Wechseljahre: Scheidentrockenheit
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Viele Frauen werden urplötzlich von einer Erscheinung überrascht, die ihr Sexualleben empfindlich beeinträchtigt. Doch lässt sich ohne großen Aufwand viel gegen eine trockene Scheide tun.
Manche Frauen erleben dies schon mit Mitte 40, wenn sie für sich noch gar nicht an die Wechseljahre denken: Das Milieu in der Scheide wird trockener, die Scheidenhaut wird dünner und damit empfindlicher. Der Geschlechtsverkehr bereitet Schmerzen. Sie meinen dann vielleicht, Sie hätten sich eine Scheideninfektion geholt. Wenn der Arzt überlastet ist und nicht weiter fragt, kann es vorkommen, dass Sie (und Ihr Partner) überflüssigerweise eine keimabtötende Therapie durchführen lassen, welche das Scheidenmilieu noch zusätzlich angreift.
So gehen Sie das Problem an:
Eine Möglichkeit die Scheidentrockenheit zu behandeln ist die Gabe von Östrogenen. Liegt Ihre letzte Monatsblutung schon eine Weile zurück und ist gynäkologisch festgestellt worden, dass Sie sich in der Menopause befinden, wird Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vermutlich Östrogene (+ Gestagene) in Form von Tabletten, Pflaster oder Gel verordnen.
Lokal angeordnete Hormone
Nehmen Sie bereits Hormone ein und genügen diese offensichtlich nicht, können Sie nach einem zusätzlichen, örtlich wirkenden Östrogenpräparat fragen. Östrogenhaltige Cremes, Gels oder Zäpfchen (meist Ovula genannt) sorgen für eine bessere Durchblutung der Scheide, durchfeuchten und stabilisieren die Scheidenhaut, so dass sie widerstandsfähiger gegen mechanische Belastung und Krankheitskeime wird. Diesen günstigen Einfluss haben sie übrigens auch auf Blase und Harnröhre.
Meist kommt in den Wechseljahren das Östrogen Estradiol zum Einsatz, welches allgemeine Beschwerden am besten lindert. Auch wenn es als Creme in der Scheide angewandt wird, gelangt es in den Kreislauf und kann bei höherer Dosierung die Wirkungen und Nebenwirkungen wie östrogenhaltige Tabletten oder Pflaster entfalten. Ein anderes Östrogen ist das Estriol. Es wirkt schwächer und wird kaum durch die Scheidenhaut in den Körper aufgenommen. Es wirkt überwiegend lokal (örtlich) und ist deshalb für Frauen geeignet, die sehr östrogenempfindlich sind und die üblichen Östrogene nicht vertragen.
Cremes und Zäpfchen können stark schmieren und zu vermehrtem Ausfluss führen. Viele Frauen empfinden das als unangenehm. Doch es gibt einen Trick: Lassen Sie sich Tabletten verschreiben, die nur Estriol enthalten. Dieses Hormon funktioniert unabhängig vom Zyklus und braucht nicht regelmäßig genommen zu werden. Außerdem brauchen Sie auch keine zusätzlichen Gestagene. Anstatt sie zu schlucken, führen Sie eine oder eine halbe Tablette in die Scheide ein. Anfangs werden Sie diese täglich brauchen, später vielleicht seltener. Es schmiert nichts, aber das Scheidenmilieu wird wieder feuchter und die Scheidenhaut fester.
Alternativen zu Hormonen
Auch frei verkäufliche Gleitmittel oder Feuchtigkeitsgels ohne Hormone aus der Apotheke feuchten die Scheide an. Sie verhüten jedoch nicht, dass die Scheidenhaut dünner wird. Gleitmittel werden direkt vor dem Geschlechtsverkehr angewandt. Ein Feuchtigkeitsgel hält im allgemeinen die Scheide länger feucht. Auch alle Sorten von Pflanzenöl sind vorzügliche Gleitmittel.
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