MenüMenü

Scheidengesundheit: Infektionen und deren Bekämpfungs-Möglichkeiten

Thema Scheidengesundheit: Die Scheide, dieses schmale und dehnbare Hohl-Organ beginnt am Scheidenvorhof zwischen den Schamlippen (Labien). Es zieht sich 10 – 12 cm in das Körper-Innere hinein.

Bei der Geburt ist die Scheidenöffnung mit dem „Jungfernhäutchen“ (Hymen) verschlossen. Dieses besitzt eine kleine Öffnung, durch das ab der Pubertät das Menstruationsblut abfließt. Sie reißt unter Umständen unbemerkt ein (z. B. beim Sport).

Scheidengesundheit: Die weiblichen Geschlechts-Organe

An ihrer hinteren Wölbung ist die Scheide mit dem Gebärmutter-Hals (der Zervix samt Muttermund) verwachsen. Die muskeldurchzogenen Scheidenwände kleidet eine zarte, von Nervenfasern, Blutgefäßen und Drüsen durchsetzte, tiefrosafarbene Haut aus.

Diese Haut bezeichnet man oft fälschlicherweise als Schleimhaut, weil sie von einem Feuchtigkeits-Schleier überzogen ist. Dies sind wasserhaltigen Epithel-Zellen, die der Körper unter hormonellem Einfluss (v. a. der Östrogene) absondert.

Zusammen mit dem Zervix-Schleim hält dieses Sekret die Scheidenwände feucht und gesund. Es duftet und schmeckt leicht nach Meeralgen.

Das Sekret enthält viele Zucker-Moleküle, die nützliche, in der Scheide lebende bestimmte Bakterien, die sogenannten  Laktobazillen (Döderlein-Stäbchen) zu Milchsäure verarbeiten. Sie vernichten normalerweise alle möglichen krankmachenden Erreger und halten die Scheide gesund.

Damit schafft sich die Scheide einen sauren Schutzmantel (natürlicher pH-Wert 4 – 4,5), der eindringende Krankheits-Keime, wie gesagt, zerstört. Bis zu einem gewissen Grad verfügt die Scheide also über hauseigene Verteidigungs-Maßnahmen.

Doch dieser Schutzschild kann geschwächt werden, so dass das Abwehr-System der Scheide nicht mehr genügend Kraft besitzt, um die Gesundheit aufrecht zu erhalten. So kann er z. B. beschädigt werden durch:

  • Scheiden-Verletzungen,
  • Antibiotika
  • oder Anti-Baby-Pillen-Hormone,
  • Intim-Sprays,
  • Vaginal-Crèmes,
  • Seifen,
  • Unterwäsche aus Kunstfasern,
  • enge Kleidung
  • und Stress.

Viele Frauen klagen über ständig wiederkehrende Scheiden-Entzündungen. Das kann zurückzuführen sein auf:

  • Stress,
  • Hormon-Schwankungen während des Zyklus,
  • die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika, Kortison, Pille oder Wechseljahrs-Therapeutika,
  • auf Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern,
  • zu häufige oder falsche Intim-Hygiene (zu rigides „Schrubben“ im Intim-Bereich),
  • Intimsprays,
  • Scheiden-Spülungen,
  • zu häufige Schaum-Vollbäder
  • und v. a. auch auf Rauchen.

Die Vagina (Scheide)

Nahe ihrer Öffnung ist die Scheide für sexuelle Reize besonders empfänglich. Steigt die Erregung, wird sie immer feuchter und weitet sich in Richtung Muttermund ballonförmig aus. Beim Orgasmus zuckt sie unter Umständen rhythmisch.

Um ein Vielfaches stärker dehnt sie sich während des Gebärens; danach zieht sie sich in den meisten Fällen wieder zusammen.

Regelmäßiges Training des Beckenbodens kräftigt die Scheiden-MMuskulatur. Innere Massagen fördern Durchblutung und Feuchtigkeit der Scheide, die mit dem Altern nachlassen.

Die Klitoris

Verborgen unter dem vorderen Zusammenschluß der großen und kleinen Labien (Schamlippen), die die Scheidenöffnung schützen, liegt ein sehr wichtiges Sexual-Organ der Frau: die Klitoris, auch „Kitzler“ genannt.

Ihr muskulöser, 2 – 3 cm langer Schaft mit seinem rundlich-glatten, von einer dünnen Haube geschützten Ende (Klitoris-Eichel; Perle) ist sehr empfänglich für lustvolle Berührung.

Sein dichtes Nerven-Geflecht ist mit Nervenfasern des gesamten Unterleibs, der Haut, der Brüste und anderer Körperbereiche verbunden. Diese leiten Impulse zu den Sexualzentren im Gehirn und wieder zurück.

Das Lustzentrum der Frau

Bei sexueller Erregung schwillt die Klitoris an. Die Haube rutscht zurück und gibt die Perle frei. Beim Orgasmus zuckt der Kitzler unkontrollierbar und sendet Lustsignale in den Körper. Dies geschieht einmal örtlich begrenzt (kleiner Höhepunkt) und einmal bis unter die Kopfhaut.

Sexual-Forschungen ergaben, dass rund 75% aller Frauen für den Orgasmus eine ausreichende Reizung der Klitoris benötigen.

Das Ende des Klitoris-Körpers ist am Schambein verankert. Von dort führen 2 etwa 10 cm lange, schmale Fortsätze im Körper-Inneren bis in den After-Bereich.

Dieser stellt für viele Frauen ebenfalls eine „erogene Zone“ dar. Verletzt man sie bei einer Operation oder Entbindung, beeinträchtigt dies die sexuelle Empfindungs-Fähigkeit der Frau.

2 zwiebelförmige Gewebe-Strukturen am Klitoris-Körper verbinden die inneren Fortsätze und umschließen die Harnröhre der Frau von 3 Seiten.

Diese Schwellkörper sind im Mutterleib aus den gleichen Grundstrukturen entstanden wie die Schwellkörper am Penis des männlichen Embryos. Sie verdicken sich bei sexueller Erregung, versteifen dabei die innere Wand der Scheide und drücken die Harnröhre zu.

So gelangen beim Sexualverkehr weder Urintropfen aus der Blase heraus noch Krankheits-Erreger in das Harnsystem hinein. Vor ernsteren, sexuell übertragbaren Infektionen schützt dieser Druckwall nicht.

Die weibliche Beschneidung

Mädchen zu Pubertäts-Beginn die Klitoris herauszutrennen (Klitoris-Beschneidung) gilt bei vielen arabo-afrikanischen Völkern als brutaler Brauch:

Man beraubt die Heranwachsenden dabei nicht nur ihres Lustorgans; viele infizieren sich schwer oder sterben an den Folgen der Operation. Die meisten leiden lebenslang unter Schmerzen.

In Europa und den USA galt die Entfernung der Klitoris bis in die 60er-Jahre als probates Mittel, um Psychiatrie-Patientinnen von nervöser Selbstbefriedigung zu „heilen“.

Scheiden-Trockenheit

Manche Frauen erleben es bereits mit Mitte 40, wenn sie für sich nicht an die Wechseljahre denken:

  • Das Milieu in der Scheide wird trockener,
  • die Scheidenhaut dünner und empfindlicher.
  • Der Geschlechtsverkehr bereitet Schmerzen.

Sie denken möglicherweise an eine Scheiden-Infektion.

Scheiden-Trockenheit geht oft mit Wechseljahren einher

Frauen in oder nach den Wechseljahren erleben als unangenehmene Nebenerscheinung dieser Lebens-Phase eben jenes charakteristische  Austrocknen ihrer Scheide, die Scheiden-Trockenheit.

Diese ist oft auch eine Eintritts-Pforte für krankmachende Keime. Mit den Wechseljahren nimmt die Ausschüttung der Milchsäure in der Scheidenhaut ab. Dadurch wird das sensible Gleichgewicht gestört. Die Scheiden-Flora verändert sich.

Behandlung von Scheiden-Trockenheit

Ihr Arzt hat eine Reihe von Behandlungs-Möglichkeiten.

Die Hormon-Therapie

Eine davon ist eine Hormon-Therapie mit dem weiblichen Geschlechts-Hormon Östrogen. Dieses trägt dazu bei, der Trockenheit und dem Dünnerwerden des Scheiden-Gewebes –  beides typisch für die Wechseljahre – vorzubeugen.

Liegt Ihre letzte Monats-Blutung eine Weile zurück und stellte man gynäkologisch fest, dass Sie sich in der Menopause befinden, verordnet Ihnen Ihr Arzt vermutlich Östrogene (und Gestagene) in Form von Tabletten, Pflaster auf der Haut oder Gel.

Zusätzliche Vorteile einer Hormon-Therapie sind z. B. einen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose.

Lokal angeordnete Hormone: Östrogen

Nehmen Sie Hormone ein und genügen diese offensichtlich nicht, fragen Sie nach einem zusätzlichen, örtlich wirkenden Östrogen-Präparat:

Östrogenhaltige Crèmes, Gels oder Zäpfchen (Ovula) sorgen für eine bessere Durchblutung der Scheide, durchfeuchten und stabilisieren die Scheidenhaut.

Auf diese Weise ist sie widerstandsfähiger gegen mechanische Belastung und Krankheits-Keime. Diesen günstigen Einfluss bewirken sie übrigens des Weiteren auf Blase und Harnröhre.

Ein mit Östrogen gefüllter Ring (Estring) zum Einführen in die Scheide ist in Deutschland nicht zugelassen.

Ebenfalls überwiegend lokal: Estradiol

Bei den meisten Frauen kommt in den Wechseljahren das Östrogen Estradiol zum Einsatz, welches allgemeine Beschwerden am besten lindert.

Es wirkt sowohl überwiegend lokal (örtlich) als auch schwächer und der Körper nimmt es kaum durch die Scheidenhaut auf. Daher eignet es sich für Frauen, die sehr östrogenempfindlich sind und die üblichen Östrogene nicht vertragen.

(Crèmes und Zäpfchen schmieren unter Umständen stark und führen zu vermehrtem Ausfluss. Viele Frauen empfinden das als unangenehm.)

Auch als Crème in der Scheide angewandt, gelangt Estradiol in den Kreislauf. Es entfaltet bei höherer Dosierung die Wirkungen und Nebenwirkungen wie östrogenhaltige Tabletten oder Pflaster

Es gibt hier einen Trick:

Lassen Sie sich Tabletten mit ausschließlich Estriol verschreiben. Dieses Hormon funktioniert unabhängig vom Zyklus und benötigt keine regelmäßige Einnahme.

Darüber hinaus brauchen Sie keine zusätzlichen Gestagene. Anstatt sie zu schlucken, führen Sie 1 oder 1/2 Tablette in die Scheide ein. Anfangs brauchen Sie diese täglich, später seltener. Es schmiert nichts, aber das Scheiden-Milieu wird wieder feuchter und die Scheidenhaut fester.

Jedoch bieten diese lokal angewendeten Präparate nicht die anderen Vorteile einer Hormon-Therapie (s. o.).

Alternativen zu Hormonen

Darüber hinaus feuchten frei verkäufliche Gleitmittel oder Feuchtigkeitsgels ohne Hormone aus der Apotheke die Scheide an. Sie verhüten jedoch kein Ausdünnen der Scheidenhaut.

Bei regelmäßiger Anwendung lindern sie neben den unangenehmen Begleiterscheinungen beim Geschlechtsverkehr allgemein Reizerscheinungen der Scheide.

Gleitmittel auf Wasserbasis wendet man direkt vor dem Geschlechtsverkehr an. Ein Feuchtigkeitsgel hält im Allgemeinen die Scheide länger feucht.

Alle Sorten von Pflanzenöl eignen sich darüber hinaus als vorzügliche Gleitmittel.

Neue Zäpfchen für eine angegriffene Scheide

Um Ihre Scheide widerstandsfähig zu halten und Infektionen vorzubeugen, können Sie sich in der Apotheke Vaginal-Zäpfchen mit Milchsäure-Bakterien (z. B. Vagiflor®) kaufen.

Neu auf dem Markt sind jedoch auch Scheiden-Zäpfchen mit Hyaluron- und Milchsäure (Premeno® duo). Sie sind direkt für Frauen in den Wechseljahren gedacht, die unter einer trockenen Scheide leiden.

Die in den Zäpfchen eingelassene Hyaluronsäure durchfeuchtet die Scheidenwände und bildet eine Barriere für Krankheits-Erreger. Sie beschleunigt die Wundheilung und Hautregeneration. Die Milchsäure sorgt für den Wiederaufbau der nützlichen Besiedlung der Scheidenhaut.

Selbst gemachte Rosenzäpfchen helfen Ihnen bei Scheiden-Trockenheit

Zur Herstellung von Rosen-Vaginalzäpfchen brauchen Sie Folgendes:

  • einen Zehnerpack Zäpfchen-Gießformen à 2 g aus der Apotheke,
  • 1,5 g Frauenmantel-Tinktur,
  • 0,5 g Zäpfchen-Grundmasse (Hartfett)
  • und 3 Tropfen reines ätherisches Rosenöl.

So geht es:

  1. Lassen Sie die Grundmasse im Wasserbad schmelzen und geben Sie die getrennt davon erwärmte Frauenmantel-Tinktur tröpfchenweise unter Rühren dazu.
  2. Anschließend wird das Rosenblütenöl hineingegeben. Rühren Sie die Masse gut um.
  3. Befüllen Sie die Gießformen mit Hilfe einer Spritze.
  4. Nach dem Aushärten bewahren Sie die Zäpfchen kühl, luft- und duftdicht auf. (Das geht am besten in einer Rührschüssel mit Deckel im Kühlschrank.)

Da die Rosen-Zäpfchen sich in der Körperwärme rasch auflösen, sind sie bei Scheiden-Trockenheit schnell hilfreich. Zudem wirken sie entzündungshemmend.

Sie können sich die Zäpfchen auch in der Apotheke anmischen lassen. Fragen Sie ruhig auch dort nach hauseigenen Rezepturen. Denn viele Apotheken bieten ihren Kundinnen selbst angerührte Zäpfchen, Salben und Gels für Scheiden-Trockenheit an – fast immer aus natürlichen Bestandteilen.

Pilz-Erkrankungen: Wenn Schamlippen und Scheide jucken und brennen

Infektionen von äußerem Genitale und Vagina spielen bei Frauen eine große Rolle. Sie verursachen mit heftigstem Juckreiz oder starkem Brennen massive Beschwerden. Sogar der Arzt deutet sie nicht immer richtig.

Als wichtigste Erkrankungen gelten der Befall mit  Pilzen und Viren (Herpes-Viren, genitale Warzen-Viren) und der bakterielle Befall der Scheide (bakterielle Vaginose).

Entstehung von Pilzen

Entzündungen des äußeren weiblichen Genitale betreffen immer auch die Scheide. Man bezeichnet sie aus dem Grund als Vulvo-Vaginitis (Vulva = äußeres weibliches Genitale, „Scham“; Vagina = Scheide).

An erster Stelle stehen hier die Pilz-Erkrankungen. Sie entstehen i. d. R. durch Candida albicans (Candidiasis). Diese Pilze finden sich bei vielen Menschen als zunächst harmlose Schmarotzer im Mund und Magen-Darm-Trakt.

Zur Erkrankung kommt es erst, wenn sich die Immunlage in der Scheide ändert; sei es durch:

  • Schwangerschaft,
  • eine schlecht kontrollierte Zuckerkrankheit,
  • langdauernde Kortison- oder Antibiotika-Gaben
  • oder eine allgemeine Schwäche der Immun-Abwehr.

Die Attacken treten bei manchen Frauen über Monate oder Jahre immer wieder auf. Nach den Wechseljahren kommt die Pilz-Infektion nur selten vor.

Symptomatik: Im Vordergrund steht der heftige Juckreiz

Dies sind die elementaren Anzeichen einer Pilz-Erkrankung:

  • An einen Befall mit Pilzen sollten Sie denken, wenn das äußere Genitale hochrot verändert und geschwollen ist und starker Juckreiz besteht.
  • Aus der genauso veränderten Vagina entleert sich weißlicher, manchmal krümeliger oder salbenartiger, geruchloser, manchmal käsiger Ausfluss.
  • In vielen Fällen bestehen Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr.

Gehen Sie sofort zum Gynäkologen! Mit einem Abstrich weist er die Pilze nach und leitet eine Behandlung ein.

Behandlung von Pilz-Infektionen

Die Therapie besteht in lokaler Anwendung von Anti-Pilz-Mitteln, die man als Crème auf die betroffenen Partien aufträgt bzw. als Ovula (kleine eiförmige Präparate) in die Scheide einführt.

Bei ausgedehntem Befall kommt die systemische Gabe mit Tabletten in Frage (systemisch = Behandlung des ganzen Körpers). Dafür genügt eine einmalige Gabe.

Achtung:

  1. Die Behandlung mit Tabletten darf in der Schwangerschaft aber nicht erfolgen.
  2. Den Partner sollte man bei häufig wiederkehrender Candidiasis unbedingt mitbehandeln.

Pilz-Infektionen nach Antibiotika-Einnahme

Sie machen gerade eine Antibiotika-Therapie und schon folgt das nächste Ärgernis: Sie zogen sich eine vaginale Pilz-Infektion zu. Was Sie nicht wussten: Zwischen beidem besteht ein Zusammenhang.

Unter normalen Umständen befindet sich im Scheiden-Milieu immer eine geringe Anzahl von Pilz-Organismen. Sie gehören zur natürlich vorkommenden Scheiden-Flora, einer Lebensgemeinschaft verschiedener Organismen.

Wenn sich am Scheiden-Milieu oder an der Zusammensetzung dieser Flora etwas ändert; sich also z. B. der Anteil einer Bakterienart verringert, begünstigt die Verschiebung des Gleichgewichts innerhalb der Organismen-Gemeinschaft ein stärkeres Pilz-Wachstum. Ihr Gynäkologe spricht dann von einer Pilz-Infektion.

Sie sollten unter diesen Umständen das verordnete Antibiotikum weiter einnehmen. Obwohl eine Pilz-Infektion der Scheide unangenehm ausfallen kann, ist sie i. d. R. einfach zu behandeln.

Wenn man bei Ihnen früher einmal eine Pilz-Infektion diagnostizierte und Sie die Symptome kennen, behandeln Sie sich mit freiverkäuflichen Anti-Pilz-Mitteln selbst. Diese wirken in aller Regel gut.

So finden Sie selbst heraus, ob Sie unter einer Pilz-Infektion leiden

Mit einem Schnelltest aus der Apotheke können Frauen herausfinden, ob sie an einer vaginalen Infektion mit Hefepilzen leiden. Der Vaginal-Pilz-Schnelltest CandiCheck® wird ähnlich wie ein Schwangerschafts-Test durchgeführt. Das Untersuchungs-Ergebnis liegt nach 20 Min. vor. Mit einer Trefferquote von 86% werden im Scheiden-Sekret Hefepilze nachgewiesen.

Hat der Test eine Infektion ergeben, können Sie sich in der Apotheke rezeptfrei ein vaginales Pilz-Medikament kaufen (Canesten®Gyn) – entweder als Vaginal-Tablette, Crème oder Kombi-Therapie.

Diese Mittel enthalten außer dem Anti-Pilz-Wirkstoff Clotrimazol ebenfalls einen Milchsäure-Zusatz. Dieser verstärkt die Wirkung des Anti-Pilz-Mittels und beschleunigt die Heilung der Vaginalhaut. Die Symptome können meist rasch gelindert werden.

Verschwinden die Beschwerden nach einigen Tagen trotz Behandlung aus der Apotheke nicht, sollten Sie aber dennoch auf jeden Fall Ihren Frauenarzt aufsuchen, damit er feststellen kann, welcher Keim nun wirklich hinter der Infektion steckt.

Wann Sie einen Arzt brauchen

In folgenden Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

  • wenn Sie bereits mehrere Scheiden-Infektionen hinter sich haben, die nicht alle durch einen Pilz entstanden
  • wenn Sie eine freiverkäufliche Therapie zur Pilz-Bekämpfung beendeten und die Symptome anhalten
  • wenn Sie Fieber haben
  • wenn Ihre Scheide unangenehm riecht
  • wenn die Symptome nach dem Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner auftreten

Sofern Sie wiederholt an vaginalen Pilz-Infektionen leiden, die nicht auf eine Behandlung ansprechen, testet Ihr Arzt Sie möglicherweise auf Diabetes oder eine Infektion mit dem AIDS-Virus (HIV).

Wenn bei Ihnen wiederholt nach der Einnahme von Antibiotika Pilz-Infektionen auftreten, sprechen Sie diesen Zusammenhang bei ihrem nächsten Arztbesuch an.

Bakterielle Vaginosen

Normalerweise besiedeln vorwiegend Milchsäure-Bakterien die Scheide. Sie gehören zur normalen Scheiden-Flora und sorgen für ein saures Scheiden-Milieu, das anderen Bakterien und Pilzen wenig Möglichkeit läßt, sich zu vermehren.

Wenn die Scheiden-Flora durcheinander gerät

Ändert sich dieses Milieu jedoch – z. B. nach einem chirurgischen Eingriff am Genitale, nach einer Schwangerschaft oder bei gestörtem Monats-Zyklus – kippt die Balance der Scheiden-Flora:

Die Milchsäure-Bakterien werden von anderen Erregern überwuchert (bakterielle Vaginose). Diese Bakterien produzieren Stoffe (Amine), die die Schleimhaut reizen.

Vordringliches Symptom ist daher der auffallend dünnflüssige, weißlich bis grauweißliche, gelegentlich schaumig-blasige Ausfluss, der in den Bereich der Vulva ausläuft und ein lästiges Gefühl der Nässe verursacht. Er sieht so aus, als ob eine Tasse Milch in die Scheide geschüttet worden wäre.

Überaus störend ist der fischartige Geruch, der sich nach dem Geschlechtsverkehr durch das alkalische Sekret des Partners noch verstärkt.

In der Hälfte der Fälle bleibt die Erkrankung ohne Symptome. Jucken, Brennen oder Schmerzen sind selten und meist die Folge von nutzlosen Hygiene-Sprays oder Scheiden-Duschen.

In der Schwangerschaft kann eine solche bakterielle Vaginose einen vorzeitigen Sprung der Fruchtblase und eine Frühgeburt zur Folge haben.

Therapie

Manchmal genügt zur Behandlung schon die Gabe von Laktobazillen- oder Milchsäure-Präparaten und von Vitamin C in der Scheide. Wenn das nicht ausreicht, kommt eine örtliche Anwendung von Antibiotika in Frage.

Weitere Mittel gegen alle Arten von Scheiden-Entzündungen

An dieser Stelle finden Sie nun noch einige zusätzliche Ansatzpunkte gegen Scheiden-Entzündungen:

Milchsäure-Bakterien lindern Scheiden-Entzündungen

Übertriebene Intim-Hygiene, eine Antibiotika-Behandlung oder ein Östrogen-Mangel in den Wechseljahren können das Scheiden-Milieu so verändern, dass es zu einer Scheiden-Entzündung kommt.

Ausgelöst wird diese durch Hefepilze, die normalerweise unauffällig und ohne Beschwerden zu verursachen in der Scheide leben. Durch das veränderte Milieu kommt es jedoch zu einem überschießenden Pilzwachstum, das zu juckendem Scheiden-Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen und Schwellungen der Scheiden-Schleimhaut führt (s. o.).

Hier können Sie sich in den meisten Fällen zuverlässig mit Milchsäure-Bakterien helfen, da diese Keime das  Scheiden-Milieu ansäuern, dadurch wieder normalisieren und so das Pilz-Wachstum zurückdrängen.

In der Apotheke erhalten Sie Zäpfchen oder Tabletten mit Milchsäure-Bakterien, die Sie in die Scheide einführen, um die gesunden Keime zur Ansiedlung zu bringen.

Alternativ können Sie auch Biojoghurt anwenden. Ziehen Sie entweder 20 ml Joghurt in einer Spritze auf und führen Sie ihn in die Scheide ein oder tränken Sie einen Tampon mit dem Naturjoghurt.

Wenn sich Ihre Beschwerden durch diese Behandlung innerhalb 1 Woche nicht bessern, sollten Sie allerdings unbedingt einen Frauenarzt aufsuchen.

Selbstgemischtes Vaginalöl

Bei einer Scheiden-Infektionen kann Ihnen auch noch ein weiteres Rezept helfen:

Häufig wiederkehrenden vaginalen Pilz-Infektionen ist ggf. mit einer Ölmischung beizukommen. Diese kann die Infektion nicht nur vertreiben, sonder auch noch weiteren vorbeugen.

Das Rezept für Vaginalöl:

Gut miteinander zu vermischen sind:

  • 50 ml Mandelöl,
  • 50 ml Sanddornöl als Basisöl,
  • dazu 10 Tropfen Teebaumöl,
  • 10 Tropfen Lavendelöl,
  • 5 Tropfen Majoranöl,
  • 5 Tropfen Oreganumöl,
  • 5 Tropfen (Berg)-Bohnenkrautöl,
  • 5 Tropfen Geraniumöl,
  • und 1 Tropfen echtes Rosenöl.

Wenn die Scheide im Klimakterium zu trocken ist, geben Sie noch 3 Tropfen Vetiveröl hinzu.

Tampon in das Ölgemisch eintauchen und wie bekannt benützen.

10 Tipps für Ihre Scheidengesundheit

  1. Wenn Sie Sex mit wechselnden Partnern haben, sollten Sie unbedingt und stets auf der Verwendung eines Kondoms bestehen.
  2. In Schwimmbad, Sauna, FitnessCenter immer auf das eigene Handtuch setzen.
  3. Nassen Badeanzug sofort wechseln.
  4. Den Intim-Bereich ohne Seife waschen, Waschlappen immer nur einmal verwenden. Sorgfältig abtrocknen.
  5. Den Anal-Bereich immer von vorne nach hinten säubern, damit keine Keime aus dem Darm in die Scheide wandern können.
  6. Fremde Toilettenbrillen stets mit Toilettenpapier abdecken, auf keinen Fall direkt draufsetzen.
  7. Wenn überhaupt: Slipeinlagen ohne Plastikfolie verwenden.
  8. Auf scharfe Speisen, Alkohol, Zucker und Weißmehl-Produkte weitgehend verzichten – sie können das Scheiden-Milieu negativ verändern.
  9. Knoblauch, Kresse und Meerrettich im Essen wirken keimhemmend.
  10. Zur Stabilisierung des Scheiden-Milieus oder zur Vorbeugung, wenn Sie für solche Infektionen anfällig sind: sogenannte Döderlein-Zäpfchen (frei verkäuflich in der Apotheke) oder Joghurt-Tamponaden (Bio-Joghurt auf einen Tampon streichen und diesen in die Scheide einführen) verwenden. Beide Maßnahmen sorgen dafür, dass die Abwehrkräfte der Scheidenhaut gegen Krankheits-Erreger gestärkt werden.

Hilfreiche Tipps zur Selbsthilfe

Hier noch einige Tipps, was im Fall einer trockenen Scheide oder von Scheiden-Entzündungen außerdem alles helfen kann:

  • Bei einer Scheidenpilz-Infektion hilft es, 1 (oder 1/2 – je nach Größe) Knoblauchzehe zu schälen und wie ein Vaginal-Zäpfchen beispielsweise über Nacht in die Scheide einzuführen.
  • Etwas Joghurt mit etwa 4 Tropfen Teebaumöl vermischen, einen Tampon damit tränken und für einige Std. in der Scheide belassen. Auch dies Hilft hervorragend – auch als Kur über 3 – 4 Tage; dann 3 Tage Pause und diesen Zyklus einige Male wiederholen.
  • Es ist nicht unbedingt ein Zäpfchen nötig. Wenn Sie einen Tampon in Quark oder Joghurt tränken und dann einführen, hilft das auch bereits.

Für diese Tipps und Rezepte können wir selbstverständlich keine Garantie übernehmen.

Scheidengesundheit Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Die Bartholin-Drüsen

Hier lernen Sie, wofür die nach dem Kopenhagener Anatom Caspar Bartholin benannten Bartholin-Drüsen im Körper der Frau zuständig sind.

Scheidengesundheit FID Gesundheits-Experten Das hilft Ihnen bei einer trockenen Scheide

Eine trockene Scheide kann nich nur in den Wechseljahren vorkommen. Erfahren Sie hier was bei Scheidentrockenheit hilft und das Liebesleben erleichtert.

Gratis PDF

Die besten
7 Rezepte
mit Ingwer