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Die Industrialisierung als Krankheitsauslöser

Frau Inge F. hat diese Frage:

Was ist eigentlich die „Englische Krankheit“?

Liebe Inge,

die Englische Krankheit ist auch als Rachitis bekannt. Es handelt sich dabei um einen Defekt im Kalzium- und Phosphatstoffwechsel. Da die Krankheit während der Industrialisierung in England zum ersten Mal auftrat, hat sie ihren Namen dorther.

Meist waren damals Kinder betroffen, die in den damals wachsenden Städten aufwuchsen, zunächst an der Luft, die durch die Schornsteinabgase verpestet war. Kaum konnten die Kinder arbeiten, mussten sie den ganzen Tag in die Fabrik oder in Gruben. Dadurch mangelte es ihnen an Sonnenlicht, hinzu kam die schlechte und viel zu geringe Ernährung in der damaligen Zeit.

Die Folge: die Kinder bekamen viel zu wenig Vitamin D. Aber nur mit diesem Vitamin wird Kalzium gelöst und in den Knochen eingelagert. Es kam zu weichen Knochen, aber auch zu Beinfehlstellungen und Hühnerbrust. In vielen Fällen war das Wachstum gestört, die Kinder starben teilweise aufgrund des Kalziummangels.

Heute bekommen Babys oft Vitamin D verabreicht – dies ist eine wirksame Rachitis-Vorbeugung, so dass die Krankheit heute nicht mehr oft auftritt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute,

Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner

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