Scheidengesundheit: Pilzerkrankungen
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Infektionen von äußerem Genitale und Vagina spielen bei Frauen eine große Rolle. Sie verursachen mit heftigstem Juckreiz oder starkem Brennen massive Beschwerden, die sogar vom Arzt nicht immer richtig gedeutet werden. Wichtigste Erkrankungen sind der Befall mit Pilzen und Viren (Herpesviren, genitale Warzenviren) und der bakterielle Befall der Scheide (bakterielle Vaginose).
Pilzererkrankungen
Entzündungen des äußeren weiblichen Genitale betreffen immer auch die Scheide. Man bezeichnet sie deshalb als Vulvo-Vaginitis (Vulva = äußeres weibliches Genitale, „Scham“; Vagina = Scheide). An erster Stelle stehen hier die Pilzerkrankungen. Sie sind in der Regel durch Candida albicans (Candidiasis) hervorgerufen. Diese Pilze finden sich bei sehr vielen Menschen als für sie harmlose Schmarotzer in Mund und Magen-Darmtrakt.
Zur Erkrankung kommt es erst dann, wenn sich die Immunlage in der Scheide ändert, sei es durch Schwangerschaft, eine schlecht kontrollierte Zuckerkrankheit, langdauernde Kortison- oder Antibiotikagaben oder eine allgemeine Schwäche der Immunabwehr. Die Attacken können bei manchen Frauen über Monate oder auch Jahre immer wieder auftreten. Nach den Wechseljahren kommt die Pilzinfektion nur noch selten vor.
Im Vordergrund steht der heftige Juckreiz
An einen Befall mit Pilzen sollten Sie denken, wenn das äußere Genitale hochrot verändert und geschwollen ist und starker Juckreiz besteht. Aus der genauso veränderten Vagina entleert sich weißlicher, manchmal krümeliger oder salbenartiger, geruchloser, manchmal käsiger Ausfluß. Häufig bestehen Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr. Gehen Sie sofort zum Gynäkologen! Mit einem Abstrich kann er die Pilze nachweisen und eine Behandlung einleiten.
Die Therapie besteht in lokaler Anwendung von Anti-Pilz-Mitteln, die als Creme auf die betroffenen Partien aufgetragen bzw. als Ovula (kleine eiförmige Präparate) in die Scheide eingeführt werden. Bei ausgedehntem Befall kommt auch die systemische Gabe mit Tabletten in Frage (systemisch = Behandlung des ganzen Körpers). Dafür genügt eine einmalige Gabe. Die Behandlung mit Tabletten darf in der Schwangerschaft aber nicht erfolgen. Der Partner sollte bei häufig wiederkehrender Candidiasis unbedingt mitbehandelt werden.