Zysten: Eierstockzysten
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Von belanglos bis zum akuten Notfall
Zysten, diese blasigen Geschwülste, können sich an vielen Stellen unseres Körpers bilden, aber nirgendwo sind die Voraussetzungen dafür so günstig wie im Eierstock.
Zum Beispiel kann sich Follikelflüssigkeit (Follikel = die kugeligen Eibläschen) ansammeln und vermehren, insbesondere nach einem ausgebliebenen Follikelsprung; dadurch kann sich eine Zyste bilden. Zysten sind meist mit einer Flüssigkeit gefüllt und können ebenso unbemerkt wieder eintrocknen, wie sie entstanden sind. Manchmal sind sie aber auch mit festem Zellmaterial gefüllt und können gelegentlich sogar bösartig werden.
Es gibt viele verschiedene Arten von Ovarialzysten, die in Größe und Zahl stark variieren können. Entsprechend unterschiedlich sind die Symptome, die sie verursachen, sofern sie überhaupt Beschwerden machen. Ein großer Teil dieser Zysten bleibt nämlich unbemerkt und wird allenfalls zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt.
Funktionelle Zysten sind fast normal
Alle vier Wochen bildet der Körper der Frau ganz regulär eine Eierstockzyste – nämlich den Follikel, in dem die Eizelle heranreift. Der Follikel ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste, die beim Eisprung platzt und das Ei freigibt. Danach verwandelt sich der Follikel in den Gelbkörper, medizinisch Corpus luteum. Er produziert das Gelbkörperhormon = Progesteron, das in der zweiten Phase des Zyklus dominiert. Bleibt die Befruchtung der Eizelle aus, bildet sich der Gelbkörper zurück. Im nächsten Zyklus reift dann ein neuer Follikel heran.
Zysten, die im Rahmen der natürlichen Ovarialfunktion entstehen, bezeichnet man als funktionelle Zysten. Die beiden wichtigsten Arten sind Follikel- und Corpus-luteum-Zysten. Am häufigsten sind die Follikelzysten anzutreffen. Sie entstehen, wenn der Eisprung ausbleibt und sich der Eifollikel dadurch auftreibt. Sie treten einzeln oder zu mehreren in einem oder in beiden Eierstöcken auf und können bis zu einem Durchmesser von 8 cm anwachsen. Meist verursachen sie keine Beschwerden und bilden sich nach ein bis zwei Monaten zurück. Platzt eine solche Zyste, etwa beim Geschlechtsverkehr, können aber durchaus heftige Unterbauchschmerzen auftreten.
Bei der Corpus-luteum-Zyste ist im Gelbkörper ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum entstanden. Diese Zystenart kann über faustgroß werden und dann zu Blutungen führen. Ein Eierstock mit einer so großen Zyste kann sich um den Eileiter drehen (Stiehldrehung) und ihn damit von der Blutzufuhr abschnüren. Gewöhnlich verursachen Corpus-luteum-Zysten aber eher leichtere Unterbauchbeschwerden und Zyklusstörungen, oft mit zeitweise ausbleibender Menstruation. Sie treten meist einzeln und einseitig auf, vor allem während der Schwangerschaft. Kommen dagegen mehrere solcher Zysten zusammen, ist dies auf eine hormonelle Überstimulation zurückzuführen, wenn die Frau zur Auslösung des Eisprungs Hormone einnimmt. Diese Zysten heißen Luteinzysten. Der Eierstock kann dann eine Größe bis zu 30 cm Durchmesser erreichen (normalerweise ist er walnuß- oder pflaumengroß). Wird die Ursache beseitigt, bilden sich Luteinzysten spontan zurück.
Eierstock mit übergroßer Zyste
Ein Eierstock mit einer großen, schweren Zyste kann sich um den Eileiter schlingen und damit die Blutzufuhr unterbrechen.