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Myome: Geschwulste an der Gebärmutter und Maßnahmen dagegen

Myome sind gutartige Knoten in der Gebärmutterwand. Die kugelig wachsenden, festen Muskel-Geschwülste sind die häufigsten Neubildungen in der Gebärmutter.

Myome entstehen aus den glatten Muskelfasern der Gebärmutter. Sie wachsen durch den Einfluss der Hormone und entwickeln sich unter Umständen zu harten Bindegewebs-Knoten.

Diese liegen abgekapselt in der Gebärmutter-Muskulatur. Die Geschwülste können ferner ins Innere der Gebärmutter, gestielt an der Außenwand oder ganz im Bereich der Uterus-Muskulatur wachsen.

In vielen Fällen treten Myome zu mehreren auf; 2/3 von ihnen treten an mehreren Stellen der Gebärmutter gleichzeitig auf. So führen sie schließlich fast zwangsläufig zu  starken Beeinträchtigungen.

Sie variieren sehr stark in ihrer Größe: Bleiben sie klein, machen sie sich nicht weiter bemerkbar. Doch sie erreichen eventuell die Größe einer Mandarine oder eines Tennisballs – oft sind sie damit etwa faustgroß, wenn sie operiert werden.

Während man sie früher zum Anlass nahm, der betroffenen Frau ohne medizinischen Grund gleich die ganze Gebärmutter zu entfernen, erfolgt die Behandlung heute auf sanfte Weise.

Ursachen bis heute nicht restlos geklärt

Der genaue Auslöser für das Wachstum von Myomen bleibt ungeklärt. Wahrscheinlich entwickeln sie sich aber durch einen Überschuss an Östrogen.

Als primäre Ursache für das Wachstum eines Myoms wird also eine vermehrte Stimulation durch Östrogene angenommen. Dafür spricht die Tatsache, daß sich durch Östrogen-Blockade die Myome verkleinern lassen (s. u.).

Aber auch andere Einflüsse werden diskutiert: So ist eine familiäre Häufung zu beobachten; Übergewicht und Bluthochdruck sollen ebenfalls eine gewisse Rolle spielen.

Sicher ist hingegen, dass sie beim Wachsen in den meisten Fällen Beschwerden bereiten wie heftige Schmerzen im Unterleib oder sehr starke Regel-Blutungen.

Myome bis zur Menopause in Schach halten

20 – 30% aller Frauen jenseits des 30. Lebensjahres tragen diese gutartigen Tumoren in sich. Vor dem 18. Lebensjahr sind sie extrem selten zu finden, und nach den  Wechseljahren geht ihre  Zahl deutlich  zurück.

Am häufigsten betreffen diese gutartigen Geschwulste 30- bis 50-jährige Frauen. Sie plagen insgesamt etwa  jede 2. Frau und können z. T. sehr schmerzhaft werden.

Die Myome verschwinden allerdings meist von selbst, wenn sich die Wechseljahre – und damit das Nachlassen der Östrogen-Bildung – einstellen.

Ob die Myome wachsen oder ruhen, hängt folglich in erster Linie von der hormonellen Ausschüttung ab:

  • Fließt viel Östrogen, neigen sie zum Wachsen.
  • Sinkt der Östrogen-Spiegel, schrumpfen sie und bilden sich sogar zurück.
  • Nach den Wechseljahren verschwinden sie ebenso sang- und klanglos, wie sie aufgetaucht sind.

Myome: Typische Symptome

Knapp 1/3 aller Myome verursacht überhaupt keine Probleme. Meist geben aber zu häufige und  zu starke Blutungen erste Hinweise auf das  Tumor-Wachstum.

Hier eine kurze Zusammenfassung der elementaren Beschwerden, welche die restlichen Myome verursachen können:

  • Die Geschwülste können sich durch Druck auf die Nachbar-Organe bemerkbar machen. Manche Myome drücken beispielsweise auf den Darm oder das Harn-System und verursachen hier Schmerzen oder Funktions-Störungen:
    • Wird z. B. die Blase komprimiert, äußert sich das in Problemen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang – oder manchmal sogar in Harnsperre.
    • An der Hinterwand des Uterus (gegen die Wirbelsäule) gelegene Myome drücken auf den Darm. Sie können für Schwierigkeiten beim Stuhlgang verantwortlich sein und im schweren Fall einen Darmverschluss auslösen.
  • Wachsen die Myome in die Bauchhöhle hinein, können sie auf die Eierstöcke drücken und für ziehende Bauchkrämpfe sorgen.
  • Gestielte Tumoren drehen sich darüber hinaus manchmal um sich selbst und verursachen dann heftige Schmerzen.
  • Ragen die Geschwulste in die Gebärmutter hinein, stören sie oft den Zyklus. Die Gebärmutter zieht sich krampfartig zusammen und versucht erfolglos, die Myome loszuwerden.
  • Myome regen die Gebärmutter zu vermehrter Bildung von Schleimhaut an. Diese reagiert unter Umständen mit stärkeren Monats-Blutungen.
  • Zu einem besonderen Problem entwickeln sie sich für jüngere Frauen mit Kinderwunsch, denn nicht selten haben größere Myome das Risiko für Unfruchtbarkeit oder eine Fehlgeburt im Schlepptau, wenn sie den Weg der befruchteten Eizelle blockieren, ihre Einnistung in der Gebärmutter-Schleimhaut verhindern oder es abstoßen.

Die Diagnostik eines Myoms

Diese diagnostischen Methoden werden zur Bestimmung von Myomen im Allgemeinen angewandt:

  • Festgestellt wird die Geschwulst in erster Linie durch die gynäkologische Tast-Untersuchung.
  • Der Ultraschall bestätigt oder widerlegt den Verdacht.
  • In Zweifelsfällen – etwa wenn sich im Myom Zysten gebildet haben, die nicht von krankhaften Befunden am Eierstock abgegrenzt werden können – wird der Arzt die Computer-Tomographie oder die Kernspin-Tomographie einsetzen.
  • Wenn auch diese Verfahren die exakte Unterscheidung nicht zulassen, ist eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) angezeigt, die den direkten Blick auf diese Organe ermöglicht.

Was tun bei Myomen? – Die Behandlungs-Möglichkeiten

Zunächst einmal ein kurzer Überblick über verschiedene schulmedizinische sowie naturheilkundliche Behandlungs-Ansätze:

  • Hier helfen Heilkräuter meist erstaunlich gut – etwa Kräutertee mit Frauenmantel und Schafgarbe.
  • Auch Methoden wie Akupunktur und Homöopathie bringen oft gute Ergebnisse.
  • Visualisierungen können die Myome ebenfalls zum Schrumpfen bringen.
  • Schulmedizinisch werden hormonelle Gegenspieler des Östrogens eingesetzt, die das Wachstum der Myome eindämmen sollen.
  • Natürlich stehen auch die immer wieder und zu oft geratenen operativen Eingriffe zur Debatte.
  • Bei ausgeprägten Myomen kommt in der heutigen Zeit die Embolisation zum Einsatz: In einem kleinen stationären Eingriff schieben die Ärzte einen Katheter bis zu dem Blutgefäss, welches das Myom mit Blut versorgt. Dann spritzen sie kleine Kunststoff-Kügelchen dort hinein. So wird die Blutzufuhr gestoppt und das Myom ausgehungert (s. u.).

Myome: OP nur im Ausnahmefall sinnvoll

Bei Myomen oder Blutungs-Beschwerden wurde Frauen lange sehr rasch eine Operation empfohlen.

So galt hier bis vor einiger Zeit paradoxerweise die komplette Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) als das Mittel der Wahl: Im Jahr 2008 wurde etwa 130.000 Frauen die Gebärmutter entfernt.

Glück hatte, wer einen Operateur fand, der den Myom-Knoten mit einem Endoskop herausschälte. Diese Operations-Methode, die Endoskopie, beherrschen allerdings nur wenige Ärzte.

Wenn  an mehreren Stellen gleichzeitig Tumoren gewachsen sind, kann man jedoch die totale Entfernung der Gebärmutter kaum vermeiden. Dies gilt auch für Frauen, die vor Rückfällen sicher sein möchten.

Bei Krebs-Erkrankungen ist eine Gebärmutter-Entfernung des Weiteren meist lebensrettend. Doch ist nach Einschätzung von Expertinnen Krebs nur in 10% aller Fälle der Grund für eine Gebärmutter-Entfernung.

Für  alle anderen Fälle aber ist meist keine Hysterektomie angezeigt, die zudem auch ein recht großer Eingriff ist. Mehr noch: Ohne Gebärmutter gibt es logischerweise auch keine Schwangerschaft mehr.

Außerdem helfen auch schonendere Therapien und pflanzliche Heilmittel (s. u.).

Oft ist eine operative Entfernung von Myomen darüber hinaus auch gar nicht möglich, weil sie zu zahlreich und miteinander verwachsen sind oder weil sie tief in die Muskelschicht der Gebärmutter eingewachsen sind.

Frauenärztin einschalten bei vorschnellem Rat zur OP

Und viele Gynäkologen ignorieren anscheinend immer noch, dass die Gebärmutter selbst bei abgeschlossenem Kinderwunsch kein überflüssiges Organ ist; übt sie doch eine wichtige Stützfunktion im Becken aus und ist wichtig für das sexuelle Erleben.

Frauenärztinnen empfehlen ihren Patientinnen diesen meist überflüssigen Eingriff deutlich seltener. Suchen Sie sich daher unter Umständen lieber eine Frauenärztin. Holen Sie sich unbedingt eine 2. ärztliche Meinung ein, wenn Ihnen eine Hysterektomie vorgeschlagen wird.

Umdenken unter Medizinern erspart unnötige Gebärmutter-OPs

In der  Therapie der Myome vollzog sich aber in jüngerer Vergangenheit insgesamt ein deutlicher Wandel hin zu weniger radikalen Verfahren.

Insbesondere bei jüngeren Frauen mit nicht abgeschlossener Familien-Planung bemühen sich die Ärzte um eine Erhaltung der Gebärmutter. Auch viele reifere Frauen wollen ihre weibliche Unversehrtheit bewahrt wissen.

Die Embolisation

Inzwischen gibt es aber auch schonendere Verfahren wie die sogenannte Embolisation, bei der die Blutzufuhr zum Myom gestoppt wird.

Um den Geschwulst-Knoten auszuhungern, führen die Ärzte einen Katheter in die Blutbahn bis hin zum Myom und spritzen hier mikroskopisch kleine Kunststoff-Kügelchen in die feinen Äderchen, die das Myom mit Blut versorgen.

Innerhalb von Wochen schrumpfen die Wucherungen, weil ihnen die Nahrung fehlt. Die Gebärmutter bleibt vollständig erhalten.

Bereits die Unterbrechung der Blutzufuhr verbessert die Beschwerden, sagen die Experten. Schmerzen und starke Blutungen werden weniger.

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und dauert etwa 1/2 Std. Es wird ein 3- bis 4-tägiger Klinik-Aufenthalt empfohlen.

Die Erfolgsquote soll bei 95% liegen; die Myome kommen nicht wieder.

Risiko: Die Kunststoff-Kügelchen können in seltenen Fällen auch in den Eierstock wandern und dort zu Unfruchtbarkeit führen.

Neues Verfahren mit Ultraschall-Wellen

An der Charité in Berlin wird seit einiger Zeit noch ein weiteres neues  Verfahren mit Ultraschall-Wellen erprobt:

Die Frau wird in einen Kerspintomografen geschoben, die Myome ganz exakt lokalisiert. Ultraschall-Wellen werden gebündelt auf einen Punkt mitten im Myom geschossen und das Gewebe bei einerTemperatur von  60 – 80 °C verschmort.

Dabei erwärmt sich die Haut, was als unangenehm empfunden wird. Das scheint nach derzeitigen Erkenntnissen allerdings die einzige Nebenwirkung zu sein.

Die Behandlung kann  ambulant durchgeführt werden und dauert 3 – 4 Std. Sie scheint für Frauen mit Kinderwunsch gut  geeignet zu sein. Allerdings ist bislang noch nicht geklärt, ob die  Myome wieder auftauchen.

Naturheilmittel gegen Myome

Die Naturmedizin hat Einiges gegen Myome aufzubieten, aber:

Es braucht Geduld und Zeit.

Bereiten Ihnen Ihre Myome keine oder erträgliche Beschwerden, können Sie getrost auf das Motto „Abwarten und Tee trinken“ setzen. Sie können sich aber auch mit bewährten Mitteln aus der Naturheilkunde über die Runden helfen.

Es dauert zwar meist ein wenig, bis die Wirkung einsetzt (mit etwa 6 – 8 Wochen müssen Sie rechnen).

Doch viele Frauen können damit ihre Myome bis zu den Wechseljahren in Schach halten. Denn oft müssen Sie ja nur eine gewisse Zeit überbrücken, dann werden Sie die Plagegeister von selbst wieder los.

Progesteronhaltige Pflanzen helfen Ihnen bei Myomen

Bewährt haben sich v. a. progesteronhaltige Pflanzen wie:

  • Mönchspfeffer (Agnus castus),
  • Frauenmantel
  • oder Schafgarbe
  • und Yamswurzel.

Progesteron ist ein Hormon, das der Eierstock in der 2. Zyklushälfte nach dem Eisprung bildet. Es drosselt den Einfluss des Östrogens auf Ihre Myome.

Die Heilpflanzen können Sie als Tee, Tinktur oder Fertig-Präparat aus der Apotheke einnehmen. Sinnvoll ist dies v. a. in der 2. Hälfte Ihres Zyklus vom 10. bis zum 26. Tag.

Reicht die Wirkung der Pflanzen nicht aus, kann Ihnen Ihr Ärztin eine Progesteron-Crème verordnen.

Auch wärmende Heilpflanzen sind vielversprechend

Probieren Sie es auch einmal mit wärmenden Heilpflanzen wie:

  • Liebstöckel,
  • Damiana-Blättern,
  • Majoran,
  • Basilikum,
  • Beifuß
  • und Ingwer.

Sie regen als Tee getrunken die Durchblutung sowie den Energiefluss Ihrer Geschlechts-Organe an und können Ihre Regelschmerzen mildern, die durch Myome verursacht werden.

Weitere natürliche Hilfsmittel bei Myomen

  • Eine ähnliche Wirkung erzielen Sie mit Bauchtanz und Luna-Yoga.
  • Krampflösende Teiltees aus Frauenmantel, Schafgarbe und Gänsefinger-Kraut bekämpfen wirksam eine schmerzhafte Menstruation.
  • Zusätzlich hilft Ihnen eine Wärmflasche auf dem Bauch.
  • Bei Krämpfen und Schmerzen sind auch Sitzbäder mit einem Zusatz von Ackerschachtelhalm, Schafgarbe oder Frauenmantel sehr hilfreich.
  • Blutstillende Pflanzen wie Hirtentäschel oder Blutwurz helfen Ihnen bei starken und zehrenden Blutungen. Hirtentäschel bekommen Sie als Fertigpräparat oder Tinktur in der Apotheke. Blutwurz ist als Tee erhältlich.
  • Brennnessel, Löwenzahn und Vogelknöterich regen die Blutbildung an. Empfehlenswerte blutbildende Fertig-Präparate sind Floradix Kräuterblut und Anaemodoron (von Weleda).

Vorsicht: Hormon-Behandlung verwirrt Organismus!

Eine Möglichkeit eröffnet sich mit der medikamentösen Blockade der körpereignen Östrogene.

Diese erzeugt vorübergehend (meist 1/2 Jahr) künstlich einen Hormon-Status, der mit dem Zustand nach der letzten Regelblutung (Postmenopause) vergleichbar ist.

Aber: Diese drastische Hormon-Behandlung stellt den Hormon-Haushalt der Frau völlig auf den Kopf; künstlich hergestellte, Gonadotropin freisetzende Hormone (GnRH-Analoga; englisch für Gonadotropin-Releasing-Hormones) sollen die Hormon-Zufuhr blockieren.

Normalerweise bildet das Zwischenhirn diese und sie regen die Eierstöcke zur Arbeit an.

Führt man diese Hormone dem Körper künstlich zu, geht er zu Unrecht davon aus, dass genug GnRH im Blut kreisen und unterlässt es, selbst welche zu den Eierstöcken zu schicken.

Die Folge: Die Eierstöcke stellen ihre Tätigkeit ein.

Die Myome schrumpfen, doch die betreffende Frau gerät von 1 Sek. auf die andere mit besonders unangenehmen Begleit-Erscheinungen in die Wechseljahre. Denn die künstlichen Hormone rufen eine Art Wechseljahrs-Beschwerden hervor.

Diese eingreifende Behandlung rechtfertigt sich, wenn die Frau schwanger werden möchte, v. a. bei einem „Uterus myomatosus“ (Gebärmutter mit vielen Myomen): Dabei liegen etliche derartige Verwachsungen vor und es wächst buchstäblich ein Knubbel über dem anderen.

Hier erfahren Sie alles über ein hilfreiches Internetportal für Frauen mit einem Uterus Myomatosus.

Diese Methode lässt mehr als 90% der Myome deutlich  schrumpfen. In einigen Fällen reicht das aus, um die Geschwulst zu verkleinern und die Beschwerden zu beheben.

Allerdings muss sich eine Frau darüber im Klaren sein, dass danach unter ihrem normalem Östrogen-Einfluss die Geschwulst erneut wachsen kann. Nach Abschluss der Behandlung kehrt nämlich die Fruchtbarkeit zurück – und damit nach einer Weile der Wachstums-Anreiz für die Myome.

I. d. R. beseitigt man daher im Anschluss an die Hormon-Behandlung das Myom operativ. Das geschieht nun  schonender, da es durch die Behandlung geschrumpft ist.

Myome FID Gesundheits-Experten Internet-Portal für Frauen mit einem Uterus Myomatosus

Im Jahr 2012 ging ein Online-Portal zum Thema Uterus Myomatosus an den Start: die Initiative Uterus-Myomatosus.net. Hier alle Infos dazu:

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