NEUARTIGE MEDIKAMENTE FÜR DIE WECHSELJAHRE UND DANACH
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NEUARTIGE MEDIKAMENTE FÜR DIE WECHSELJAHRE UND DANACH
GNL5356
NEUARTIGE MEDIKAMENTE FÜR DIE WECHSELJAHRE UND DANACH
- Für Frauen, die zusätzliche Östrogene nicht vertragen, aber einer Osteoporose vorbeugen wollen oder müssen, bieten sich neue Wirkstoffe an, die als „selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren“ (SERM) bezeichnet werden. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine besondere Eigenschaft der Substanzen: Sie wirken auf spezielle Art nur auf bestimmte Östrogen-Rezeptoren (Empfangsstationen) im Körper und lassen andere Östrogen-Rezeptoren unbeeinflußt.
Eine dieser Substanzen ist Raloxifen, ein Mittel, das seit 1998 auf dem Markt ist. Ähnlich wie Östrogen hemmt es den Knochenabbau und erhält damit die Knochendichte, die nach den Wechseljahren häufig stärker abnimmt. Anders als Östrogen regt Raloxifen aber nicht gleichzeitig das Wachstum der Zellen in der Gebärmutterschleimhaut an, ebensowenig in der Brustdrüse. Neueste Studien haben sogar gezeigt, dass es vor Brustkrebs schützen kann (ähnlich wie z. B. der ihm verwandte Wirkstoff Tamoxifen). Raloxifen eignet sich jedoch nicht, um Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Gelenkschmerzen zu beheben. Im Gegenteil: Bei manchen Frauen verstärken sich die Wallungen eher noch. Es wird ausschließlich zur Vorbeugung der Osteoporose eingesetzt.
- Für Frauen, deren Menopause bereits ein Jahr zurückliegt, ist seit einem Jahr zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden ein Präparat zugelassen, das neben östrogenen Eigenschaften auch androgene und leicht gestagene Wirkungen hat: Tibolon. Die neue Wirkstoffkombination hat auf die verschiedenen Körpergewebe unterschiedliche Effekte: Die Muskeln bleiben kräftiger und das Fettgewebe fester. Es bleibt mehr Knochensubstanz erhalten, und die Scheidenhaut trocknet weniger aus. Gebärmutterschleimhaut und Brustgewebe werden nicht stimuliert. Aus der Zusammensetzung ergibt sich, dass – um einer eventuell erhöhten Krebsgefahr durch Östrogene zu begegnen – keine zusätzlichen Gaben von Gestagenen nötig sind.
Allerdings können die enthaltenen Androgene ein männliches Behaarungsmuster mit vermehrter Körper- und Gesichtsbehaarung und Ausfall des Haupthaares begünstigen. Für Frauen, die nach den Wechseljahren ohnehin mehr Androgene als früher im Verhältnis zu Östrogenen haben, ist dies kosmetisch vermutlich eine fragliche Alternative.