Hautpflege im Winter: So schützen Sie sich vor gefährlichen Kälteschäd
Inga-Maria Richberg in Täglich Gesund
vom 17. Februar 2009, 16:00 Uhr
GNL5356
Drinnen trockene Heizungsluft, draußen nasskaltes Schmuddelwetter oder schneidende Kälte. Das ständige Hin und Her bedeutet Stress pur für unsere gesamte Haut: Erst wird sie trocken, dann rau und oft sogar rissig. Das können Sie nur mit fettreichen Cremes, pflegenden Packungen und Ölbädern wirksam verhindern. Wir nennen Ihnen die besten Inhaltsstoffe.
Bei Kälte sinkt die Durchblutung der Haut
Die Haut ist mit ihrer Oberfläche von etwa 1,7 Quadratmetern unser wichtigster Schutzschild: Sie bewahrt unseren Körper z. B. vor Wärme- und Wasserverlust, verhindert das Eindringen von Bakterien und blockt UV-Strahlung ab. Damit unsere Haut diese lebenswichtigen Aufgaben auch im Winter erfüllen kann, braucht sie selbst Schutz.
Diese Einflüsse bedeuten puren Stress für Ihre Haut:
- ständiger Wechsel von Kälte und Wärme
- kalter Wind
- trockene Heizungsluft
- verminderte Atmungsfähigkeit durch dicke Kleidung
- geringere Talg-Produktion bei Kälteeinwirkung
- schlechte Durchblutung durch wenig körperliche Bewegung
- wenig Sonnenlicht
Dass trockene Heizungsluft in der Wohnung unsere Haut austrocknet, leuchtet jedem sofort ein. Aber auch Kälte stört ihren Feuchtigkeitshaushalt. Zum einen führt sie zum Zusammenziehen der feinen Blutkapillaren. Die Durchblutung sinkt und damit auch die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie Feuchtigkeit. Zum anderen stellen die Talgdrüsen der Haut bei Temperaturen unter 7 C ihre Fettproduktion ein. Unsere Haut kann keine Feuchtigkeit mehr binden. Das betrifft besonders Gesicht, Hände, Füße und Ohren. Innerhalb kurzer Zeit leidet auch der wichtige Säureschutzmantel der Haut: Bakterien und Pilze haben dann leichtes Spiel. Besonders gefährdet sind hier unsere Füße, da sich zwischen den Zehen kleine ,,feuchte Kammern" bilden.
Fett - der beste Winterschutz
Machen Sie es wie die Eskimos und die Polarforscher: Schützen Sie Ihre Haut mit Fettcremes. Bei starken Beschwerden, z. B. wenn Ihre Haut schon bei leichter Kälte rau und rissig wird, sollten Sie völlig wasserfreie Fettcremes verwenden. In der Apotheke finden Sie ein großes, aber durchaus preiswertes Angebot. Cremen Sie gleich morgens alle unbedeckten Körperteile, auch die Ohren, sowie Hände und Füße ein und erneuern Sie diesen Schutz, wenn Sie nachmittags oder abends noch nach draußen gehen.
Völlig ungeeignet als Winterschutz sind feuchtigkeitsspendende Lotionen, Gele oder Cremes (z. B. mit Aloe-vera-Zusatz). Sie enthalten zu viel Wasser, das bereits bei Temperaturen unter plus 4 C zu Gefäßlähmungen (Weißfinger) und sogar Erfrierungen führen kann! Verwenden Sie Feuchtigkeitscremes & Co. nur, wenn sich der Winter endgültig verabschiedet hat.
Gezielte Hilfe für Ihre Haut mit Ringelblume & Co.
Sehr empfehlenswert sind Hautpflegeprodukte mit pflanzlichen Zusätzen, die die Zellregeneration fördern und Entzündungen vorbeugen.
Diese Pflanzen stärken Ihre Haut gezielt gegen Kälte:
- Jojoba mit Provitamin A und Vitamin E stärkt die Zellerneuerung der Haut.
- Sanddorn mit Vitamin C verbessert den Säureschutzmantel.
- Ringelblume mit Vitamin A und E, Carotinoiden sowie Allantoin verhindert Entzündungen und fördert die Wundheilung.
- Kamille mit Allantoin hemmt Entzündungen.
- Myrrhe mit 10 % ätherischen Ölen (z. B. Limonen, Eugenol) fördert die Durchblutung.
- Schlehe mit Vitamin C und Kämpferol bildet ein Wärmepolster um den Körper.
Eine sehr gute Salbengrundlage ist die Sheabaumbutter, die aus den Nüssen des afrikanischen Shea- oder Butterbaums gewonnen wird. Sie bildet auf der Haut einen luftdurchlässigen Schutzfilm, verklebt aber die Poren nicht. Auch die Sheabaumbutter enthält neben gesättigten und ungesättigten Fettsäuren reichlich Vitamin E, Provitamin A und Allantoin.
Mein Tipp: Sheabutter empfiehlt sich besonders bei sehr empfindlicher Haut und bei Neigung zu allergischen Hautbeschwerden. Drogerie, Reformhaus und Bioladen bieten Ihnen hier ebenfalls eine reiche Auswahl an fertigen Produkten.