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Wechseljahre: Alle Infos rund um Menopause und Klimakterium

Ab Mitte 40 beginnt bei den meisten Frauen eine neue Lebens-Phase, die durch die Wechseljahre eingeleitet wird. Das auch Klimakterium genannte Phänomen bezeichnet die Lebensphase vor und nach der Menopause.

Die Wechseljahre  sind ein normaler physiologischer Prozess im Leben einer Frau. Wie bei der Pubertät, so handelt es sich also auch hier nicht um eine Krankheit, sondern einen natürlichen Lebensabschnitt.

Starke Beschwerden bedürfen unter Umständen jedoch nichtsdestotrotz einer (ärztlichen) Behandlung.

Die Wechseljahre: Eine Zeit der Veränderungen

Im Klimakterium findet eine Umstellung des Hormon-Haushalts auf die neue Phase im Körper statt: Bei Einsetzen der Wechseljahre sinkt der Östrogen-Spiegel drastisch, was zum Versiegen der Menstruation (Menopause) führt.

Viele Frauen beobachten, dass sich auch ihre Figur verändert: Fettpolster verlagern sich von den Hüften zum Bauch, der Taillen-Umfang nimmt zu. Dies bringt gleichzeitig gesundheitliche Nachteile mit sich, denn Fettgewebe am Bauch begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ II.

Die gute Nachricht: Ein leichtes Plus auf der Waage im höheren Alter ist aus gesundheitlicher Sicht durchaus vorteilhaft, da es Sie beispielsweise vor Osteoporose im hohen Alter schützt.

Durch die richtige Lebensmittel-Auswahl und mehr Bewegung können Sie sich aber vor einer zu starken Gewichtszunahme schützen.

Die Phasen der Wechseljahre

Die Wechseljahre umfassen einen Zeitraum durchschnittlich vom 45. – 55. Lebensjahr und lassen sich in folgende 4 Phasen einteilen:

  1. Prämenopause,
  2. Menopause,
  3. Perimenopause
  4. und Postmenopause.

Die 1. Phase vor dem Aufhören der Menstruation nennt sich Prämenopause: Die Eierstöcke bilden zunächst viel Östrogen. Das Progesteron der 2. Zyklus-Hälfte fehlt in vielen Fällen, da es seltener zum Eisprung kommt. Als Folge lässt die Produktion von Östrogen nach. Diese ganze Zeit ist für rund 1/3 der Frauen mit heftigen, behandlungsbedürftigen Wechseljahrs-Beschwerden verbunden. Weitere 1/3 der Frauen erlebt leichte bis mäßige Symptome, die sie selten in die ärztliche oder heilpraktische Praxis führen. Rund 1/3 der Frauen merkt nichts davon.

Das Ende der Menstruationen nennt sich Menopause.

In der Zeit danach (Postmenopause) stellt sich der Organismus vollends um und erreicht ein neues Gleichgewicht. Das kann sich individuell verschieden in Monaten bis zu einigen Jahren vollziehen.

Rauchen beschleunigt Eintreten der Wechseljahre

Dass Rauchen ungesund ist, ist sicherlich nichts Neues für Sie. Interessant finde ist nur immer wieder, auf wie viele Bereiche unseres Lebens sich die Zigaretten auswirken.

Wussten Sie z. B., dass Sie als Raucherin rund 1 Jahr früher in die Wechseljahre kommen als diejenigen, die nicht rauchen? – 1 Jahr, das klingt nicht nach allzu viel. Dennoch kann es negative Folgen auf Ihre Gesundheit haben.

Die Östrogen-Produktion sollte schließlich so lange wie möglich aufrecht erhalten werden, die letzte Monats-Blutung so spät wie möglich einsetzen. Denn sinkt die Östrogen-Produktion, steigen die Risiken für Osteoporose, Herz-Erkrankungen und andere Krankheiten.

Wissenschaftler hatten 11 Studien aus den unterschiedlichsten Ländern mit über 50.000 Teilnehmerinnen ausgewertet und dabei den Zusammenhang zwischen dem Rauchen und einem verfrühten Eintritt der Wechseljahre aufgedeckt. Dieser war zwar schon länger vermutet worden, konnte aber bis dato nie nachgewiesen werden.

Die psychische Seite des Klimakteriums – Um die Lebensmitte eine Reifungskrise

Die Phase der hormonellen Umstellung trifft typischerweise mit einer Zeit zusammen, in der sich die äußeren Umstände einer Frau einschneidend ändern.

Es sind ja nicht nur die biologischen Veränderungen, mit welchen die Frauen im Zuge der Wechseljahre umzugehen lernen: Mit rund 50 Jahren kommen oft weitere Gegebenheiten hinzu, die ihr Leben verändern. In vielen Fällen sind dies schmerzliche Verlust-Erlebnisse.

Neben dem Ende der Fortpflanzungs-Fähigkeit, die manche Frauen als Verlust empfinden (aber bei Weitem nicht alle Frauen), treten auch diese einschneidenden Ereignisse ein:

  • Die Kinder gehen aus dem Haus (das „Leere-Nest-Syndrom“).
  • Und die Eltern altern.
  • Die Partner-Beziehungen stehen nach dem Weggang der Kinder auf der Probe. Wie die Ehe-Statistiken zeigen, steigen in dieser Zeit die Trennungs-Quoten an.
  • Familienfrauen bekommen mit der beruflichen Wiedereingliederung mehr Probleme als früher, da sich während ihrer Familienpause in ihrem erlernten Beruf viel gewandelt hat und ihre lange Arbeitspause sich auf dem heutigen Arbeitsmarkt als hinderlich erweist. In dieser Hinsicht haben es die Frauen leichter, die in ihrem Beruf blieben.

Kommen auch Männer in die Wechseljahre?

Frauen kommen in die Wechseljahre, aber Männer auch. Doch während das Aufhören der Menstruationen die Frauen eindeutig mit dem Wechsel in eine andere Phase konfrontiert, machen sich die meisten Männer ihr „Climacterium virile“ nicht bewusst.

Heutzutage spricht man dementsprechend auch viel von den Wechseljahren der Frau und zunehmend des Mannes.

Das hängt nicht nur damit zusammen, dass so viele Frauen um die 50 im Blickwinkel der Öffentlichkeit stehen und uns zeigen, was eine Frau in dieser für viele kritischen Zeit alles zu leisten vermag. Eine große Rolle spielt darüber hinaus die gestiegene Lebenserwartung beider Geschlechter:

Heute sind Frauen nach der Kinder-Erziehung nicht am Ende ihres tätigen Lebens, sondern haben noch mehr als die Hälfte ihres bisherigen Lebens vor sich. Und sie können – anders als früher – noch eine lange Gemeinsamkeit mit dem Partner erwarten, die es zu gestalten gilt.

Beide Geschlechter stellen sich folglich zunehmend den veränderten Bedingungen und definieren für sich neue Positionen.

Dabei erhalten die Frauen die Chance, die biologische Markierung der Menopause (letzte Monats-Blutung) als körperliches Signal für eine notwendige Auseinandersetzung mit den Veränderungen bewusst wahrzunehmen.

Die natürliche Stärke der Frauen

In den westlichen Industrieländern trifft der Prestige-Verlust der älteren Menschen (nicht nur auf dem Arbeitsmarkt) die Frauen doppelt stark, da bei uns die ältere Frau immer noch einen geringeren gesellschaftlichen Stellenwert als die junge Frau hat.

Doch zeigt sich gerade hier eine natürliche Stärke der Frauen: In der Mehrzahl verkraften sie nach einer schmerzhaften Zeit der Anpassung diese Umstellungen besser als die Männer, die sich stärker über die Arbeit definieren.

Aber für manche Frauen kommt in dieser Zeit so viel auf einmal zusammen, dass sie allein damit nicht fertig werden. Andere nehmen sich gar keine Zeit, sich mit ihren Wechseljahren auseinanderzusetzen.

Sie sollten sich nicht scheuen, (psycho)therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen oder sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Dort finden sich Frauen mit ähnlichen Schicksalen zusammen und bauen sich gegenseitig auf.

Das klimakterische Symptom

Die körperlichen Veränderungen bedeuten nicht für jede Frau eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens. Sie nehmen aber unter Umständen Formen an, die einen medizinischen Eingriff erfordern.

Diese für die Veränderungen typischen  körperlichen und psychischen Beschwerden fasst man unter dem Sammelbegriff klimakterisches Symptom zusammen. Dazu zählen:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Rückgang der Libido
  • Atrophie der Scheidenhaut
  • allgemeine Reizbarkeit
  • depressive Verstimmungen
  • Antriebslosigkeit
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Konzentrations-Schwäche
  • Verdauungs-Beschwerden
  • Harnwegs-Infektionen
  • Stimmungs-Schwankungen
  • trockene Haut und Schleimhäute
  • Herzbeschwerden
  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • Muskelschmerzen

Die meisten dieser Beschwerden verschwinden, sobald die Phase der Wechseljahre abgeschlossen ist.

Verschiedene Therapieformen

Um Wechseljahrs-Beschwerden beizukommen, steht Ihnen in der heutigen zeit eine ganze Reihe an unterschiedlichen Möglichkeiten zur Verfügung:

  • In der Medizin diskutiert man Nutzen und Schaden einer Hormon-Therapie. Im Allgemeinen sieht man in einer solchen nämlich keinen Vorteil außer einer kurzfristigen Linderung der Symptome; die Risiken übersteigen nach heutigem Kenntnisstand  den Nutzen.
  • Ansonsten funktioniert die Behandlung der klimakterischen Symptome gut mit pflanzlichen Heilmitteln.
  • Darüber hinaus existieren alternative Heilmethoden wie Akupressur oder Bachblüten-Therapie.
  • Östrogene beeinflussen die Beschwerden zusätzlich (hier alles zu deren Anwendungsformen).
  • Eine abwechslungsreiche Mischkost mit wenig Fett, Fleisch und Zucker, dafür reichlich Getreide-Produkten, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Milchprodukten bietet Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente für Wohlbefinden und gutes Aussehen. Sie liefert, was Ihr Körper braucht, um gesund, heiter und gelassen durch die Wechseljahre zu kommen und sich eine gute Basis für weitere Gesundheit zu schaffen.
  • Die Homöopathie kann mit der Traubensilberkerze „Cimicifuga racemosa“ gegen Wechseljahrs-Beschwerden helfen.

Einen Jungbrunnen wünscht sich wohl so manche Frau. Den kann sie aber nur in sich selbst finden, indem sie sich auf ihre eigene, ihr innewohnende Kraft besinnt und ihre innere Fülle entdeckt. Kreativität hält Leib und Seele elastisch.

Die Hormonersatz-Therapie der Zukunft

Die Hormonersatz-Therapie (HRT) der Zukunft stimmen die Mediziner aller Vermutung nach spezifischer auf die einzelne Patientin und deren persönliches Risiko-Profil ab. Einige neue Techniken tragen voraussichtlich entscheidend dazu bei.

Genetische Tests: Individuell zugeschnitten

Eines Tages wird es unter Umständen möglich sein, mithilfe genetischer Untersuchungen festzustellen, für welche Patientin eine HRT einen hohen Nutzen hat und wer dadurch sein Krankheits-Risiko erhöht.

Schon heute kann man durch genetische Tests einige Patientinnen identifizieren, die anfällig für Komplikationen einer Hormonersatz-Therapie sind. Dazu zählen z. B. Formen des Brustkrebses.

Mit Gentests können die Ärzte eventuell auch Patientinnen identifizieren, die ihr Dickdarmkrebs-Risiko mithilfe einer solchen Therapie verringern.

„Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren“ (SERM)

Derartige Medikamente wirken ganz spezifisch auf Östrogen-Rezeptoren und regen diese an. Die Östrogen-Rezeptoren üben im menschlichen Körper an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Wirkungen aus.

Ziel der Therapie ist, nur diejeinigen Östrogen-Rezeptoren in Zielgeweben anzuregen, die von der Hormonersatz-Therapie profitieren. Dazu gehören beispielsweise Knochen oder das Nerven-System. Gewebe, an denen die HRT Komplikationen auslöst (beispielsweise die Brust) soll die Therapie nicht anregen.

Ein solcher selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator (SERM) ist bereits auf dem Markt: die Substanz Raloxifen (Evista®) – mehr dazu weiter unten.

Eine abschließende Bewertung seines Stellenwertes in der HRT steht aus. Andere Wirkstoffe befinden sich in der Erprobungs-Phase und werden erst in einigen Jahren erhältlich sein.

Schutz vor Herzinfarkt durch Hormon-Tabletten?

Von einer Hormon-Behandlung nach der Menopause zum Schutz vor Herzinfarkten bei Frauen raten Experten heute ab. In umfangreichen Studien bewirkte die Hormongabe keine Verringerung der Herzinfarkt-Rate.

Und nicht nur das: Durch die Hormon-Behandlung stieg gleichzeitig das Brustkrebs-Rrisiko.

Neben Ihrer genetischen Veranlagung hat Ihr  persönlicher Lebensstil einen großen Einfluss auf die Gesundheit Ihres Herzens:

  • Stellen Sie das Rauchen ein,
  • senken Sie einen eventuell bestehenden Bluthochdruck,
  • halten Sie Ihre Blutfett-Werte (Cholesterin, Neutralfette) unter Kontrolle,
  • bauen Sie sowohl Übergewicht als auch Stress ab
  • und bringen Sie viel Bewegung in Ihr Leben.

Große Risiken

In einer 2008 im „Journal of the American Medical Association“ veröffentlichten Studie fanden Forscher schwerwiegende Nebenwirkungen der Hormonersatz-Therapie.

Viele Frauen nehmen eine verbreitete Kombination von Östrogenen und Progesteron (Prempro) ein. Laut der Studie ist für sie das Risiko für Brustkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen erhöht gegenüber der Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt.

Man brach die Studie aus diesem Grund vorzeitig ab. Angesichts dieses Studien-Ergebnisses sind die Experten aufgefordert, den Nutzen der Hormonersatz-Therapie für die Gesundheit der Frauen neu zu überprüfen.

Risiko bei weniger als 5 Jahren Einnahme niedriger

Das Resultat dieser Studie bedeutet jedoch auch nicht das endgültige Aus für die Hormonersatz-Therapie; es zeigte sich, dass das genannte Risiko bei Frauen, die Progesteron für weniger als 5 Jahre einnahmen, in geringerem Maß erhöht war.

Therapien mit anderen Präparaten (etwa als Pflaster) oder andere Dosierungen von Progesteron testeten die Experten nicht. Es gibt für diese anderen Wirkstoff-Kombinationen zur Hormonersatz-Therapie also bisher keine Daten.

Neuartige Medikamente für die Wechseljahre und danach

Es bieten sich neue Wirkstoffe an, die Osteoporose vorbeugen und für Frauen geeignet sind, die zusätzliche Östrogene nicht vertragen. Diese bezeichnet man als „Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren(SERM).

Hinter diesem Namen verbirgt sich eine besondere Eigenschaft der Substanzen: Sie wirken auf spezielle Art lediglich auf bestimmte Östrogen-Rezeptoren (Empfangs-Stationen) im Körper und lassen andere Östrogen-Rezeptoren unbeeinflusst (s. o.).

Das 1. Mittel dieser Art heißt Raloxifen-Hydrochlorid, das sich seit 1998 auf dem Markt befindet. In Deutschland ließ man es unter dem Namen Evista® zu.

Ähnlich wie Östrogen, hemmt es den Knochen-Abbau und erhält die Knochen-Dichte, die nach den Wechseljahren in vielen Fällen stärker abnimmt. Darüber hinaus verbessert es bei einigen Personen die Cholesterin-Werte.

Unterschiede zu Östrogen

Anders als Östrogen, regt Raloxifen nicht das Wachstum der Zellen in der Gebärmutter-Schleimhaut oder der Brustdrüse an. Es verursacht demnach keine Spannungs-Gefühle in den Brüsten oder erneute Blutungen, die häufigen Begleit-Erscheinungen von Östrogen.

Als Brustkrebs-Medikament entwickelt, gehört Raloxifen zur gleichen Gruppe von Medikamenten wie das bekanntere Krebs-Medikament Tamoxifen.

Erst während der Tests mit Raloxifen gegen Brustkrebs bemerkten Wissenschaftler, dass das Medikament darüber hinaus zum Schutz gegen Knochenschwund beitrug.

Es bleibt unklar, ob Raloxifen die Knochen so gut schützt wie Östrogen. Dazu sind weitere Studien vonnöten, die beide Medikamente miteinander vergleichen.

Raloxifen eignet sich jedoch nicht zum Einsatz gegen Wechseljahrs-Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Gelenk-Schmerzen.

Im Gegenteil: Bei manchen Frauen verstärken sich die Wallungen oder Neigungen zur Bildung von Blutgerinnseln. Man setzt es ausschließlich zur Vorbeugung der Osteoporose ein.

Wirkung von Tibolon

Für Frauen, deren Menopause bereits 1 Jahr zurückliegt, ist zur Linderung von Wechseljahrs-Beschwerden seit einigen Jahren zudem ein Präparat zugelassen. Dieses weist neben östrogenen Eigenschaften auch androgene und leicht gestagene Wirkungen auf: Tibolon.

Die neue Wirkstoff-Kombination zeigt unterschiedliche Effekte auf die verschiedenen Körpergewebe:

  • Die Muskeln bleiben kräftiger,
  • das Fettgewebe fester,
  • es bleibt mehr Knochen-Substanz erhalten,
  • die Scheidenhaut trocknet weniger aus
  • und es stimuliert weder Gebärmutter-Schleimhaut, noch Brustgewebe.

Aus der Zusammensetzung ergibt sich, dass zur Begegnung einer eventuell erhöhten Krebsgefahr durch Östrogene keine zusätzlichen Gaben von Gestagenen nötig sind.

Allerdings können die enthaltenen Androgene ein männliches Behaarungs-Muster mit vermehrter Körper- und Gesichts-Behaarung und Ausfall des Haupthaares begünstigen.

Für Frauen, die nach den Wechseljahren ohnehin mehr Androgene als früher im Verhältnis zu Östrogenen aufweisen, ist dies kosmetisch vermutlich eine fragliche Alternative.

„Wunder-Hormon“ DHEA kein Jungbrunnen

Große Presse, nichts dahinter – so könnte man die neuesten Erkenntnisse über das „Wunder-Hormon DHEA“ zusammenfassen. Dehydroepiandrosteron bejubeln die Medien als Anti-Aging-Mittel und Jungbrunnen schlechthin.

Viele Frauen und Männer probierten es bereits aus. Das Geschlechts-Hormon gilt als eine biochemische Vorstufe von Östrogen und Testosteron.

Es soll Körper und Geist als Medikament verabreicht scheinbar ein wesentlich jüngeres Alter vorgaukeln. Befürworter behaupten, es spende mehr Energie, steigere den Muskel-Tonus, die geistige Leistungsfähigkeit und die Libido.

Wiebke Arlt von der Universität Würzburg stellte in einer veröffentlichten Studie allerdings fest, dass DHEA diesen guten Ruf zu Unrecht hat:

Die Wissenschaftlerin nahm Hunderte von gesunden Männern zwischen 50 und 70 Jahren unter die Lupe und kam zu dem Schluss, dass das Hormon das Älterwerden des Körpers nicht aufhält.

Nach einer 4-monatigen Behandlung zeigten diejenigen, die das Hormon einnahmen, keinerlei positive Veränderungen bei Stimmung, Wohlbefinden oder Sexualität. Knochen-Stoffwechsel oder körperliche Leistungsfähigkeit hakte man ebenfalls unter dem Motto Fehlanzeige ab.

Bedenklich stimmte darüber hinaus, dass gleichzeitig die Ausschüttung anderer Geschlechts-Hormone anstieg. Diese negative Erscheinung stellten Forscher bereits an Experimenten mit Mäusen fest. Sie erhöhen bei Frauen das Risiko von Brustkrebs, bei Männern die Gefahr von Prostata-Karzinomen.

Phytohormone helfen Ihnen durch die Wechseljahre

Etwa 2/3 aller Frauen leiden in den Wechseljahren unter unangenehmen Beschwerden wie Hitzewallungen, Gefühls-Schwankungen und Schlafstörungen. Rasche Abhilfe bringt hier eine häufig von Frauenärzten empfohlene Hormonersatz-Therapie (HRT).

Doch wie die aktuelle Studienlage zeigt, kann diese Behandlung mit großen gesundheitlichen Risiken verbunden sein (s. o.): Zwar sind die Wechseljahrs-Beschwerden dann gelindert, dafür steigt das Risiko für Brust- und Gebärmutterkrebs, Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen rapide an.

Wer sich in den Wechseljahren nicht quälen und dennoch auf der sicheren Seite sein möchte, ist daher mit pflanzlichen Alternativen gut beraten. Und genau da kommen die Phytohormone ins Spiel: Dies sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer chemischen Natur den menschlichen Hormonen sehr ähnlich sind. Daher können sie deren Wirkung auch perfekt nachahmen.

Für ihre Wirksamkeit müssen alle Hormone zunächst an einen Rezeptor anbinden. Diese Rezeptoren finden sich in den verschiedensten Organen und Geweben.

  • Synthetische Östrogene, die bei der HT zum Einsatz kommen, docken dabei an den sogenannten alpha-Rezeptoren an, die vornehmlich im Brustdrüsen- und Gebärmutter-Gewebe vorkommen. Dadurch wird dieses Gewebe aktiviert, was vermehrt zu Krebs-Erkrankungen führt.
  • Pflanzliche Östrogene binden sich dagegen an die beta-Rezeptoren, die u. a. im Herz-Kreislauf-System und in den Knochen liegen. Dadurch können sie nicht nur die hormonellen Schwankungen der Wechseljahre regulieren, sondern zusätzlich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose schützen. Das Brustdrüsen-Gewebe und die Gebärmutter bleiben von den Phytohormonen unbeeinflusst.

Die besten Quellen für pflanzliches Östrogen:

  • Soja
  • Granatapfel
  • Rotklee
  • Hopfen

Alle diese Pfanzen sind reich an Isoflavonen wie Genistein, Daidzein und Formononetin, weshalb sie ganz ähnlich wie das menschliche Östrogen wirken können.

Wenn Sie sich entschließen, einen Versuch mit Pflanzen-Hormonen zu starten, sollten Sie allerdings etwas Geduld mitbringen. Anders als die chemischen Hormone benötigen die pflanzlichen nämlich ein paar Wochen, bis Sie ihre Wirkung spüren können.

Managen Sie Ihre Wechseljahre auf natürliche Weise

Die Anti-Aging-Industrie boomt und die Ärzte mischen eifrig mit; insbesondere haben es ihnen Hormon-Präparate angetan. Diese sollen die schwindenden Hormone ersetzen und Ihnen auch jenseits der Wechseljahre ewige Jugend schenken, allen voran die Östrogene.

Doch Vorsicht: Sie handeln sich damit schwere Nebenwirkungen ein. Vertrauen Sie lieber auf natürliche Alternativen.

Vorsicht: Künstliche Östrogene

Die Idee ist einfach und viel zu viele Ärzte finden sie leider immer noch bestechend:

Wenn mit zunehmendem Alter bzw. im Zuge der Wechseljahre immer weniger Hormone ausgeschüttet werden, müssen diese eben von außen zugeführt werden. Doch die Auswirkungen der künstlichen Hormone können schwere Krankheiten auslösen.

Die meisten von ihnen erhöhen Ihr Krebs-Risiko; das Paradebeispiel sind die Östrogene:

Gegen Beschwerden der Wechseljahre und zur Vorbeugung einiger Alters-Krankheiten wurden viele Jahre Östrogene meist in Kombination mit Gestagen in Pillenform oder als Pflaster eingesetzt.

Auch als Jungbrunnen für Haut, Haare und weibliches Selbstwertgefühl wurden sie angepriesen, weil sie – wie immer wieder gebetsmühlenartig behauptet wurde – einen „Hormon-Mangel“ ausgleichen sollten.

Das erwies sich jedoch als Trugschluss. Inzwischen wurde zweifelsfrei nachgewiesen, dass die Gefährdung den Nutzen bei Weitem übersteigt.

Dass die Östrogene ein Jungbrunnen sind, wurde in keiner einzigen Studie nachgewiesen. Haut und Haare zeigten sich völlig unbeeindruckt. Außer bei den für die Wechseljahre typischen Hitzewallungen konnte kein positiver Effekt bei Wechseljahrs-Beschwerden belegt werden.

Selbst der Einsatz bei Osteoporose ist wegen der Risiken nicht mehr wirklich zu rechtfertigen; zumal es effektivere Mittel wie etwa Bewegung gibt.

Tatsächlich wurde ein höheres Krebs-Risiko der Gebärmutter und der Brust durch die künstlichen Hormone belegt.

Doch Sie brauchen den Östrogen-Zusatz auch nicht. Denn zum einen versiegt Ihre eigene Produktion nicht ganz und zum anderen hält die Natur speziell für Frauen in den Wechseljahren einige wirksame Mittel bereit. Doch das sagt Ihnen meist keiner – jedenfalls nicht die Frauenärzte.

Natürliche Hormone verlangsamen den Alterungs-Prozess

Mit einer relativ neuen Methode, der Therapie mit bioidentischen Hormonen, gelingt es, den Alterungs-Prozess zu verlangsamen und damit den Alters-Beschwerden entgegenzuwirken.

Synthetische Hormone sind in ihrer Struktur wie eine schlechte Kopie unserer körpereigenen Hormone, passen daher nicht genau oder binden an den falschen Rezeptoren an.

Bioidentische Hormone sind dagegen vollkommen identisch mit der Struktur des jeweiligen Original-Hormons in unserem Körper. Daher mindern diese natürlichen Hormone auch das Risiko für alle Erkrankungen, die durch die fehlende Hormon-Produktion in der 2. Lebenshälfte begünstigt werden.

Bioidentische Hormone mindern das Risiko für:

  • Alzheimer-Krankheit
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Osteoporose
  • Schlafstörungen
  • depressive Verstimmungen
  • erhöhte Blutfettwerte

Bioidentische Hormone als natürliche Wunderwaffe

Bei Frauen wirken die bioidentischen Hormone sexueller Unlust und Scheiden-Trockenheit entgegen, Männern verhelfen sie zu sexueller Potenz und einer gesunden Prostata.

Bei beiden Geschlechtern kann die Therapie die sichtbaren Zeichen des Alterungs-Prozesses deutlich verlangsamen.

Bioidentische Hormone werden aus einem Bestandteil der Yamswurzel, dem Diosgenin und/oder Sojapflanzen synthetisiert („Marker-Prozess“).

Aus diesen Ausgangs-Substanzen können im Labor sowohl männliche als auch weibliche Hormone hergestellt werden, die entweder in Form einer Crème auf die Haut aufgetragen oder als Kapsel geschluckt werden.

Dabei handelt es sich bei den Endprodukten nicht um Phytohormone; auch wenn sie von einer pflanzlichen Substanz abgeleitet wurden.

Bioidentische Hormone sind verschreibungspflichtige Arzneimittel, die der Arzt individuell verordnet. Phytohormone, die im Körper nur eine schwach hormonähnliche Wirkung entfalten, sind dagegen meistens Nahrungsergänzungs-Präparate.

So gleichen Sie Ihr persönliches Hormon-Defizit aus

Die Therapie mit bioidentischen Hormonen ist immer individuell auf die persönliche hormonelle Lage abgestimmt.

Daher wird auch als erstes der Hormon-Status bestimmt. Das erfolgt i. d. R. mit einem Speicheltest, den Sie mit etwa 135 € selbst bezahlen müssen.

Anhand des im Test bestimmten hormonellen Profils wird nun exakt die Dosis der verschiedenen Hormone rezeptiert, die ihr persönliches Hormon-Defizit wieder ausgleicht.

Über- oder Unterdosierungen, wie sie bei der Standard-Therapie mit künstlichen Hormonen oder mit Präparaten aus Stuten-Urin fast unvermeidbar sind, werden dadurch ausgeschlossen.

Für die nach Ihren persönlichen Bedürfnissen hergestellten Biohormon-Präparate müssen Sie mit Kosten in Höhe von 50 € pro Monat rechnen.

Der größte Vorteil der Therapie mit bioidentischen Hormonen liegt darin, dass sie im Gegensatz zur Therapie mit synthetischen Hormonen so gut wie keine Nebenwirkungen hat:

So ist beispielsweise bei Frauen, die 10 Jahre lang mit der herkömmlichen Hormonersatz-Therapie behandelt wurden, das Brustkrebs-Risiko doppelt so hoch. Frauen, die mit natürlichem Progesteron behandelt wurden, bekommen dagegen deutlich seltener Brustkrebs und Thrombosen als unbehandelte.

Ätherische Öle helfen gegen Wechseljahrs-Beschwerden

Ätherische Öle sind flüchtige Substanzen, die den Pflanzen als Lock- und Schutzstoff dienen. In der Aroma-Therapie eingesetzt, können sie die Beschwerden bei den unterschiedlichsten Erkrankungen lindern.

Dass sie auch gegen die Beschwerden der Wechseljahre helfen können, hat jetzt eine Studie der Universität Teheran, die in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht wurde, ergeben.

Bei dieser Studie erhielten die betroffenen Frauen Massagen mit einem ätherischen Lavendelöl. Daraufhin besserten sich die Beschwerden im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die kein Lavendelöl erhielt, deutlich.

Diese ätherischen Öle werden gegen Wechsejahrs-Beschwerden eingesetzt:

  • Lavendel
  • Vetiver
  • Muskatellersalbei
  • Salbei

Von der positiven Wirkung dieser Öle können Sie auch ohne Massage profitieren. Geben Sie einfach ein paar Tropfen in eine Duftlampe oder in Ihr Badewasser.

Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Sie ausschließlich natürliche Öle verwenden! Chemisch hergestellte Duftöle sind zu therapeutischen Zwecken nicht geeignet.

Soja-Präparate wirkungslos gegen Wechseljahrs-Beschwerden

Viele Frauen schlucken Soja-Präparate, um ihre durch die Wechseljahre verursachten Beschwerden zu lindern, nachdem sich gezeigt hat, dass die Hormon-Therapie das Brustkrebs- und Herzinfarkt-Risiko deutlich erhöht.

Fraglich war bisher aber, wie gut diese pflanzlichen Präparate wirken. Dieser Frage sind nun Forscher des amerikanischen National Health Institute nachgegangen, die 250 Frauen zwischen 45 und 60 Jahren entweder ein Scheinmedikament oder ein Soja-Präparat gaben.

In diesem Fall nahmen die Studien-Teilnehmerinnen 200 mg Soja-Isoflavon pro Tag – doppelt so viel wie asiatische Frauen täglich zu sich nehmen. Bei diesen sind die Wechseljahrs-Beschwerden unbekannt. So war der Verdacht entstanden, dass Soja helfen könnte.

Nach 5 Jahren, in denen die Frauen medizinisch begleitet wurden, erhielten die Wissenschaftler das ernüchternde Ergebnis:

Die Soja-Präparate wirken nicht besser als Scheinmedikamente: Weder Knochendichte-Verlust, noch trockene Scheiden-Schleimhäute, Schlafbeschwerden oder Hitzewallungen wurden besser gelindert als bei Einnahme eines Placebos.

Zwar beziehen sich die Ergebnisse nur auf die ersten 5 Jahre der Einnahme. Allerdings ist auch zu beachten, dass Soja-Präparate nicht so harmlos sind, wie sie immer dargestellt werden. Bei Frauen, in deren Familien Brustkrebs-Fälle aufgetreten sind, erhöhen auch sie das Brustkrebs-Risiko.

Diese Hausmittel helfen Ihnen bei den gefürchteten Hitzewallungen

Schweißausbrüche und Hitzewallungen sind die häufigsten Symptome in der Zeit der Wechseljahre. Nicht alle Frauen werden davon heimgesucht, doch 1/3 leidet unter starken Hitzewallungen.

Die meisten sagen, dies sei im Prinzip noch nicht einmal immer unangenehm. Allerdings erweise sich der Umgang mit den oft plötzlich einsetzenden Hitzewallungen als besonders schwierig, wenn sie sich in der Öffentlichkeit ­ – etwa im beruflichen Umfeld – einstellen.

Hitzewallungen an sich sind harmlos und müssen nicht behandelt werden, wenn Sie nicht das Bedürfnis haben. Hat sich Ihr Körper an seine neue Hormon-Mischung gewöhnt, verschwinden sie von selbst wieder. In manchen anderen Kulturen gelten sie sogar als Zeichen für eine gute Gesundheit.

13 Tricks erleichtern Ihnen die „heißen Zeiten“

  1. Zwiebel-Prinzip – Kleiden Sie sich nach diesem Prinzip: viele verschiedene Schichten ­ Hemdchen, T-Shirts, Sweatshirts, Blusen, von denen Sie je nach Hitzegefühl beliebig viele der Reihe nach loswerden können. Bevorzugen Sie Baumwolle oder synthetische Materialien aus der Sportbekleidung (sehr hilfreich: Sportunterwäsche), die die Feuchtigkeit schnell an die Oberfläche transportieren und verdunsten lassen.
  2. Schlafen Sie im Baumwoll-T-Shirt – und legen Sie sich ein weiteres oder 2 zur Reserve ans Bett.
  3. Legen Sie sich nachts zwischen 2 Laken  dann brauchen Sie nicht gleich die ganze Bettwäsche zu wechseln, wenn Sie stark schwitzen. Eine andere Variante: Legen Sie ein 2. Deckbett bereit und tauschen Sie die beiden jeweils aus, wenn Sie geschwitzt haben; dann kann eines immer trocknen.
  4. Körperliche Aktivität – Frauen, die viel in Bewegung sind, leiden selten unter Hitzewallungen. Schon wenn Sie 2x wöchentlich 1/2 Std. an der frischen Luft spazieren gehen, werden Sie eine Verbesserung verspüren.
  5. Zu vermeidende Lebensmittel – Verzichten Sie auf Zigaretten, Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee und scharf gewürzte Speisen, denn sie treiben Ihre Temperatur in die Höhe.
  6. Verwöhn-Programm – Gönnen Sie sich in Stresszeiten ein solches; ­ etwa besinnliche Badestunden, Massagen, Entspannungs-Übungen, Yoga oder Meditation.
  7. Stabiler Kreislauf – Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kreislauf abgehärtet ist: Treiben Sie regelmäßig Sport, nutzen Sie Sauna oder Dampfbad und beginnen Sie den Tag mit Wechselduschen. Morgendliche Trocken-Massagen mit Bürsten oder Handschuhen machen Ihren Körper ebenfalls weniger anfällig für Hitzewallungen.
  8. Kaltes Wasser – Bekommen Sie tagsüber Hitzewallungen, halten Sie beide Handgelenke unter fließendes kaltes Wasser. Der Wasserstrahl sollte dort auftreffen, wo normalerweise der Puls gefühlt wird. Das kann Ihnen bereits über einen Hitzeschub hinweghelfen.
  9. Wassertreten – Dies ist ein weiteres bewährtes Mittel gegen Hitzewallungen am Tag. Füllen Sie eine Badewanne knöcheltief mit kühlem Wasser. Gehen Sie nun in der Wanne spazieren bzw. treten Sie auf der Stelle. Ein Fuß ist immer im Wasser, einer in der Luft. Hören Sie auf, wenn der Kälteschmerz einsetzt.
  10. Entspannungs- und Atemübungen – Auch diese können Ihnen helfen. Bestens bewährt haben sich beispielsweise Yoga-Übungen.
  11. Regelmäßiges Massieren der Kreuzbein-Gegend – Das hilft ebenfalls: Setzen Sie sich bequem hin und lassen Sie den Oberkörper locker nach vorne ,,hängen“, mit beiden Händen entlang des Kreuzbeines und der Lendenwirbel ruhig und nicht zu stark hin- und hermassieren.
  12. Waschlappen mit kaltem Wasser – Wenn Sie Schwindelgefühle plagen: Tränken Sie einen Waschlappen mit kaltem Wasser, leicht auswringen und von der rechten Hand zur Schulter hin waschen, noch einmal zurück, dann wieder bis in die Achselhöhle hinauf. Mit dem anderen Arm verfahren Sie genauso. Zum Schluss einige Male mit dem Lappen über Brust und Nacken reiben. Den Lappen immer wieder nass machen.
  13. Wassergüsse – Diese helfen Ihnen bei „Ameisenlaufen“ in Armen oder Beinen. Schrauben Sie den Brauseteil der Dusche ab und lassen Sie das Wasser warm auf die Haut laufen, so dass es eine ,,Platte“ bildet. Nun den Wasserstrahl von der Außenseite des rechten Fußes bis zur Leisten-Gegend führen, etwas verweilen, an der Innenseite zurückkehren und mit dem anderen Bein die gleiche Prozedur. Dann an der Außenseite der rechten Hand bis hin zum Schulterblatt duschen, etwas verweilen, an der Innenseite zurückkehren und den anderen Arm vornehmen. Ist Ihr Körper richtig erwärmt, die gleiche Prozedur mit kaltem Wasser wiederholen. Wasser kurz abstreifen und für 1/4 Std. ins Bett legen.

Noch viel mehr nützliche Ratschläge zu den lästigen Hitzewallungen und Wissen bzgl. Hilfsmitteln dagegen erhalten Sie hier.

Wie Sie trotz Wechseljahren schlank und fit bleiben

Die Wechseljahre sind bei Ihnen als Frau noch einmal Zeiten von großen Veränderungen. Mit zunehmendem Alter verändert sich Ihr  Körper nicht nur äußerlich, sondern auch von innen: Ihre Muskelmasse geht zurück, dafür vergrößern sich die Fettspeicher.

Dadurch verbraucht Ihr Körper weniger Energie. Das führt natürlich leicht zu Übergewicht, wenn Sie Ihre Ernährung jetzt nicht anpassen. Ein leichter Anstieg des Körpergewichts im höheren Alter ist noch kein Grund zur Panik. Doch achten Sie darauf, dass Ihnen das Problem nicht entgleitet: Setzen Sie auf reichlich Bewegung und ernähren Sie sich sehr bewusst.

So wählen Sie die richtigen Lebensmittel aus

Ihr Körper benötigt mit zunehmendem Alter zwar weniger Energie, gleichzeitig steigt aber Ihr Bedarf an Nährstoffen, denn er kann jetzt Vitalstoffe oft nicht mehr so gut verwerten wie in jungen Jahren.

Ideal sind für Sie jetzt Lebensmittel mit geringem Energie-, aber hohem Nährstoff-Gehalt.

Das sind meist gering verarbeitete Lebensmittel wie:

  • Gemüse,
  • Salate,
  • Hülsenfrüchte,
  • Obst,
  • Kartoffeln,
  • Vollkorn-Produkte,
  • fettarme Milchprodukte
  • und mageres Fleisch.

Stark verarbeitete Lebensmittel wie Süßigkeiten, Gebäck, Kuchen oder Fertig-Gerichte liefern Ihrem Körper viele Kalorien, aber nur wenige lebenswichtige Nährstoffe:

  • Essen Sie jeden Tag 3 Portionen Gemüse oder Salat und 2 Portionen Obst. 1 Portion entspricht z. B.:
    • 1Möhre,
    • 1 Schälchen Salat,
    • 2 Handvoll zerkleinertem Brokkoli,
    • 1 Apfel
    • oder 1 Dessert-Schälchen Beerenobst.
  • Setzen Sie bei jeder Mahlzeit auf den Baustein Eiweiß, z. B.:
    • Milchprodukte,
    • Hülsenfrüchte,
    • Fleisch,
    • Geflügel,
    • Fisch.
  • Sparen Sie an tierischen Fetten (Fleischwaren, Sahne, Butter). Gönnen Sie Ihrem Körper bei der Zubereitung jeden Tag 2 – 3 EL Oliven- oder Rapsöl.
  • Wählen Sie Kohlenhydrat-Quellen mit niedriger Blutzucker-Wirksamkeit (z. B. Vollkornbrot, Natur-Reis, Vollkorn-Nudeln). Sie sind außerdem reich an Ballaststoffen, die lange sättigen.

Tipp: Frisches Gemüse und Obst liefern viel Vitamin C, das für die Bildung von Kollagen-Fasern in Haut und Knochen wichtig ist. So halten Sie Ihre Haut elastisch und stärken Ihre Knochen.

Mäßiger Alkoholgenuss verhindert Übergewicht nach den Wechseljahren

Viele Frauen nehmen durch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren zu und kämpfen ständig mit den Pfunden auf den Hüften.

Dass es auch vom Alkohol-Konsum abhängt, ob und wie viel Frauen in der Menopause zunehmen, zeigte inzwischen eine große amerikanische Studie:

Die „Women’s Health Initiative“-Studie wertete die Daten von 15.920 Frauen aus, die älter als 50 Jahre waren. Zu Beginn der Studie hatten die Frauen ein normales Gewicht. Der Beobachtungs-Zeitraum betrug 7 Jahre. Hier das Ergebnis:

  • Die Mehrzahl der Frauen trank dabei wenig Alkohol, nur 17 % nahmen pro Tag mehr als 14 g reinen Alkohol (z. B. in 1 Glas Wein) zu sich.
  • 1/3 der beobachteten Frauen gab an, gar keinen Alkohol zu trinken.
  • Das geringste Risiko für Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit hatten nach der Auswertung der Forscher die Frauen, die regelmäßig Alkohol tranken: Ihr Risiko fettleibig zu werden war um 88 % geringer als bei den abstinenten Frauen.

Dieses Ergebnis erschien zunächst ungewöhnlich, denn Alkohol liefert mit 7 kcal/g mehr Energie als Kohlenhydrate oder Eiweiß. Dieses vermeintliche Paradox lässt sich jedoch leicht erklären:

Alkohol stellt die Gefäße weit, erwärmt den Körper und steigert dadurch den Energieverbrauch. Zusätzlich wird Alkohol über einen anderen Soffwechselweg (mikrosomal) abgebaut, wodurch weniger ATP benötigt wird.

Nun soll diese Studie nicht zu einem höheren Alkohol-Konsum animieren, schließlich gilt auch hier, wie bei allem: Die Dosis macht das Gift.

Denn bei der Gewichtszunahme scheint es mit Alkohol ähnlich zu sein wie bei der Koronaren Herzkrankheit: Geringe Mengen wirken schützend, größere Mengen bewirken das Gegenteil.

Wenn die Gelenke schmerzen

In den Wechseljahren bekommen viele Frauen durch die Hormon-Umstellung Beschwerden, wie Sie ja bereits wissen. Am häufigsten zu schaffen machen ihnen dabei:

  • Hitzewallungen,
  • Schweißausbrüche,
  • Reizbarkeit,
  • depressive Verstimmung
  • und Schlafstörungen.

Woran sie meist nicht denken, ist, dass auch Schmerzen in den Gelenken durch den Abfall an Östrogenen bedingt sein können.

Die Beschwerden treten v. a. morgens auf und machen sich oft an den Fingergelenken bemerkbar: Die Finger sind steif und es dauert nach dem Aufstehen einige Zeit, bis sie wieder voll beweglich werden.

Jede Bewegung verursacht Beschwerden – kein Wunder, dass die Betroffene als erstes ihre sportlichen Aktivitäten reduziert. Aber es sind nicht nur die Gelenke, die wehtun. Bisweilen schmerzen ganze Muskel-Partien; v. a. im Rücken oder in den Armen.

Helfen Hormone oder Östrogene gegen die Beschwerden?

Natürlich muss bei allen Weichteil- und Gelenk-Erkrankungen eine internistische Abklärung erfolgen. Treten die Beschwerden allerdings erstmals im Klimakterium auf, sollten Sie auch an ein Östrogen-Defizit denken.

Östrogene fördern die Durchblutung und steigern die Synthese von Gelenkschmiere und Kollagenen (wichtige Bestandteile von Bindegewebe, Knorpel und Knochen). Fallen sie aus, vertrocknen die Gelenke.

Oft vergehen diese Beschwerden, sobald sich ein neues hormonelles Gleichgewicht eingestellt hat.

Aber es ist sinnvoll für Sie, sich in der gynäkologischen Praxis beraten zu lassen. Hormon-Begleitung oder auch pflanzliche Östrogene können helfen (z. B. in Cimifuga racemosa als Medikament oder in der Nahrung).

Osteoporose-Risiko in den Wechseljahren: So schützen Sie Ihre Knochen

Mit den Wechseljahren schwindet der Schutzeffekt Ihrer Hormone (Östrogene), die den Knochen-Abbau bis dahin verzögern und den Aufbau fördern. Besonders stark ist der Substanz-Verlust der Knochen in den 5 Jahren vor und nach Ihrer Menopause, also dem endgültigen Ausbleiben der Menstruation.

Diese Abbau-Prozesse können Sie nicht verhindern, aber einmal mehr durch viel körperliche Bewegung und eine bewusste Ernährung verlangsamen. Entscheidend ist hier eine gute Versorgung mit dem Mineralstoff Kalzium zur Vorbeugung von Osteoporose.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass Sie in Ihrem Alter täglich 1.000 mg Kalzium mit der Nahrung aufnehmen. Das setzen Sie besonders leicht mit 3 Portionen Milch und Milchprodukten pro Tag um.

So decken Sie Ihren Kalzium-Bedarf

Ihren Kalzium-Bedarf können Sie ganz leicht mit natürlichen Lebensmitteln decken:

  • Essen Sie täglich 1 -2 Scheiben Hartkäse (z. B. Allgäuer, Emmentaler, Bergkäse, Parmesan). 1 Scheibe enthält rund 300 mg Kalzium.
  • Trinken Sie täglich 1 l kalziumreiches Mineralwasser (150 mg Kalzium / l).
  • Gönnen Sie Ihren Knochen täglich kalziumreiches Gemüse wie:
    • Brokkoli,
    • Fenchel,
    • Grünkohl,
    • Porree,
    • Mangold
    • oder Spinat.
  • Ideal sind kalziumreiche Zwischenmahlzeiten wie Joghurt oder ein paar Nüsse.
  • In kleinen Portionen kann Ihr Körper das Kalzium besonders gut aufnehmen.
  • Eine kalziumreiche Spätmahlzeit (Glas fettarme Milch / Buttermilch) vor dem Schlafen vermindert den Knochen-Verlust in der Nacht.

Achten Sie auf Ihre Versorgung mit Vitamin D

Ebenso wichtig wie Kalzium ist Vitamin D  für Ihre Knochen. Es fördert die Aufnahme des Kalziums aus der Nahrung und seinen Einbau in Ihre Knochen.

Ihr Körper kann Vitamin D mit Hilfe der UVB-Strahlen des Sonnenlichts aus Vorstufen in der Haut selbst bilden. Also gehen Sie so oft wie möglich an die frische Luft und tanken Sie etwas Sonnenlicht – auch im Winter!

Ihre Fähigkeit zur Vitamin-D-Bildung lässt allerdings mit zunehmendem Alter nach. Setzen Sie daher vermehrt Lebensmittel auf Ihren Speisplan, die Vitamin D enthalten.

Dazu zählen:

  • Fettfische wie Hering, Makrele und Lachs,
  • Leber,
  • Eier
  • und Pilze.

Osteoporose-Brüche erhöhen Sterberisiko deutlich

Osteoporose wird „nur“ mit einer verringerten Knochendichte und einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche in Verbindung gebracht. Forscher der University of Sidney in Australien fanden aber nun heraus, dass diese Knochenbrüche wiederum die Todesrate deutlich erhöhen:

1/3 aller sturzbedingten Todesfälle entstehen mittlerweile durch Osteoporose. Denn durch die Brüche kommt es schnell zu schwerwiegenden Komplikationen wie Embolien, Geschwüren oder Lungenentzündungen. 1/4 aller Betroffenen stirbt dabei noch innerhalb des 1. Jahres nach dem Bruch.

Die australischen Wissenschaftler werteten die Krankheitsdaten von über 250.000 Menschen aus, die im Durchschnitt 63 Jahre alt waren. Über einen Zeitraum von 6 Jahren prüften sie, wer gestorben war und woran.

Das Ergebnis: Patienten mit Knochenbrüchen starben doppelt so häufig, egal um welche Frakturen es sich handelte. Selbst scheinbar alltägliche Brüche wie ein Armbruch erhöhten das Sterberisiko. Nur Finger- und Zehenbrüche wirkten sich nicht aus.

Die Wissenschaftler richten einen dringenden Apell an Ärzte, deutlich mehr Wert auf die Osteoporose-Behandlung zu legen, um Knochenbrüche von vornherein zu vermeiden.

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