Zysten: Grundlagen
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Vor dem Wechsel harmlos, danach ein Risiko
Die Diagnose „Sie haben eine Zyste am Eierstock!“ hört sich zunächst bedrohlich an. Doch meist sind Zysten völlig harmlos und können mit Hausmitteln bekämpft werden.
"Mein Gynäkologe hat kürzlich beimir eine Zyste am Eierstock fastgestllt. Diese müsse nicht behandelt werden, sagte er. Er schickte mich nach Hause, ohne einen weiteren Kontrolltermin mit mir auszumachen. Nun bin ich beunruhigt, ob das richtig ist." Anita K. (43), Borstelfleth
Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die sich meist nach ein paar Wochen wieder zurückbilden. Sie sind harmlos und werden funktionelle Zysten genannt. Sie entstehen durchhormonelle Schwankungen und machen meist gar keine oder nur geringe Beschwerden. Möglicherweise spüren Sie ein Druckgefühl beim Sex oder bemerken Blutungsunregelmäßigkeiten.
Stellt der Arzt bei einer Ultraschalluntersuchung fest, dass es sich um eine wahrscheinlich gutartige Zyste handelt, wird er zunächst einmal einige Monate lang abwarten, dass sich die Zyste wieder zurückbildet. Als Faustregel gilt: Jüngere Frauen können erst mal abwarten und die Zyste nach einigen Monaten kontrollieren lassen. Bei Frauen nach den Wechseljahren wird in der Regel „engmaschiger“ kontrolliert. Nach dem Ende der fruchtbaren Phase treten Zysten normalerweise nicht mehr auf, weil dann das hormonelle Auf und Ab entfällt. Stellt sich dennoch eine Zyste ein, liegt der Verdacht nahe, dass ein Tumor dafür verantwortlich ist. Hier muss meist eine Gewebeprobe genommen oder die Zyste operativ entfernt und untersucht werden.
So genannte Schokoladen- oder Teerzysten können eine Begleiterscheinung einer Endometriose sein.
Ihr Gynäkologe sollte sich mit Ultraschall auskennen
Hat sich die Zyste bei jüngeren Frauen nicht nach einigen Monaten „aus dem Staub gemacht“, empfiehlt es sich, auch bei ihnen zu schauen, ob dahinter vielleicht ein Eierstockkrebs steckt. Deswegen ist es wichtig, dass Ihr Arzt genügend Ultraschallerfahrung hat, um den Befund wirklich beurteilen zu können. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie ruhig einen 2. Arzt konsultieren, der auf Ultraschall spezialisiert ist. Im Falle einer unsicheren Diagnose können Sie sich damit unter Umständen eine Bauchspiegelung ersparen. Diese Diagnosemethode ist immerhin ein operativer Eingriff mit speziellen Risiken.
Gefährlich wird es, wenn sich eine größere Zyste bei einer plötzlichen Bewegung um sich selbst dreht und dadurch abgeschnürt wird oder wenn sie platzt. Das kann heftige Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und unter Umständen sogar einen Kreislaufschock auslösen. Diese akuten Beschwerden werden oft zunächst als Blinddarmentzündung fehldiagnostiziert.
Naturheilkundlich arbeitende Frauenärzte versuchen die Rückbildung einer Zyste vor allem durch Wärmeanwendung zu unterstützen. So verbessert eine Wärmflasche auf dem Bauch oder im Rücken die Durchblutung der Eierstöcke. Auch warme Wannenbäder und vor allem Naturmoorbäder können helfen. Die Traditionelle Chinesische Medizin hat gute Erfahrungen mit Akupunktur, Kräutertherapie und Moxibustion gemacht.