MenüMenü

Menstruation: Wie Sie Hormone und Beschwerden in den Griff bekommen

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die zentralen Symptome von Menstruationsbeschwerden
  2. So sensibel reagieren Ihre Zyklushormone
  3. Bewegung und Ernährung
  4. Pflanzliche Mittel helfen gegen Regelschmerzen
  5. Menstruation – Ja oder nein? Sie haben die Wahl!

Viele Frauen glauben, ein Leben ohne Menstruation (Dysmenorrhoe) wäre angenehmer. Experten geben heute medizinische Rückendeckung: Mit den hormonellen Verhütungsmitteln haben Sie selbst die Wahl. Doch wie hoch ist der Preis? Und wollen Frauen wirklich ein Leben ohne monatliche Blutung?

Jede zweite Frau leidet regelmäßig an Schmerzen kurz vor oder in den ersten Tagen ihrer Menstruation. Der Grund: Um das Schleimhautgewebe abzustoßen, zieht sich die Gebärmutter rhythmisch zusammen. Und da sich dazu der Hormonhaushalt umstellt, können auch Kopfschmerzen und andere Beschwerden hinzukommen. Es ist kein Geheimnis, dass uns die Menstruation nicht immer gelegen kommt und dass sie immer öfter lästig wird, je länger wir mit ihr unser Leben teilen.

Menstruation© Adobe Stock – Fotos 593

Die zentralen Symptome von Menstruationsbeschwerden

Das sind die häufigsten Menstruationbeschwerden:

  • ziehende oder krampfartige Schmerzen im Unterbauch
  • Kreuzschmerzen
  • Kopfschmerzen bzw. Migräne
  • Übelkeit
  • Verdauungsstörungen
  • Stimmungsschwankungen

Mastodynie: Schmerzen in den Brüsten

Auch Schmerzen und Spannungen in den Brüsten vor der Menstruation (Mastodynie; im Gegensatz dazu Mastopathie mit Gewebsveränderungen) treten oft im Zusammenhang mit der Menstruation auf. Diese hängen unter Umständen mit einer zu fettreichen Ernährung zusammen.

In Toronto (Kanada) stellten Wissenschaftler vom Mount Sinai Hospital mit einer Studie fest, dass viele Frauen mit prämenstruellen Brustschmerzen und -spannungen während des Zyklus mehr Fett aßen als Frauen ohne solche Beschwerden. Ist also die Mastodynie ein Leiden durch Überfluss? So weit wollten die Wissenschaftler mit ihren Schlussfolgerungen nicht gehen. Aber sie zeigten, dass sich diese Beschwerden bei den meisten ihrer Patientinnen unter einer fettarmen Ernährung besserten.

So sensibel reagieren Ihre Zyklushormone

Sind sie voller Tatendrang, bewältigen Sie Probleme spielend oder sind Sie eher zaghaft und kuschelbedürftig? Sind Sie anfälliger für Erkältungen oder strotzen Sie vor Wohlbefinden? Essen Sie mit großem Appetit oder haben Sie Verdauungsprobleme? All das hängt für Frauen maßgeblich von der Ausschüttung ihrer Zyklushormone ab.

Hormonverhältnis elementar für Ihr Wohlbefinden

Entscheidender für Ihr Wohlbefinden als die absolute Menge eines Hormons ist dabei das Verhältnis Ihrer Hormone zueinander. Oft entscheidet nur ein Milliardstel Gramm eines Hormons über Gesundheit und Lebensgefühl. Das wird besonders in hormonellen Umstellungsphasen wie Schwangerschaften oder Wechseljahren deutlich.

Viele Frauen spüren dieses Auf und Ab Ihrer Hormone sehr deutlich, vor allem etwa ab dem 35. Lebensjahr. Die Länge des Zyklus kann nun stark variieren: von etwa 23 bis 35 Tagen. Manche Frauen registrieren besonders in der zweiten Zyklushälfte heftige „innere Bewegungen“, nicht wenige klagen über prämenstruelle oder menstruelle Beschwerden. Andere empfinden den Zyklus nicht so stark ausgeprägt und haben auch keine Probleme mit der Blutung. Bei etlichen Frauen ist es mal so und mal so. Das ist unter anderem auch abhängig davon, wie stark sie allgemein unter Stress stehen.

Extrene Einflussfaktoren auf das hormonelle Gleichgewicht

Die Hormonausschüttung ist durch äußere Einflüsse extrem leicht zu stören. Das hormonelle Gleichgewicht wird von außen unter anderem beeinflusst durch:

  • Medikamente wie die Pille oder andere Hormonpräparate
  • Stress führt zu einer höheren Cortisolausschüttung und zu Zyklen, in denen kein Eisprung stattfindet, wodurch wiederum der Progesteronspiegel sinkt
  • Ernährung mit einem Mangel an pflanzlichen Hormonen etwa aus Leinsamen, Hülsenfrüchten oder Keimlingen: ein Mangel an B-Vitaminen und Folsäure zieht die Hormonbildung in den Eierstöcken in Mitleidenschaft
  • Hormone in der Tiermast und Dauerkontakt mit Chemikalien (z. B. Hart- oder Weichmacher in Kunststoffen), die eine spezielle östrogenähnliche Wirkung haben, können zu einer relativen Dominanz des Östrogens führen

Bewegung und Ernährung

Jede Frau, die unter schmerzhaften Regelblutungen leidet, sollte zuerst zum Arzt gehen. Nur so kann eine genaue Diagnose gestellt und dadurch eine andere Erkrankung als Grund ausgeschlossen werden. Nur so kann die beste Therapie dagegen angewendet werden. Zur Behandlung der primären Dysmenorrhoe gehört es unbedingt, dass der Arzt auf psychische Störungen als Ursache eingeht. Es muss ja nicht gleich eine umfangreiche Psychotherapie sein; allein eine Gesprächstherapie in der Sprechstunde kann außerordentlich hilfreich sein.

Wenn eine Frau endlich einmal verständnisvolles Gehör findet und sich „einmal alles von der Seele redet“, können Ängste vergehen und Verkrampfungen sich lösen, sodass sie hinterher die Schmerzen und Beschwerden während der Regelblutung leichter zu ertragen vermag. Versuchen Sie in der Zeit nach dem Eisprung zusätzlich, Ihren Terminkalender etwas zu entkrampfen und es etwas ruhiger angehen zu lassen. Häufig ist der Grund für die gesteigerte Schmerzempfindlichkeit darin zu suchen, dass Sie sich zu viel zumuten und unter Stress zu viel auf einmal schaffen wollen.

Bewegung ist das A und O

Wenn eine Frau darüber hinaus noch nützliche Anleitungen erhält, kann sie selbst sogar die Dysmenorrhoe erfolgreich bekämpfen: Befällt Sie in den Tagen vor den Tagen manchmal der Drang zum großen Wohnungsputz? Das hat nichts mit Unreinsein zu tun, sondern ist eine natürliche Reaktion Ihres Körpers. Denn Bewegung ist die beste Medizin, um die Menstruation zu erleichtern und schmerzhaften Verkrampfungen vorzubeugen.

Auch eine Ernährungsumstellung kann helfen

Machen Sie ruhig einmal den Versuch und stellen Sie Ihre Ernährung um. Nehmen Sie mehr Kalzium zu sich, etwa aus:

  • Milch und Milchprodukten
  • Brokkoli
  • Fenchel
  • Grünkohl

Versorgen Sie Ihren Körper mit mehr Magnesium. Das steckt zum Beispiel in:

  • Weizen
  • Hafer
  • Roggen
  • Mais
  • Kartoffeln
  • Fenchel
  • Kakao
  • Kürbiskernen
  • Bananen

Essen Sie frische Karotten als Salat oder Saft (macht das Blut dünnflüssiger). Verzichten Sie an diesen Tagen auf schwer Verdauliches und probieren Sie aus, ob Ihnen ein Fastentag gut tut.

Pflanzliche Mittel helfen gegen Regelschmerzen

Wenn die Schmerzen zu heftig werden, bietet Ihnen die Apotheke der Natur wirksame Hilfe: Neben krampflösenden Bauchumschlägen haben sich Heilkräuter wie Schafgarbe, Mönchspfeffer und Wolfstrapp bereits seit Jahrhunderten bewährt. Achtung: Wolfstrapp-Mittel gehören in die Hand eines erfahrenen Therapeuten, da sie auch die Tätigkeit der Schilddrüse beeinflussen. Auch Magnesium und mehrfach ungesättigte Fettsäuren können hierbei sehr hilfreich sein.

Die Phytotherapie verfügt zudem über erwiesenermaßen wirksame Substanzen aus Heilpflanzen, die vorwiegend als Bestandteile von Fertigpräparaten angewendet werden. In erster Linie sind es Wirkstoffe aus dem Mönchspfeffer (Vitex agnus castus), die einen gesunden Ausgleich im Hormonhaushalt der Frau herbeiführen. Ähnliche Wirkungen und Erfolge haben andere Wirkstoffe aus Traubensilberkerze (Cimicfuga racemosa) und dem Gänsefingerkraut (Potentilla anserina). Diese Arzneimittel sind zwar rezeptfrei, sollten aber erst nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Das gleiche gilt für einen Frauentee gegen Dysmenorrhoe, der krampflösend und zugleich blutungshemmend wirkt, der jedoch selbst zubereitet werden kann:

  • 1 TL Kraut von der Raute (Ruta graveolens) mit einer Tasse heißem Wasser überbrühen
  • 10 Minuten ziehen lassen
  • schluckweise warm trinken (mehrmals täglich)

Entwarnung: Kein Krebsrisiko durch Mönchspfeffer

Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Mönchspfeffer-Präparate, wie vor einigen Jahren gemeldet wurde, besteht nach derzeitigem medizinischen Kenntnisstand nicht. Das berichtete Professor Wolfgang Wuttke, Endokrinologe und Arzt für Naturheilkunde an der Göttinger Universitäts-Frauenklinik, der den Mönchspfeffer seit Jahren erforscht.

Alle Mittel brauchen eine Weile, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Daher empfehlen Ärzte eine dreimonatige Einnahmezeit. Da Traubensilberkerze aber Phytoöstrogene enthält, deren Krebsrisiko bei langjähriger Anwendung noch nicht ausgeschlossen ist, sollte sie nicht jahrelang eingenommen werden, zum Beispiel als pflanzliche Hormonersatztherapie.

Wärme: Das beste Mittel gegen Verkrampfungen

Das beste Mittel gegen Menstruationsschmerzen ist  Wärme von außen wie von innen: Wärmeanwendungen wie die folgenden entspannen die Unterleibsmuskulatur und mindern das krampfartige Zusammenziehen der Gebärmutter:

  • Wärmflaschen
  • Heizkissen
  • Sonne
  • Sauna
  • Infrarotlicht
  • warme Duschen
  • Wannenbäder mit Kräuterzusätzen
  • Heublumensack

Wasseranwendungen regen das Zusammenziehen der Blutgefäße an, das sind zum Beispiel:

  • kalte Güsse
  • Fußbäder
  • nasse Socken
  • feuchte Wickel

Auch die folgenden Hilfsmittel versorgen Ihren Organismus mit wohltuender und entspannender Wärme:

  • Machen Sie sich dazu einen feuchtwarmen Bauchumschlag.
  • Trinken Sie dreimal täglich eine Tasse eines frisch gebrühten krampflösenden Tees, beispielsweise aus Schafgarbe oder Frauenmantel. Verwenden Sie dafür jeweils einen Teelöffel getrocknete Kräuter pro Tasse.
  • Sehr wirksam sind auch die Frischpflanzensäfte aus diesen Heilkräutern, die Sie in Apotheken und Reformhäusern erhalten. Nehmen Sie bei Beschwerden dreimal täglich einen Esslöffel zwischen den Mahlzeiten ein.
  • Bei sehr starken Blutungen hilft Ihnen ein Tee aus den blutungsstillenden  Heilkräutern Hirtentäschel und Ringelblume.

Greifen Sie bei Rückenschmerzen zu Sternwurzel

Konzentrieren sich die Schmerzen auf Ihren Rücken und liegt gleichzeitig eine leichte Gebärmuttersenkung vor, haben sich die Tropfen Aletris Oligoplex® (100 ml 19,93 €) bewährt. Sie enthalten die Sternwurzel (Aletris farinosa), die vor allem die Muskulatur im Beckenbereich kräftigt und Krämpfe beseitigt. Bei sehr starken Beschwerden sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen, um organische Ursachen wie eine Endometriose oder Verwachsungen ausschließen zu lassen.

Traubensilberkerze bekämpft Ihre Frauenleiden

Schon die alten Indianer setzten die Traubensilberkerze zur Behandlung von Gebärmutterbeschwerden und zur Geburtsbegleitung ein. Während sie der Heilpflanze den Namen „Wurzel der Squaw“ gaben, handelte sie sich hierzulande den Begriff „Wanzenkraut“ ein, da ihr unangenehmer Geruch Insekten vertreibt. Seitdem die künstlichen Hormone für die Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren nur noch in Ausnahmefällen verschrieben werden sollten, machte die Traubensilberkerze eine steile Karriere:

  • In der Volksmedizin werden die Wurzeln des Wanzenkrauts als Heilmittel gegen Nerven- und Muskelschmerzen eingesetzt.
  • Der Inhaltsstoff Anemosin wird dafür verantwortlich gemacht, dass die Heilpflanze sehr gut gegen Schmerzen wirkt, etwa bei rheumatischen Beschwerden, Menstruationsschmerzen oder Brustbeschwerden.
  • Krämpfe werden effektiv gelindert, indem die Muskulatur beruhigt und entspannt wird.
  • Bei unregelmäßigen oder starken Blutungen und Wechseljahrsbeschwerden wie Stimmungsverschlechterung oder Hitzewallungen tut die Pflanze ebenfalls ihre Dienste.
  • Denn ihre Inhaltsstoffe stimulieren die Ausschüttung der Botenstoffe Dopamin und Serotonin und harmonisieren damit das  seelische Gleichgewicht.
  • Den Salizylaten ist die entzündungshemmende Wirkung zuzuschreiben. Die Traubensilberkerze gilt auch als traditionelles Heilmittel gegen Tinnitus und Schwindel.

Menstruation – Ja oder nein? Sie haben die Wahl!

Viele Frauen nehmen einfach ihre Verhütungspille ohne die übliche Pause alle drei Wochen bzw. die Phase mit den Placebo-Pillen. Die neuen hormonellen Verhütungsmittel kommen Ihnen entgegen: Eine ihrer ungewollten, aber wesentlichen Begleiterscheinungen stellt das Schwächerwerden oder gänzliche Ausbleiben der Regel dar. Damit stellt sich für alle Frauen, die mit diesen Methoden verhüten, die Frage scheinbar neu: Wie wichtig ist mir meine monatliche Blutung?

Viele Frauen, die mit der Pille verhüten, sind sich nicht im Klaren darüber, dass es sich bei ihrer monatlichen Blutung nicht um die natürliche Folge einer nicht zustandegekommenen Schwangerschaft (Abbluten des Eibettes) handelt. Vielmehr stellt es das künstliche Resultat des Hormonentzugs während der einwöchigen Pillenpause dar. Aus dem Grund nennt man diese Blutung Entzugs- oder Abbruchblutung.

Menstruation Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Die „Pille“ und ihr Einfluss auf die Menstruation

Die Pille schenkt Frauen die Option, selbst entscheiden zu können, ob und wann ihr die Regel ins Konzept passt. Mehr dazu erfahren Sie hier:

Gratis PDF

Die besten
7 Rezepte
mit Ingwer