlen (320 bis 380 nm) dringen bis in die tieferen Hautschichten vor. Dort schädigen sie die Erbsubstanz DNA, was zur Entwicklung des gefährlichen malignen Melanoms, des schwarzen Hautkrebses, führen kann. UVA-Strahlen sind auch in erster Linie für vorzeitige Hautalterung und Sonnenallergien verantwortlich.
Das sind erste Warnzeichen einer sonnenbedingten Hautalterung:
- trockene, spröde Haut
- Pigmentflecken (so genannte Altersflecken)
- gelblich-fahle Gesichtsfarbe
- häufig juckende Haut
Das Erscheinungsbild einer Sonnenallergie kann sehr vielgestaltig sein und bei jedem anders aussehen, weshalb sie in Fachkreisen auch als polymorphe Lichtdermatose" bezeichnet wird. Typisch ist jedoch, dass eine Person immer die gleichen Hautveränderungen aufweist - z. B. Bläschen, Pusteln oder kleine Knötchen.
Unverzichtbar: ein gutes Sonnenschutzmittel
Ihr wirksamster Schutz vor Hautschäden ist neben einem vernünftigen Umgang mit der Sonne ein gutes Sonnenschutzmittel. Lassen Sie sich bei der Auswahl des Sonnenschutzmittels von den vielen Angaben auf der Verpackung nicht verwirren, und konzentrieren Sie sich auf die drei wirklich wichtigen Angaben: Lichtschutzfaktor, UVASchutz und Wasserfestigkeit. Der Lichtschutzfaktor ist ein UVB-Filter und schützt Sie vor Sonnenbrand. Es handelt sich dabei um einen Zeitfaktor. Der Lichtschutzfaktor multipliziert mit der von Ihrem Hauttyp abhängigen Eigenschutzzeit gibt an, wie lange Sie maximal in der Sonne bleiben können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.
Diese Zeit sollten Sie aber nur zu 60 % ausnutzen. Der Grund: Der Sonnenschutzfaktor wird unter Testbedingungen bestimmt, bei denen das Sonnenschutzmittel extrem großzügig auf die Haut aufgetragen wird.
Warum auch der UVA-Filter wichtig ist
Während es sich beim UVB-Faktor um einen Zeitfaktor handelt, gibt der UVA-Faktor an, wie viel Prozent des UVA-Lichts noch auf die Haut auftreffen. Allerdings werden die UVAFaktoren mit verschiedenen Messmethoden bestimmt. Daher sind die auf den Präparaten angegebenen Faktoren nicht unbedingt miteinander vergleichbar. Als grober Richtwert kann gelten, dass in unseren Breiten graden für einen Erwachsenen vom Pigmenttyp II ein UVA-Faktor von 5 bis 6 ausreichend ist (d. h. 5- bis 6- mal weniger UVA-Strahlung dringt in die Haut ein). Auch bei den Angaben zur Wasserfestigkeit fehlen Teststandards. Wasserfest darf sich ein Sonnenschutzmittel nur dann nennen, wenn nach 2 x 20 Minuten unter einer Schwallbrause noch 70 % des ursprünglichen Lichtschutzes vorhanden sind. Doch jeder Hersteller kann die Testbedingungen (Testareal, Wassertemperatur) etwas variieren. Gehen Sie lieber auf Nummer sicher und cremen Sie sich nach einem Bad wieder neu ein. Das gilt vor allem für Kinder, da ihre Haut noch sehr empfindlich ist.
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