Wechseljahre: Behandlung nach Brustkrebs
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Für betroffene Frauen ist Linderung möglich
Wechseljahre und Hitzewallungen – diese Kombination ist wohl bekannt. Bei manchen Frauen kann hier eine Hormontherapie helfen.
Sie kann jedoch in der Regel bei Frauen, die einen Brustkrebs durchgemacht haben, nicht angewendet werden. Bei Ihnen wird befürchtet, dass das Östrogen ein neues Krebswachstum fördert.
Neuere Studien nähren aber die Hoffnung, dass hier Medikamente helfen könnten, die bereits für andere Indikationen zugelassen sind.
In den Wechseljahren ist der Östrogenspiegel im Blut erniedrigt
Hitzewallungen werden wahrscheinlich durch Hormonschwankungen hervorgerufen, die auf den Hypothalamus wirken. Das ist der Teil des Gehirns, der für die Temperaturregelung zuständig ist. Meist wird dieser Prozess durch erniedrigte Östrogenspiegel in den Wechseljahren beschleunigt.
Hitzewallungen sind für Frauen nach Brustkrebs ein Problem. Denn bei Ihnen sind sie häufiger und schwerer, und eine Hormontherapie wird im Allgemeinen nicht empfohlen.
Studienergebnisse liefern hormonfreie Alternativen
Viele Studien wurden durchgeführt, um Frauen nach Brustkrebs eine Alternative zum Östrogen zu bieten, die ihre Hitzewallungen reduziert.
Neuere Untersuchungen konzentrieren sich auf einige Antidepressiva, die die Fähigkeit besitzen, Hitzewallungen einzudämmen. Die Rede ist von den so genannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI).
Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass einige dieser Medikamente die Zahl der Hitzewallungen bei minimalen Nebenwirkungen deutlich herabsetzen können. Warum sie helfen, ist unklar. Zu den Medikamenten mit SSRI-Eigenschaften gehören unter anderem:
Venlafaxin (z. B. Trevilor®) – Die Hitzewallungen konnten in Studien um etwa 60% reduziert werden, wenn für eine Woche 37,5 mg Venlafaxin täglich eingenommen und anschließend die täglich Dosis auf 75 mg erhöht wurde. Zu den Nebenwirkungen gehören Bluthochdruck, Mundtrockenheit, verminderter Appetit und Übelkeit. Meist verschwindet die Übelkeit nach einer Woche.
Paroxetin (z. B. Seroxat®) – Vorläufige Ergebnisse einer Studie legen nahe, dass bei zwei Drittel der Frauen, die eine niedrige Dosis von Paroxetin eingenommen hatten, die Hitzewallungen auf die Hälfte reduziert wurden. 75% der Teilnehmerinnen empfanden sie weniger intensiv. An Nebenwirkungen traten unter anderem Benommenheit, Übelkeit und Mundtrockenheit auf.
Erste Hinweise für eine Linderung von Hitzewallungen bei Frauen, die gegen Brustkrebs behandelt worden sind, gibt es auch für die SSRI Fluoxetin (z. B. Fluctin®) und Sertralin (z. B. Gladen®). Weitere Studien werden durchgeführt.
Viele Fragen bezüglich der Rolle von SSRI in der Behandlung von Hitzewallungen bleiben bislang unbeantwortet. Zum Beispiel: Sind diese Antidepressiva wirksam bei einer Langzeitbehandlung? Und: Wenn bei einer Frau eines der Antidepressiva nicht wirkt, gibt es ein anderes, das besser wirkt?
Ein weiteres Medikament zieht diesbezüglich ebenfalls die Aufmerksamkeit auf sich. Vorläufige Daten weisen darauf hin, dass Gabapentin (ein Medikament, dass für Anfallsleiden und chronische Schmerzzustände verschrieben wird, z. B. Neurontin®) auch deutlich Hitzewallungen reduzieren kann.
Bei den wenigen Personen, die das Medikament einnahmen, reduzierten sich die Hitzewallungen um 87%. Weitere Studien und Beurteilungen dieses Medikaments sind notwendig. Eine klinische Studie ist geplant.
Fazit
Es gibt heute vielfältige Möglichkeiten zur Behandlung der Hitzewallungen, die oft bei Frauen nach Brustkrebs auftreten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um für Sie die Beste herauszufinden.
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