Hände weg von Schmerzmitteln beim Sport
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 27. September 2010, 05:00 Uhr
GNL5356
viele Sportler nehmen vorbeugend Schmerzmittel ein, um eventuell auftretende Schmerzen zu bekämpfen. Das gilt insbesondere vor Wettkämpfen, wenn durch die Belastung Gelenkschmerzen zu befürchten sind. Die Stiftung Warentest berichtet von einer Befragung von Prof. Kay Brune und Dr. Michael Küster vom Institut für Pharmakologie in Erlangen aus dem Jahr 2009 beim Bonn-Marathon, nach der zwei Drittel der Teilnehmer Schmerzmittel vor dem Wettkampf prophylaktisch eingenommen hatten.
Im Prinzip, so die Experten, seien die schmerzlindernden Wirkstoffe Diclofenac (50 Milligramm), Ibuprofen (400 Milligramm) und Naproxen (500 Milligramm) zwar geeignet, Muskel- und Gelenkschmerzen zu mildern, sinnvoll sei der Einsatz jedoch erst nach dem Ende des Wettkampfs. Beim Laufen beispielsweise erhöhten die Schmerzmittel die Durchlässigkeit des Magen-Darm-Traktes für Bakteriengifte. Das kann unter Umständen zu Blutungen führen - unter anderem in den Nieren. Weitere Folgen: Krämpfe, Durchfälle, Blutarmut. Auch eine amerikanische Studie konnte nicht nachweisen, dass vorsorglich eingenommene Schmerzmittel einen positiven Effekt auf Muskel- und Gelenkschmerzen haben. Die Laufleistung wird dadurch ebenfalls nicht gesteigert.
Wenn Sie Schmerzmittel nehmen wollen, dann sollten Sie dies nach dem Wettkampf tun und dies bitte auch nicht ohne Absprache mit Ihrem Arzt. Sinnvoller ist es, dass Sie genügend trinken und Ihrem Körper ausreichend Salz zuführen. Geben Sie bei Wettkämpfen 1 bis 2 Gramm Kochsalz auf einen Liter Mineralwasser.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb