Hähnchenfleisch mit resistenten Keimen belastet
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 9. Januar 2012, 16:00 Uhr
GNL5356
Einen erschreckenden Fund haben Mitglieder des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in den vergangenen Tagen gemacht. Sie hatten 20 Proben Geflügelfleisch im Labor testen lassen. Die Fleischstücke stammen aus Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg und Stuttgart.
Das Ergebnis: Die Hälfte der Fleischstücke war mit Keimen belastet, die resistent gegen Antibiotika sind. Auf zehn Proben fanden sich so genannte Extended Spectrum Beta-Lactamase, das sind bestimmte Darmkeime. Zwei Proben enthielten Methicillin-resistente Staphylococcus ausreus. Bekannt sind diese unter dem Namen MRSA – als Krankenhauskeim. Beide Erreger können zum Beispiel bei Menschen mit schwachem Immunsystem zu schweren Erkrankungen führen.
Die Mitglieder des BUND nannten in ihrer Stellungname Ross und Reiter. So waren drei Proben von „Wiesenhof“ belastet. Diese waren bei Edeka, Lidl und Netto gekauft worden. Betroffen war zudem Fleisch von „Sprehe“ von Rewe und Edeka. Auch vier Fleischstücke von „Stolle“, die bei Penny und Netto gekauft wurden, waren mit den Keimen verseucht.
Grund für die Belastung ist, so die Mitglieder des BUND, der Einsatz von Antibiotika in der Mast; ich hatte Ihnen vor einigen Wochen schon davon berichtet. Die Gefahr, die von ihm ausgeht: Müssen Ihnen diese Medikamente verabreicht werden, kann es sein, dass sie nicht mehr wirken. Für Sie als Patient kann dies lebensbedrohliche Folgen haben.
Zudem zeigen die Keime, wie schlecht es um die Tierzucht bestimmt ist. Die Keimbesiedlung weist auf die schlechten Haltungsbedingungen hin. Bekämen die Tiere keine Antibiotika, würde ein Teil von ihnen erkranken und nicht die Schlachtreife erlangen. Die gesunden Tiere werden fast immer gleich mitbehandelt.
Der BUND fordert die Supermärkte und Discounter dazu auf, die Hersteller, deren Fleisch mit Keimen belastet war, zu boykottieren. Denn nur auf diesem Weg, so die Mitglieder des BUND, lasse sich überhaupt ein Umdenken in der Landwirtschaft und in der Tierzucht erreichen.
Für Sie als Verbraucher ist es das sicherste, Sie verzichten auf Fleisch aus dem Supermarkt und generell aus nicht-artgerechter Haltung. Sicherlich ist biologisch erzeugtes Fleisch teurer. Hier haben Sie aber die Sicherheit, dass in der Aufzucht der Tiere keine Antibiotika eingesetzt wurden. Außerdem profitiert Ihre Gesundheit doppelt von diesem teureren Biofleisch. Nicht nur, dass Sie keine überflüssigen Antibiotika zu sich nehmen. Kaufen Sie aufgrund des Preises weniger Fleisch, wird es – wie früher – wieder zum Sonntagsgericht, senken Sie auch Ihr Risiko für die typischen Zivilisationskrankheiten.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lutz Pansegrau (09.01. 2012 17:25 Uhr):
Sehr geehrte Frau Dr. Hahn-Hübner, was ist eigentlich los mit der Nahrungsmittel-Industrie. Geht das schon wieder los. Ich dachte das leidige Thema ist vom Tisch. Antibiotika dürfen nicht mehr verabreicht werden; und nun das. Gottseidank wurden Tests durchgeführt, die den Missbrauch ans Tageslicht gebracht haben. Werden die genannten Unternehmen nun dicht gemacht oder verläuft alles in Sande? BIO - was für ein Unsinn, der durch gewissenlose, gierige Geschäfte-macher ins Leben gerufen wurde. Normalerweise müssten "behandelte" Produkte gekennzeichnet werden und nicht umgekehrt. Was da z.Zt. läuft ist als kiminell zu beseichnen; und unsere Ministerien tun so gut wie nichts. Und darüberhinaus nur deswegen damit die Wirtschaft gut dasteht, das BIP weiter gesteigert werden kann. Heute habe ich bei einer Kochschow im ZDF vernommen, dass Fischstäbchen nur zu 65% aus Fisch bestehend schon als solche bezeichnet werden kann. Na, das reisst einem doch den Hut vom Kopf. Noch eine weitere Generation und all' der Beschiss der zur Zeit getrieben wird, wird dann als normal bezeichnet. Der Verbraucher kennt es dann nicht mehr anders. Schöne Zukunfts-Aussichen.
Antworten - Kommentar von Armin Normalbürger (09.01. 2012 22:30 Uhr):
Dioxin und Antibiotika in unseren Lebensmittel, die Kette der Gifte, wird noch länger werden wenn wir der Politik und den großen Industrienahrungsmittelproduzenten das Feld überlassen, der Industrieellen Herstellung von unseren Nahrungsmitteln, kann man nicht mehr vertrauen und wenn wir noch ein gesundes Ei, Geflügel,- oder ein Stück anderes Fleisch als Lebensmittel verwenden wollen, so sind wir gezwungen die Tiere selbst unangemeldet zu halten, denn bei einer Anmeldung, werden auch sie Vergiftet mit Staatlich verordneten Giften. Deshalb ist es auch sinnlos einen angemeldeten Biohof als Gesund zu betrachten, denn wieviel Medigamente auch dort verabreicht wird kann man dem Ei und Fleisch nicht ansehen. Es ist also nicht alles Bio, wo Bio draufsteht. Erfreulicherweise wird aber ab und zu einmal etwas veröffentlicht. Ob der Verbracher sich daran halten wird ist fraglich, denn wenn er lust auf Hähnchen hat, vergisst er alles was er über die Warnung gelesen hat.
Antworten - Kommentar von matzdorff renate (10.01. 2012 03:44 Uhr):
Danke für den Bericht und bes. endlich mal die Nennung der betroffenen Firmen. So lange Massentierhaltung von der Regierung finanziell unterstützt wird, werden wir Verbraucher wohl nur durch Boykotte etwas etwas erreichen können, und dazu braucht man eben die Namen der "Sünder". DANKE!!!
Antworten - Kommentar von Victoria Corey (10.01. 2012 09:04 Uhr):
Haben Sie herzlichen Dank für diese Offenlegung. Schon seit 20 Jahren beobachtete ich den Fleischkonsum weltweit und war entsetzt, wieviele "Nutztiere" ihr Leben für diesen Zweck lassen müssen. Dabei konnten die Mengen im ganzen Umfang verbraucht werden; sie lagerten bis zur Ungenießbarkeit gefroren in europäischen Lagerhäusern. Nicht nur diese Verschwendung, sondern auch noch die bewußte "Vergiftung" der Verbraucher durch Verun-reinigungen aller Art in jeder Fleischart kann nicht befürwortet werden - auch nicht, wenn das Wort "Bio" auf dem Produkt steht (es ist ja nicht einmal geschützt). Für mich stand schon damals fest, ich möchte erstens nicht für den Tod der Tiere verantwortlich sein und diesen Mark unterstützen, sondern lehne jeglichen Verzehr von Fleisch ab. Als Vegetarier fühle ich mich auch noch gesundheitlich wohler und muß keine Angst haben, ungewollt Medikamente zu mir nehmen zu müssen. Ich hoffe, dass in Zukunft jeder einzelne mit der Natur und den Tieren fürsorglicher umgehen möge und Politik und Massentierhaltung boykottiert.
Antworten - Kommentar von Kern Armin (10.01. 2012 09:57 Uhr):
Sehr geehrte Damen und Herrn Um diese Skandale für mich zu verkleinern, da ich als Verbraucher ja wenig Möglichkeiten habe einzugreifen, esse ich seit 3 1/2 kein Fleisch mehr! Das geht wunderbar und ich mache mir mehr Gedanken was ich esse. Außerdem befriedigt es mich auch, dass wegen mir die Tiere, ob gesund und lieb gehalten und gezüchtet und sonst wie umgebracht werden müssen. Darum wenn jeder bei sich anfängt kann er am ehesten was verändern.
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- Kommentar von Nist (10.01. 2012 10:37 Uhr):
Ich möchte wissen, für was wir Kontrollbehörden haben, die vom Bürger bezahlt werden und für was wir wählen gehen, wenn die Politiker Erfüllungsgehilfen der Industrie/EU sind. Meiner Meinung nach geht das Hand in Hand. Die Politik bekommt Gesetzesvorlagen vorgefertigt von der Industrie oder diktiert von der EU, entweder sie machen mit oder sie sind weg. Resultat, die Bürger werden krank, die Pharma-Industrie profitiert, genauso wie die Lebensmittel-Industrie, die uns weismachen will, daß dies oder jenes GESUND für uns ist sowie die Behörden, die ungeprüft, weil kein Geld bzw. unabhängige Wissenschaftler da sind bzw. bezahlt werden können, Ernährungspyramiden aus den USA übernimmt usw. Die Industrie kontrolliert sich selbst und die Politik steckt die Parteispenden ein. Da die Zeit befristet ist (Wahlen), legt man so ein faules Ei ins Nest für die zukünftige Regierung. Daher, Förderung der Bio-Bauern und jeder Bürger entscheidet schon beim Kauf in welche Richtung es geht und jeder einzelne hat die Macht dazu, denn die Hersteller/EU/Politik usw. werden nichts dergleichen tun, denn ihr Ziel ist Absatz und Abhängigkeit schaffen, letztendlich auch weniger Renten auszahlen zu müssen ;-). Die Medien haben da auch eine Macht-Funktion und steuern die Bürger (Angst-/Panikmache) usw. und haben somit auch Einfluß auf die Politik (siehe Wulff, Guttenberg usw.). Verbraucherminister Ilse Aigner glänzt durch NICHTSTUN.
Antworten - Kommentar von rita (15.01. 2012 11:11 Uhr):
Hallo , mit der Erwähnung des SONNTAGSBRATENS sprechen Sie mir aus dem Herzen. ich sage bewusst, aus dem Herzen, da auch diese armen Tiere Lebewesen sind, und fühlen. Wenn die Menschen nur 1 oder 2 Stücke Fleisch in der Woche essen, wäre so eine massive Massentierhaltung nicht notwendig und würde uns allen nur Vorteile bringen. 1. unserer Gesundheit 2. den Tieren als fühlende Lebewesen 3. der Umwelt, in der nachher alles "entsorgt" wird. Von der verseuchten Gülle, die auf dem Land ausgefahren wird und den Boden so sehr belastet, daß nichts gesundes mehr wächst. Aber auch die Entsorgung in die Flüsse, ist genau so schlecht, da dies alles ins Trinkwasser landet. FAZIT: Einfach weniger Fleisch essen und das müssten alle Verbraucher machen, nicht nur wenige
Antworten - Kommentar von Busse (22.01. 2012 12:48 Uhr):
Wo und wer untersucht die Eier ?!
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