Myome: Defintion
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Halten Sie die Wucherungen bis zum Wechsel in Schach
Die gutartigen Knoten in der Gebärmutterwand plagen etwa jede 2. Frau. Während Myome früher zum Anlass genommen wurden, der betroffenen Frau ohne medizinischen Grund die Gebärmutter zu entfernen, wird Ihnen heute auf sanfte Weise geholfen.
Wodurch das Wachstum von Myomen ausgelöst wird, ist noch ungeklärt. Sicher ist, dass sie – wenn sie größer werden – meist Beschwerden bereiten wie heftige Schmerzen im Unterleib oder sehr starke Regelblutungen. Am häufigsten sind 30- bis 45-jährige Frauen von diesen gutartigen Geschwulsten betroffen.
Myome entstehen aus den glatten Muskelfasern der Gebärmutter. Sie wachsen durch den Einfluss der Hormone und entwickeln sich unter Umständen zu harten Bindegewebsknoten. Diese liegen abgekapselt in der Gebärmuttermuskulatur. Bleiben sie klein, machen sie sich nicht weiter bemerkbar. Doch sie können auch die Größe einer Mandarine oder eines Tennisballs erreichen. Häufig treten sie zu mehreren auf und führen dann fast zwangsläufig zu starken Beeinträchtigungen. Ob die Myome wachsen oder ruhen, hängt in erster Linie von der hormonellen Ausschüttung ab: Fließt viel Östrogen, neigen sie zum Wachsen. Sinkt der Östrogenspiegel, schrumpfen sie und bilden sich sogar wieder ganz zurück. Nach den Wechseljahren verschwinden sie ebenso sang- und klanglos, wie sie aufgetaucht sind.
Die Beschwerden, die sie verursachen, hängen von der Richtung ab, in die sie wachsen
- Manche drücken beispielsweise auf den Darm oder das Harnsystem und verursachen hier an Ort und Stelle Schmerzen oder Funktionsstörungen wie Probleme beim Wasserlassen, häufigen Harndrang oder Probleme mit dem Stuhlgang.
- Wachsen die Myome in die Bauchhöhle hinein, können sie auf die Eierstöcke drücken und für ziehende Bauchkrämpfe sorgen.
- Ragen die Geschwulste in die Gebärmutter hinein, stören sie oft den Zyklus. Die Gebärmutter zieht sich krampfartig zusammen und versucht so, die Myome loszuwerden – allerdings erfolglos.
- Myome regen die Gebärmutter an, mehr Schleimhaut zu bilden – diese kann mit stärkeren Monatsblutungen reagieren.
- Zu einem besonderen Problem können sie für Frauen mit Kinderwunsch werden, denn nicht selten haben größere Myome das Risiko für Unfruchtbarkeit oder eine Fehlgeburt im Schlepptau. Eine bereits befruchtete Eizelle kann sich unter Umständen nur schwer in der Gebärmutterschleimhaut einnisten oder wieder abgestoßen werden.
Paradoxerweise galt bis vor einiger Zeit die komplette Entfernung der Gebärmutter als das Mittel der Wahl (doch ohne Gebärmutter gibt es auch keine Schwangerschaft mehr ...).
Glück hatte, wer einen Operateur fand, der den Myomknoten mit einem Endoskop herausschälte. Diese Operationsmethode wird allerdings nur von wenigen Ärzten wirklich beherrscht.
Oft ist eine operative Entfernung von Myomen aber auch nicht möglich, weil sie zu zahlreich und miteinander verwachsen sind oder weil sie tief in die Muskelschicht der Gebärmutter eingewachsen sind.
Die Hormonbehandlung versetzt Ihren gesamten Organismus in Aufruhr
Dann machte eine drastische Hormonbehandlung Furore, die den Hormonhaushalt der Frau gänzlich auf den Kopf stellt: künstlich hergestellte Gonadotropin freisetzende Hormone – kurz GnRH-Analoga (vom englischen Gonadotropin-Releasing-Hormones) – sollen die Hormonzufuhr blockieren. Sie werden normalerweise im Zwischenhirn gebildet und regen die Eierstöcke zur Arbeit an. Werden diese Hormone dem Körper künstlich zugeführt, geht er zu Unrecht davon aus, dass genug GnRH im Blut kreisen und unterlässt es, selbst noch welche zu den Eierstöcken zu schicken: Die Eierstöcke stellen ihre Tätigkeit ein. Die Myome schrumpfen zwar, doch die betreffende Frau gerät von einer Sekunde auf die andere in die Wechseljahre – mit ganz besonders unangenehmen Begleiterscheinungen. Diese eingreifende Behandlung ist nur gerechtfertigt, wenn die Frau schwanger werden möchte – vor allem bei einem so genannten „Uterus myomato-sus“ (Gebärmutter mit vielen Myomen), bei dem etliche derartige Verwachsungen vorliegen und buchstäblich ein Knubbel über dem anderen wächst. Nach Ab-schluss der Behandlung kehrt die Fruchtbarkeit zurück – damit allerdings nach einer Weile auch der Wachstumsanreiz für die Myome.