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Hitzewallungen in den Wechseljahren

Hitzewallungen gelten als typische Wechseljahrs-Symptome. Sehr viele Frauen erkennen an Hitzewallungen und plötzlichen Schweißausbrüchen, dass die Zeit der körperlichen Umstellung begonnen hat. Die meisten Frauen leiden zudem sehr unter den Beschwerden.

Die Wallungen können sowohl eine intensive Hitze in Ihrem Körper entwickeln, aber auch als Kältewelle durch den Körper fließen. Im Wechsel auftretend, wenn also dem intensiven Schweißausbruch der Kälteschauer folgt, sind sie für die Betroffene ganz besonders belastend.

Wie lange eine Frau solche „fliegenden Hitzen“ hat, ist individuell verschieden. Manche Frauen spüren sie nur wenige Monate, andere jahrelang. Sie können beginnen, wenn ansonsten außer leichten Zyklus-Unregelmäßigkeiten noch nicht erkennbar ist, dass die Wechseljahre eingetreten sind. Und sie hören mit der letzten Monats-Blutung oft noch lange nicht auf.

Wie es zu Hitzewallungen kommt

Es ist immer noch nicht vollständig entschlüsselt, wodurch Hitzewallungen und Schweißausbrüche entstehen.

Möglicherweise hängen sie damit zusammen, dass das Wärmeregulations-Zentrum in einer bestimmten Gehirn-Region (Hypothalamus) so reagiert, als hätte der Körper seinen Thermostat verstellt.

Eventuell liegt dies an den wechselnden Konzentrationen an Gelbkörperhormon (Progesteron) im Blut:

  • Im normalen Zyklus steigt die Körpertemperatur nach dem Eisprung unter Einfluss des Progesteron auf 36,9 – 37,1 °C an und geht mit Absinken des Hormons zum Zyklus-Ende wieder auf den Ausgangswert zurück.
  • Bei schwankenden Gelbkörperhormon-Spiegeln, wie sie für die Wechseljahre typisch sind, erhält die Temperatur-Steuerungs-Zentrale im Hypothalamus keine eindeutigen Signale. Sie weiß nicht: Soll die Körpertemperatur erhöht werden oder nicht?

Auch das Absinken der Östrogen-Spiegel im Blut infolge des allmählichen Versiegens der Eierstock-Funktion spielt wohl eine Rolle: Untersuchungen zeigen, dass die Werte für Östrogen bei Frauen mit starken Wallungen meist deutlich niedriger sind als bei Frauen ohne Hitzewellen.

Das bedeutet natürlich auch, dass die Wallungen noch einige Zeit nach der Menopause andauern können, wenn die Eierstöcke nicht genug Östrogen abgeben, damit sich die Gebärmutter-Schleimhaut dick aufbauen und eine Monats-Blutung einsetzen kann.

Der Körper hat sich insgesamt noch nicht an den niedrigeren Hormon-Spiegel gewöhnt. Bis sich ein neues Gleichgewicht dauerhaft eingependelt hat, können auch weiterhin Hitzewallungen auftreten. Sie können sogar auch länger nach der letzten Menstruation erstmals auftreten – insbesondere bei Frauen, deren Menopause sehr früh erfolgte.

Die „innere Hitze“ – Von Frau zu Frau verschieden

Wie stark und wie häufig die Schweißausbrüche sind, lässt sich auch nicht vorhersagen. Manche Frauen erleben die Wechseljahre völlig ohne Hitzen, andere haben sie täglich 10x oder häufiger. Bei manchen Frauen treten sie nur wenige Monate auf, bei anderen 2 – 5 Jahre lang.

Körpergewicht, Berufstätigkeit oder Schlafdauer haben darauf entgegen vielen anders lautenden Annahmen wenig Einfluss.

Kaffee  und  Alkohol hingegen können Hitzewallungen begünstigen, weil sie den Östrogen-Spiegel senken. Trotzdem brauchen Sie auf 1 Tasse Espresso oder 1 Glas Wein oder Sekt nicht zu verzichten. Sorgen Sie einfach dafür, dass Sie rasch ein Fenster öffnen und/oder Pullover, Blazer oder Weste ausziehen können.

Warum Sie jetzt schneller an Gewicht zulegen

Es ist traurig, aber wahr: Mit zunehmendem Alter nimmt Ihre Muskelmasse ab und die Fettspeicher wachsen. Dadurch verbraucht Ihr Körper weniger Energie; er kommt also mit weniger Kalorien aus.

Eine 50-jährige Frau benötigt täglich 400 Kilokalorien weniger als eine 25-Jährige. Oftmals kommt es deshalb zu einem Anstieg des Gewichts: Statistisch gesehen ist im Alter von 40 – 49 Jahren jede 2. Frau übergewichtig. 20 Jahre später haben 2/3 aller Frauen zu viel Gewicht auf den Rippen.

Ein  leichter Anstieg des Körpergewichts ist im höheren Alter aus gesundheitlicher Sicht durchaus wünschenswert. Aber Vorsicht: Achten Sie jetzt besonders auf eine ausgewogenen Ernährung, damit sich bei Ihnen kein starkes Übergewicht entwickelt.

Praktische Tipps bei Schweißausbrüchen

  • In gut beheizten Räumen werden Sie eine Wallung als stärker und belastender empfinden als in kühleren. Stellen Sie aber die Raumtemperatur nicht unter 19 °C, damit Sie sich nicht erkälten.
  • Tragen Sie am besten Wäsche aus Baumwolle. Kunstfaser lässt Sie noch mehr schwitzen. Seide staut die Wärme und ist darüber hinaus wenig strapazierfähig; sie verschleißt gerade durch Schweiß. Im Winter ist Wäsche aus sehr dünner Wolle zu empfehlen (sofern Sie Wolle vertragen). Sie hält auch in feuchtem Zustand noch warm.
  • Kleiden Sie sich grundsätzlich nach dem „Zwiebel-Prinzip“: mehrere Schichten übereinander, die Sie je nach Bedarf ablegen können.
  • Sehr praktisch und dekorativ sind große Tücher aus dünner Wolle, die Sie um die Schultern legen und rasch beiseitelegen können.
  • Ersetzen Sie beengende Kleidungsstücke durch weite Blusen, fließende Kleider, lockere Pullis, lässige Hosen und Röcke.
  • Schaffen Sie sich mehrere Fächer an, passend für jedes Outfit. Unsere Urgroßmütter schafften sich damit Erleichterung. Wir sollten diese alte, vornehme Tradition wiederbeleben.
  • Schlafen Sie unter einer leichten Einziehdecke aus Wolle, Kamelhaar oder Cashmere (gibt es oft günstig im Schlussverkauf), aber nicht unter einer Daunendecke. Wenn Sie während der Nacht Schweißausbrüche bekommen, ist es gut, eine 2. Decke bereitzulegen, mit der Sie sich zudecken können, wenn die 1. schweißnass geworden ist. Auch ein bereitliegendes 2. Laken werden Sie oft brauchen.
  • Schützen Sie die Matratze nicht mit einem Plastik-Bezug, wenn Sie Probleme mit starkem Schwitzen in der Nacht haben. Davon schwitzen Sie nur umso heftiger. Legen Sie eventuell ein Vliestuch aus Baumwolle unter das Laken oder beziehen Sie die Matratze mit einem Baumwollschutz (in Wäschegeschäften erhältlich). Lassen Sie die Matratze tagsüber gut lüften und drehen Sie sie alle 2 Wochen um. Und wenn die Wechseljahre vorbei sind, schaffen Sie sich eine neue an. Damit starten Sie dann auch auf dieser Ebene in eine neue Lebens-Phase.
  • Tragen Sie, wenn überhaupt, dünne Nachthemden oder Pyjamas aus Baumwolle. Auch ein T-Shirt oder ein Männerhemd leisten gute Dienste. Haben Sie immer ein Stück zum Wechseln paratliegen.
  • Treiben Sie Sport. Regelmäßiger Ausdauersport (z. B. 3x pro Woche 30 Min. Schwimmen, Radeln oder Walken) kann das Auftreten von Hitzewallungen verringern.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen! Denn Raucherinnen leiden bis zu 3x häufiger unter Hitzewallungen.

Wenn die Wallungen Sie im Alltag stark beeinträchtigen, können Sie sich von Ihrem Frauenarzt ein Hormon-Präparat mit Estradiol verschreiben lassen.

Bauen Sie Stress ab

Stressige Situationen können Ihre Hitzewallungen deutlich verstärken. Also: Vermeiden Sie Stress! Natürlich ist das in Ihrem Alltag nicht immer möglich. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie gegen die Stressbelastungen aktiv werden.

Ideal sind Entspannungs-Methoden wie autogenes Training, Meditation oder Yoga.

Der einfachste und wirksamste Weg, mit dem Sie Ihren Körper von Stress-Hormonen befreien, ist aber die körperliche Bewegung. Ideal sind:

  • Jogging,
  • Nordic-Walking,
  • Schwimmen
  • oder Radfahren.

So bringen Sie mehr Bewegung in den Alltag

Es muss nicht immer Sport sein. Auch im Alltag gibt es viele Möglichkeiten, mit denen Sie mehr Bewegung in Ihr Leben bringen:

  • Nehmen Sie die Treppe anstatt des Aufzugs.
  • Erledigen Sie Gartenarbeit und Hausputz selbst.
  • Gehen Sie so oft wie möglich zu Fuß.
  • Kleine Besorgungen können Sie mit dem Fahrrad erledigen.
  • Gehen Sie jeden Tag 30 Min. zügig spazieren.
  • Nutzen Sei das Wochenende oder den Urlaub zum Wandern oder Fahrrad fahren.
  • Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, steigen Sie eine Station früher aus und gehen zu Fuß weiter.
  • Bauen Sie Muskeln auf (Geräte-Training, Gymnastik mit Gewichten oder Thera-Bändern).

Hilfe durch Nahrungsergänzungsmittel?

Um Alternativen zu einer  Östrogen-Behandlung bei Hitzewallungen zu finden, sind mehrere Studien mit Nahrungsergänzungs-Präparaten und Medikamenten durchgeführt worden, die für andere Indikations-Gebiete zugelassen sind.

Aus mehreren Gründen waren diese aber im Fall von Hitzewellen nicht zu empfehlen:

Vitamin E

In einer Studie mit mehr als 100 Frauen, die vorher Brustkrebs gehabt hatten, wurden die Hitzewallungen von Frauen, die Vitamin E einnahmen, nur geringfügig im Vergleich zur Placebo-Gruppe reduziert. Die angewandte Dosis betrug dabei 800 IE (Internationale Einheiten) Vitamin E täglich.

Soja-Phytoöstrogene

Phytoöstrogene pflanzlicher Herkunft aus Sojabohnen sind dem natürlich vorkommenden weiblichen Hormon Östrogen ähnlich, ihre Wirkung ist jedoch schwächer. Die Ergebnisse mehrerer klinischer Studien zeigen, dass Sojaprodukte Hitzewallungen nicht wesentlich beeinflussen.

Clonidin

Untersuchungen ergaben, dass dieses Bluthochdruck-Medikament Hitzewallungen im Vergleich zu einem Placebo um 15% reduzierte. Jedoch waren einige der Nebenwirkungen (Verstopfung, Mundtrockenheit und Benommenheit) bei Einnahme des Medikaments eher abschreckend.

Megestrolacetat

Laut Studien wird dieses Hormon gut vertragen und reduziert Hitzewallungen um bis zu 80%. Es ist jedoch unsicher, ob es – wie das Östrogen – ein erneutes Krebs-Wachstum bei Frauen fördert, die wegen Brustkrebs behandelt wurden.

Lindern Sie Ihre Beschwerden natürlich

Zur Hormonersatz-Behandlung gibt es natürliche Alternativen. Sie stammen zum großen Teil aus dem Erfahrungsschatz der Heilkundigen, die schon in alten Zeiten und in anderen Erdteilen den Frauen in den kritischen Jahren geholfen haben.

Agnus castus (Mönchspfeffer)

Seit Langem bewährt ist z. B. der Mönchspfeffer (Agnus castus). Er enthält keine Östrogene, sondern wirkt auf die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), die eine wichtige Steuerungs-Funktion im komplizierten Hormon-Haushalt innehat.

Lässt im Zuge der Hormon-Umstellung zuerst der Gegenspieler der Östrogene (Progesteron) nach, kommt es zu einem relativen Östrogen-Überschuss.

Östrogene wiederum stimulieren ein anderes Hormon (Prolaktin), das eigentlich für die Milchbildung zuständig ist. Dafür wird es jetzt nicht gebraucht. Auf diese Weise überschüssig, verursacht es indirekt über die komplizierten Steuerungs-Mechanismen der Hirnhangsdrüse Beschwerden des PMS und der Wechseljahre.

Hier setzt Agnus castus an und kann damit regulierend auf den Monats-Zyklus wirken und Beschwerden lindern.

Cimifuga racemosa (Traubensilberkerze)

Einen besonders hohen Gehalt an stark wirksamen pflanzlichen Östrogenen besitzt Cimifuga racemosa, die Traubensilberkerze (auch Wanzenkraut genannt) aus der Familie der Hahnenfuß-Gewächse.

Diese Arzneidroge wird bei Östrogen-Mangel ärztlich verordnet. Traditionell wird sie auch als Beruhigungsmittel und gegen psychisch bedingte Beschwerden oder Schmerzen eingesetzt. Lassen Sie sich dazu ärztlich beraten.

Präparate aus Kälbermilz

Eine andere Möglichkeit, vor der Menopause und 1 Jahr danach östrogenmangelbedingte Beschwerden zu mildern, bieten Präparate aus getrockneter Kälbermilz.

Sie stimulieren die Eierstöcke, mehr Östrogene zu bilden; sind also nur geeignet, solange die Eierstöcke auf eine solche Stimulation reagieren. Das ist meist der Fall, wenn die Menstruation noch erfolgt oder ca. 1 Jahr danach.

Eine hormonelle Behandlung sollte noch nicht stattgefunden haben. Außerdem bildet ein hormonabhängiger Tumor eine Gegenzeige für Kälbermilz-Präparate.

Wolfstrapp, Rhabarber und Ginseng

Auch Wolfstrapp (Lycopus) und pontischer Rhabarber (Rheum rhaponticum) aus der Apotheke oder Ginseng aus dem Reformhaus sind wirksame Mittel gegen Hitzewellen. Nehmen Sie ein solches Präparat nach Anweisung des Arztes bzw. der Hersteller ein. Allerdings wirken diese pflanzlichen Mittel meist erst nach einigen Wochen.

Soforthilfe mit Salbei

Sehr rasch wirkt bei vielen Frauen ein Tee aus Salbei: 1 TL Kraut pro Tasse mit kochendem Wasser überbrühen und 10 Min. ziehen lassen. 3x täglich genommen, hat er noch einen 2. positiven Effekt: Er beruhigt ein in den Wechseljahren oft strapaziertes Nervenkostüm.

Homöopathische Arzneien gegen Hitzewallungen

Die Homöopathie kennt ausgesprochene Frauenmittel. In homöopathisch ausgerichteten Apotheken können Sie sich beraten lassen, wenn Sie fertige Kombinationen gegen bestimmte Wechseljahrs-Beschwerden bevorzugen.

Um aber ein individuell auf Sie und Ihre Persönlichkeit abgestimmtes Mittel zu erhalten, das Sie wahrscheinlich auch von manchen anderen Beschwerden befreit, sollten Sie eine klassisch homöopathische Praxis aufsuchen.

Richtige Ernährung macht viel aus

Mit gezielter Ernährung können Sie sanft zur Ausgeglichenheit Ihres Östrogen-Spiegels beitragen, denn viele Nahrungsmittel enthalten pflanzliche Östrogene.

Östrogenempfindliche Frauen oder solche mit östrogenabhängigen Tumoren brauchen aber keine Angst vor den pflanzlichen Östrogenen zu haben. Diese können sogar das Wachstum von Tumoren hemmen.

Darüber hinaus entfalten Phytoöstrogene auch  herzschützende Effekte, weil sie das schädliche LDL-Cholesterin zu senken vermögen. Nach heutigen Erkenntnissen tun Phytoöstrogene allerdings direkt nichts gegen Osteoporose.

Die wichtigsten Nahrungs-Pflanzen mit leicht östrogener Wirkung sind:

  • Sojabohnen (Tofu),
  • alle Vollkorn-Produkte,
  • Samen
  • und Beeren (insbesondere Blau-, Johannis- und Stachelbeeren).

Beherzigen Sie diese Ernährungs-Tipps

So halten Sie Ihren Körper in Form:

  • Essen Sie jeden Tag 3 Portionen Gemüse oder Salat und 2 Portionen Obst.
  • Verzehren Sie täglich 3 Portionen fettarme Milch und Milchprodukte; etwa 1 Glas Milch, 1 Becher Joghurt und 1 Scheibe Käse. Wählen Sie täglich eine weitere eiweißreiche Portion wie Fisch, fettarmes Fleisch, Geflügel oder Ei.
  • Setzen Sie auf eine fettbewusste Zubereitung: Täglich nicht mehr als 3 – 4 TL Streichfett und 2 EL hochwertiges Öl (z. B. Rapsöl).
  • Ersetzen Sie fettreiche Zubereitungs-Arten wie Frittieren, Panieren und Braten in Öl durch fettbewusstere wie Braten in beschichteten Pfannen, Dampfgaren und Garen in Folie.
  • Bevorzugen Sie Lebensmittel mit geringem Energie- und hohem Nährstoff-Gehalt; etwa gering verarbeitete Lebensmittel wie:
    • Gemüse,
    • Salate,
    • Hülsenfrüchte,
    • Obst,
    • Kartoffeln,
    • Vollkorn-Produkte,
    • fettarme Milchprodukte
    • und mageres Fleisch.
  • Vorsicht: Stark verarbeitete Lebensmittel wie Süßigkeiten, Gebäck, Kuchen und Fertig-Gerichte sind meist energiereich und nährstoffarm. Genießen Sie hiervon nur kleine Mengen.
  • Ideale Getränke sind die Folgenden:
    • Trink- und Mineralwasser,
    • ungesüßte Kräuter- und Früchtetees
    • sowie gelegentlich dünne Fruchtsaft-Schorlen: 1 Teil Saft auf 3 Teile Wasser
  • Limonaden, Erfrischungs-Getränke und pure Fruchtsäfte sind weniger geeignet, weil sie viel Energie liefern, aber nicht satt machen.

Lebensmittel: Spüren Sie Auslöser für Hitzewallungen auf

Einige Lebensmittel und Lebensmittel-Zusätze können Hitzewallungen bei Ihnen fördern. Zu den häufigsten Auslösern zählen:

  • Alkohol,
  • Nikotin,
  • Koffein,
  • scharf gewürzte Speisen,
  • Erdnüsse,
  • verarbeitete Nahrungsmittel
  • und Schokolade.

Wenn Sie nicht wissen, welche Faktoren bei Ihnen die Hitzewallungen auslösen, führen Sie ein Ernährungs-Tagebuch: Schreiben Sie auf, was Sie essen oder trinken, ob Sie unter Stress stehen und wann sich die Hitzewallung gemeldet hat. So können Sie herausfinden, welche Faktoren bei Ihnen die Hitzewallungen fördern.

Sie müssen nicht hungern, um schlank zu bleiben

Untersuchungen zeigen, dass die gefürchteten Hitzewallungen und Schweißausbrüche besonders häufig auftreten, wenn der Blutzucker-Spiegel zwischen Ihren Mahlzeiten stark abfällt. Hungern Sie sich daher auf keinen Fall durch den Tag, um Ihre Figur in Form zu halten! Dadurch fördern Sie nicht nur Hitzewallungen, sondern auch Heißhunger-Anfälle.

Achten Sie darauf, dass Ihre einzelnen Mahlzeiten nicht zu weit auseinander liegen. Legen Sie regelmäßig kleine Zwischen-Mahlzeiten ein, auch wenn sich noch kein nagendes Hungergefühl bei Ihnen meldet. Ideale Snacks sind Sauermilch-Produkte, Obst und Rohkost in Form von Gemüse-Sticks. Meiden Sie scharfe Gewürze, Alkohol und Kaffee, die das Auftreten von Hitzewallungen verstärken können.

Kalziumreiche Mineralwässer bevorzugen

Wenn Sie in den Wechseljahren sind und unter Schweißausbrüchen leiden, verlieren Sie mit dem Schweiß auch Mineralstoffe, u. a. das Knochen-Mineral Kalzium. Um diesen Verlusten zu begegnen, ist es zur Vorbeugung einer Osteoporose angebracht, ein kalziumreiches Mineralwasser zu wählen.

Beim Kuratorium Knochengesundheit e. V. können Sie online eine Mineralwasser-Liste anfordern (www.osteoporose.org) oder unter dem Stichwort „Mineralwasser-Liste“ und mit einem beigefügten und frankierten Rückumschlag eine Aufstellung kalziumreicher Wässer anfordern.

Anschrift:

Kuratorium Knochengesundheit e. V.

Leipziger Straße 6

74889 Sinsheim

Hausmittel: Tipps & Tricks

  • Bereiten Sie sich einen Salbeitee zu und trinken Sie davon täglich 2 – 3 Tassen. Sie können auch 2x täglich 1 EL Salbei-Frischpflanzensaft aus der Apotheke zu sich nehmen.
  • Salzbäder drosseln die Aktivität Ihrer Schweißdrüsen: Kaufen Sie sich in der Apotheke einen Badezusatz aus dem Toten Meer und bereiten Sie sich nach Packungsbeilage ein Vollbad oder eine Waschmischung zu. Geben Sie noch etwas geriebene Schale von einer Bio-Zitrone (Zitrone wirkt zusammenziehend und desodorierend.) und einige Spritzer Saft hinzu.
  • Aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stammt das Tomatenbad: Geben Sie 3 l Bio-Tomatensaft (sie können ihn natürlich selbst frisch zubereiten) in Ihr Badewasser und legen Sie sich für 15 Min.hinein. Danach 1/2 Std. ruhen. (Die TCM zählt die Tomate zu den kühlen Nahrungsmitteln. Deshalb hat sie bei Hitzewallungen einen ausgleichenden Effekt.) Wenn Sie reichlich Tomaten essen, tun Sie zusätzlich noch etwas gegen Stimmungs-Schwankungen, denn in den Früchten stecken sekundäre Pflanzenstoffe, die sich positiv auf Ihre gute Laune auswirken.

Akupunktur gegen Hitzewallungen

Die für die Wechseljahre typischen Wallungen können auch alternativ gelindert werden: mit Akupunktur. – So lautet zumindest das Ergebnis einer großen Meta-Studie, einer Auswertung vieler verschiedener Studien.

Chinesische Forscher haben 12 Studien ausgewertet, an denen insgesamt rund 900 Frauen zwischen 40 und 60 Jahren teilgenommen hatten. Diese erhielten 3 Monate lang unterschiedliche Akupunktur-Behandlungen:

  • Elektro-Akupunktur,
  • traditionelle Akupunktur,
  • Akupressur,
  • Laser-Akupunktur
  • oder Ohr-Akupunktur.

Einige Studien-Teilnehmerinnen, die die Kontrollgruppe bildeten, erhielten keine Behandlung.

Es zeigte sich, dass die Akupunktur erfolgreich war: Egal, welche Methode angewandt wurde: Die Beschwerden reduzierten sich. Die Häufigkeit sank um ein Drittel, die Schwere der Hitzewallungen um fast 45 Prozent.

Allerdings wirkte die Akupunktur nur gegen die Hitzewallungen, bei anderen Beschwerden der Wechseljahre hatte sie keinen Erfolg.

Warum dies so ist, wissen die Forscher noch nicht. Sie vermuten, dass die Akupunktur die Freisetzung bestimmter Botenstoffe im Gehirn verringert und so auf die sogenannte Thermo-Regulation des Körpers wirkt.

Hitzewallungen nach Brustkrebs: Alternativen zur Hormon-Therapie

Wechseljahre und Hitzewallungen – diese Kombination ist wohl bekannt. Bei manchen Frauen kann hier eine Hormon-Therapie helfen.

Sie kann jedoch i. d. R. nicht bei Frauen angewendet werden, die einen Brustkrebs durchgemacht haben. Denn bei Ihnen wird befürchtet, dass das Östrogen ein neues Krebswachstum fördern könnte.

Neuere Studien nähren aber die Hoffnung, dass hier Medikamente helfen könnten, die bereits für andere Indikationen zugelassen sind.

Hitzewallungen in den Wechseljahren hängen mit Östrogen-Spiegel zusammen

Sie werden wahrscheinlich durch Hormon-Schwankungen hervorgerufen, die auf den Hypothalamus wirken. Das ist der Teil des Gehirns, der für die Temperatur-Regelung zuständig ist. Meist wird dieser Prozess durch erniedrigte Östrogen-Spiegel in den Wechseljahren beschleunigt.

Hitzewallungen sind für Frauen nach Brustkrebs ein Problem: Bei Ihnen fallen sie häufiger und schwerer aus, und eine Hormon-Therapie wird im Allgemeinen aus o. g. Gründen nicht empfohlen.

Studien-Ergebnisse liefern hormonfreie Alternativen

Viele Studien wurden durchgeführt, um Frauen nach Brustkrebs eine Alternative zum Östrogen zu bieten, die ihre „fliegende Hitze“ reduziert.

Neuere Untersuchungen konzentrieren sich auf einige Antidepressiva, die die Fähigkeit besitzen, Hitzewallungen einzudämmen. Die Rede ist von den sogenannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI).

Die Studien-Ergebnisse deuten darauf hin, dass einige dieser Medikamente die Zahl der Hitzewallungen bei minimalen Nebenwirkungen deutlich herabsetzen können. Warum sie helfen, ist indes unklar.

Zu den Medikamenten mit SSRI-Eigenschaften gehören u. a.:

  • Venlafaxin (z. B. Trevilor®)– Die Hitzewallungen konnten in Studien um etwa 60% reduziert werden, wenn für 1 Woche 37,5 mg Venlafaxin täglich eingenommen und anschließend die täglich Dosis auf 75 mg erhöht wurde. Zu den Nebenwirkungen gehören Bluthochdruck, Mundtrockenheit, verminderter Appetit und Übelkeit. Meist verschwindet die Übelkeit nach 1 Woche.
  • Paroxetin (z. B. Seroxat®)– Vorläufige Ergebnisse einer Studie legen nahe, dass bei 2/3 der Frauen, die eine niedrige Dosis von Paroxetin eingenommen hatten, die Hitzewallungen auf die Hälfte reduziert wurden. 75% der Teilnehmerinnen empfanden sie als weniger intensiv. An Nebenwirkungen traten u. a. Benommenheit, Übelkeit und Mundtrockenheit auf.
  • Erste Hinweise für eine Linderung von Hitzewallungen bei Frauen, die gegen Brustkrebs behandelt worden sind, gibt es auch für die SSRI Fluoxetin (z. B. Fluctin®) und Sertralin (z. B. Gladen®). Weitere Studien werden durchgeführt.
  • Ein weiteres Medikament zieht diesbzgl. ebenfalls die Aufmerksamkeit auf sich. Vorläufige Daten weisen darauf hin, dass Gabapentin (ein Medikament, das für Anfalls-Leiden und chronische Schmerzzustände verschrieben wird, z. B. Neurontin®) Hitzewallungen auch deutlich reduzieren kann. Bei den wenigen Personen, die das Medikament einnahmen, reduzierten sich die Hitzewallungen um 87%. Weitere Studien und Beurteilungen dieses Medikaments sind notwendig. Eine klinische Studie ist geplant.

Viele Fragen bezüglich der Rolle von SSRI in der Behandlung von Hitzewallungen bleiben bislang unbeantwortet, etwa diese: Sind diese Antidepressiva wirksam bei einer Langzeit-Behandlung? Und: Wenn bei einer Frau eines der Antidepressiva nicht wirkt, gibt es ein anderes, das besser wirkt?

Es gibt heute vielfältige Möglichkeiten zur Behandlung der Hitzewallungen, die oft bei Frauen nach Brustkrebs auftreten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um für Sie die Beste herauszufinden.

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