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Anwendungsformen der Östrogene

Je nach Zubereitung existieren verschiedene Spielarten bei der Anwendung von Hormonen.

  • Dabei kommen Östrogene zum Einsatz in Form von:
    • Gel
    • Tabletten,
    • Scheiden-Zäpfchen (Ovula),
    • Dragées,
    • Spritzen,
    • Crèmes
    • oder Pflaster (für Frauen ohne Gebärmutter).
  • Frauen mit Gebärmutter wenden zusätzlich an 12 Tagen Gestagene an (meist als Tabletten).
  • Darüber hinaus gibt es Kombinations-Präparate mit einer gleichbleibenden Menge an Östrogen (Estradiol) und einem Gestagen.

Östrogen-Präparate stehen in verschiedenen Stärken und Darreichungs-Formen zur Verfügung. Die Hormone enthalten entweder Estradiol oder Estriol.

Pille

Nach einer operativen Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) nehmen Sie jeden Tag ein Östrogen-Präparat ein.

Ansonsten verordnet Ihnen Ihr Arzt wahrscheinlich Östrogen in Kombination mit Gestagen (Kombinations-Therapie). Diese Kombination wirkt vorbeugend gegen Gebärmutterkrebs.

Bei der zyklischen Hormon-Behandlung nimmt die Frau 25 Tage lang 1 Östrogen-Pille sowie 10 – 14 Tage pro Monat 1 Gestagen-Pille ein. Bei dieser Verordnungsweise kommt es unter Umständen zu monatlichen Blutungen.

Bei einer dauerhaften Hormon-Behandlung nimmt man täglich eine Kombination von Östrogen und Gestagen zu sich. Die Blutungen verschwinden unter Umständen, sie treten jedoch während der ersten 6 – 9 Monate oft in unregelmäßigen Abständen auf.

Die zyklische und die dauerhafte Hormon-Behandlung lindern die Beschwerden der Menopause und schützen vor Osteoporose sowie Herzgefäß-Erkrankungen.

Hormon-Pflaster

Ein Hormon-Pflaster kann man theoretisch jederzeit abnehmen. Für eine kontinuierliche Wirkung benötigen sie alle 3 – 4 Tage eine Erneuerung. Es gibt 7-Tage-Pflaster mit Estradiol in verschiedenen Wirkstärken – je nach den individuellen Bedürfnissen.

Bei Pflastern nimmt die Haut die Hormone auf und nicht der Verdauungs-Kanal. Die Hormone umgehen zum großen Teil den Stoffwechsel durch die Leber. Aus diesem Grund ist eine niedrigere Dosierung möglich.

Da Östrogene die Leber anfangs nicht passieren, kann es vorkommen, dass sich durch das Pflaster die HDL- und LDL-Werte nicht bessern. Es reduziert aber – ebenso wie die Östrogen-Pille – den Kalzium-Abbau in den Knochen.

Der Klebstoff verursacht bei empfindlichen Frauen Hautreizungen. Verwendet die Patientin ein Pflaster, nimmt sie wenige Tage zusätzlich Gestagene ein. Dies kann vierteljährlich (und dann längere Zeit) geschehen.

Frauen ohne Gebärmutter-Entfernung verschreibt der Arzt wahrscheinlich des Weiteren Gestagen-Pillen.

Weitere Anwendungsformen

Crèmes, Gels und Ovula empfehlen sich zur lokalen Anwendung in der Scheide. Eine östrogenhaltige Crème lindert die Trockenheit der Scheide sowie Harnwegs-Beschwerden. Im Allgemeinen bietet sie wenig Schutz vor Herzgefäß-Erkrankungen und Osteoporose.

Spritzen bilden ein Depot. Damit sind die Patienten – nicht wie bei Tabletten – verpflichtet, regelmäßig an eine Einnahme zu denken, doch sie lassen sich nicht entfernen. Verträgt ein Patient die Östrogene aus der Spritze nicht, muss er warten, bis der Körper das Östrogen abgebaut hat.

Implantate bestehen aus kleinen östrogenhaltigen Kügelchen. Nach einem kleinen Hautschnitt pflanzt der behandelnde Arzt es in die Fettschicht der Oberschenkel oder der Bauchdecke ein. Implantate bilden ebenfalls ein Depot.

Anwendungsformen der Östrogene: Vor- und Nachteile auf einen Blick

  • Gels oder Crèmes tragen Sie leicht auf Oberschenkel- oder Bauchhaut auf. Es zieht rasch ein und die Östrogen-Anwendung bleibt sehr diskret. Abgepackte Portions-Beutel sind sinnvoll, wenn die darin enthaltene Dosis genau passt. Ansonsten gibt es Östrogen-Gel oder -Crème in Tuben mit einem Messstab zum Dosieren. Da das Östrogen – nicht wie bei einer inneren Anwendung – zuerst in die Stoffwechsel-Fabrik der Leber gelangt, genügt eine niedrige Dosierung; das ist für viele Frauen ein Vorteil.
  • Tabletten sind am gebräuchlichsten, weil sie eine gleichbleibende Dosis garantieren und gut wirken. Sie müssen täglich 1 Pille schlucken, was viele Frauen als belastend empfinden.
  • Pflaster gibt es mit Östrogen allein oder als Kombi-Packung mit Gestagen. Generell existieren 2 Sorten Pflaster: die relativ dicken Membran-Pflaster oder die folienartig dünnen, durchsichtigen Matrix-Pflaster, die Sie mit der Schere teilen, wenn die reguläre Dosis zu hoch ist. Die meisten Pflaster halten 3 – 4 Tage vor, manche 7 Tage. Sie können damit problemlos duschen, baden oder in die Sauna gehen – dann sieht man sie allerdings. Bei stärkeren Bewegungen können die Pflaster leicht verrutschen oder sich ablösen (z. B. im Bett). Da sie ziemlich teuer sind, kann das relativ kostspielig werden – auch für die Krankenkassen. Größter Vorteil der Pflaster: Die Wirkstoffe gelangen – wie bei Gel oder Crème – durch die Haut direkt ins Blut. Das schont die Leber, weil diese sie nicht erst verstoffwechselt.
  • Scheiden-Zäpfchen eignen sich v. a. dann, wenn Östrogen örtlich auf die Scheidenhaut wirken soll (wegen trockener Scheide oder leichter Harn-Inkontinenz). Ansonsten wirken Tabletten meist zuverlässiger. Manche Frauen empfinden es als störend, dass etwas mehr Ausfluss entsteht.
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