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Menstruation: Wie Sie Hormone und Beschwerden in den Griff bekommen

Viele Frauen glauben, ein Leben ohne Menstruation (med.: Dysmenorrhoe) wäre angenehmer. Experten geben heute medizinische Rückendeckung:

Mit den hormonellen Verhütungsmitteln haben Sie selbst die Wahl. Doch wie hoch ist der Preis? Und wollen Frauen das wirklich – ein Leben ohne monatliche Blutung?

Jede 2. Frau leidet regelmäßig an Schmerzen kurz vor oder in den ersten Tagen ihrer Menstruation.

Der Grund: Um das Schleimhaut-Gewebe abzustoßen, zieht sich die Gebärmutter rhythmisch zusammen. Und da sich dazu der Hormon-Haushalt umstellt, können auch Kopfschmerzen und andere Beschwerden hinzukommen.

Und so haben auch Sie mit Sicherheit schon so manches Mal laut oder leise geflucht: „Schon wieder die Tage – und ausgerechnet jetzt, wo dieser wichtige Termin oder der Urlaub vor der Tür steht.“

Es ist kein Geheimnis, dass uns die Menstruation nicht immer gelegen kommt und dass sie immer öfter lästig wird, je länger wir mit ihr unser Leben teilen.

Viele Frauen fanden aus diesem Grund für sich einen Kunstgriff: Sie nehmen einfach ihre Verhütungs-Pille ohne die  übliche Pause alle 3 Wochen bzw. die Phase mit den Plazebo-Pillen.

Menstruation – ja oder nein? Sie selbst haben die Wahl!

Die neuen hormonellen Verhütungsmittel kommen Ihnen entgegen: Eine ihrer ungewollten, aber wesentlichen Begleiterscheinungen stellt das Schwächerwerden oder gänzliche Ausbleiben der Regel dar.

Damit stellt sich für alle Frauen, die mit diesen Methoden verhüten, die Frage scheinbar neu: Wie wichtig ist mir meine monatliche Blutung?

Viele Frauen, die mit der Pille verhüten, sind sich nicht im Klaren darüber, dass es sich bei ihrer monatlichen Blutung nicht um die natürliche Folge einer nicht zustandegekommenen Schwangerschaft (Abbluten des Eibettes) handelt.

Vielmehr stellt es das künstliche Resultat des Hormon-Entzugs während der 1-wöchigen Pillen-Pause dar. Aus dem Grund nennt man diese Blutung Entzugs- oder Abbruchblutung.

Menstruation: Die zentralen Symptome

Das sind die häufigsten  Menstruations-Beschwerden:

  • ziehende oder krampfartige Schmerzen im Unterbauch
  • Kreuzschmerzen
  • Kopfschmerzen bzw. Migräne
  • Übelkeit
  • Verdauungs-Störungen
  • Stimmungs-Schwankungen

Mastodynie

Auch  Schmerzen und Spannungen in den Brüsten vor der Menstruation (Mastodynie / im Gegensatz dazu: Mastopathie mit Gewebs-Veränderungen) treten oft im Zusammenhang mit der Menstruation auf.

Diese hängen unter Umständen mit einer zu fettreichen Ernährung zusammen:

In Toronto (Kanada), stellten Wissenschaftler vom Mount Sinai Hospital mit einer Studie fest, dass viele Frauen mit prämenstruellen Brustschmerzen und -spannungen während des Zyklus mehr Fett aßen als Frauen ohne solche Beschwerden.

Ist also die Mastodynie ein Leiden durch Überfluss? So weit wollten die Wissenschaftler mit ihren Schlussfolgerungen nicht gehen. Aber sie zeigten, dass sich diese Beschwerden bei den meisten ihrer Patientinnen unter einer fettarmen Ernährung besserten.

So sensibel reagieren Ihre Zyklus-Hormone

Sind sie voller Tatendrang, bewältigen Sie Probleme spielend oder sind Sie eher zaghaft und kuschelbedürftig? Sind Sie anfälliger für Erkältungen oder strotzen Sie vor Wohlbefinden? Essen Sie mit großem Appetit oder haben Verdauungs-Probleme?

All das hängt für Frauen maßgeblich von der Ausschüttung ihrer Zyklus-Hormone ab.

Hormon-Verhältnis elementar für Ihr Wohlbefinden

Entscheidender für Ihr Wohlbefinden als die absolute Menge eines Hormons, ist dabei das Verhältnis Ihrer Hormone zueinander; oft entscheidet nur 1 Milliardstel g eines Hormons über Gesundheit und Lebensgefühl.

Das wird besonders in hormonellen Umstellungs-Phasen wie Schwangerschaften oder Wechseljahren deutlich.

Viele Frauen spüren dieses Auf und Ab Ihrer Hormone sehr deutlich – v. a. etwa ab dem 35. Lebensjahr. Die Länge des Zyklus kann nun stark variieren: von etwa 23 – 35 Tagen.

Manche Frauen registrieren besonders in der 2. Zyklus-Hälfte heftige „innere Bewegungen“, nicht wenige klagen über prämenstruelle oder menstruelle Beschwerden. Andere empfinden den Zyklus nicht so stark ausgeprägt und haben auch keine Probleme mit der Blutung.

Bei etlichen Frauen ist es mal so und mal so. Das ist u. a. auch abhängig davon, wie stark sie allgemein unter Stress stehen.

Extrene Einflussfaktoren auf das hormonelle Gleichgewicht

Denn die Hormon-Ausschüttung ist durch äußere Einflüsse extrem  leicht zu stören. Das hormonelle Gleichgewicht wird von außen u. a. beeinflusst durch:

  • Medikamente wie die Pille oder andere Hormon-Präparate
  • Stress führt zu einer höheren Cortisol-Ausschüttung und zu Zyklen, in denen kein Eisprung stattfindet, wodurch wiederum der Progesteron-Spiegel sinkt.
  • Ernährung mit einem Mangel an pflanzlichen Hormonen – etwa aus Leinsamen, Hülsenfrüchten oder Keimlingen; ein Mangel an B-Vitaminen und Folsäure zieht die Hormon-Bildung in den Eierstöcken in Mitleidenschaft; Hormone in der Tiermast und Dauerkontakt mit Chemikalien (z. B. Hart- oder Weichmacher in Kunststoffen), die eine spezielle östrogenähnliche Wirkung haben, können zu einer relativen Dominanz des Östrogens führen.

Menstruation: Behandlung und Selbsthilfe bei Krämpfen und Blutungen

Jede Frau, die unter schmerzhaften Regel-Blutungen leidet, sollte zuerst zum Arzt gehen.

1. Schritt: Krankheiten ausschließen, Psyche und Körper entlasten

Nur so kann eine genaue Diagnose gestellt und dadurch eine andere Erkrankung als Grund ausgeschlossen werden. Nur so kann die beste Therapie dagegen angewendet werden.

Zur Behandlung der primären Dysmenorrhoe gehört es unbedingt, dass die Ärztin, der Arzt auf psychische Störungen als Ursache eingeht.

Es muss ja nicht gleich eine umfangreiche Psychotherapie sein; allein eine Gesprächs-Therapie in der Sprechstunde kann außerordentlich hilfreich sein:

Wenn eine  Frau endlich einmal verständnisvolles Gehör findet und sich „einmal alles von der Seele redet“, können  Ängste vergehen und Verkrampfungen sich  lösen, so dass sie hinterher die Schmerzen und  Beschwerden während der Regelblutung leichter zu ertragen vermag.

Versuchen Sie in der Zeit nach dem Eisprung zusätzlich, Ihren Terminkalender etwas zu entkrampfen und es etwas ruhiger angehen zu lassen.

Häufig ist der Grund für die gesteigerte Schmerz-Empfindlichkeit darin zu suchen, dass Sie sich zu viel zumuten und unter Stress zu viel auf einmal schaffen wollen.

Bewegung ist das A und O

Wenn eine Frau darüber hinaus noch nützliche Anleitungen erhält, kann sie selbst sogar die Dysmenorrhoe erfolgreich bekämpfen:

Befällt Sie in den Tagen vor den Tagen manchmal der Drang zum großen Wohnungsputz?

Das hat nichts mit Unreinsein zu tun, sondern ist eine ganz natürliche Reaktion Ihres Körpers. Denn Bewegung ist die beste „Medizin“, um die Menstruation zu erleichtern und schmerzhaften Verkrampfungen vorzubeugen.

Auch eine Ernährungs-Umstellung kann helfen

Machen Sie ruhig einmal den Versuch: Stellen Sie Ihre Ernährung um:

Nehmen Sie mehr Kalzium zu sich – etwa aus:

  • Milch und Milchprodukten,
  • Brokkoli,
  • Fenchel
  • und Grünkohl.

Versorgen Sie Ihren Körper mit mehr Magnesium. Das steckt z. B. in:

  • Weizen,
  • Hafer,
  • Roggen,
  • Mais,
  • Kartoffeln,
  • Fenchel,
  • Kakao,
  • Kürbiskernen
  • und Bananen.

Essen Sie frische Karotten als Salat oder Saft (macht das Blut dünnflüssiger); verzichten Sie an diesen Tagen auf schwer Verdauliches; probieren Sie aus, ob Ihnen ein Fastentag gut tut.

Pflanzliche Mittel können gegen Regel-Schmerzen helfen

Wenn aber die Schmerzen zu heftig werden, bietet Ihnen die Apotheke der Natur wirksame Hilfe:

Neben krampflösenden Bauch-Umschlägen haben sich Heilkräuter wie Schafgarbe, Mönchspfeffer und Wolfstrapp bereits seit Jahrhunderten bewährt.

Auch 2 Mittel der sanften Medizin, nämlich Magnesium und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, können hierbei sehr hilfreich sein.

Heilpflanzen der Phytotherapie und deren Anwendung

Die Phytotherapie verfügt zudem über erwiesenermaßen wirksame Substanzen aus Heilpflanzen, die vorwiegend als Bestandteile von Fertig-Präparaten angewendet werden.

In erster Linie sind es Wirkstoffe aus dem Mönchspfeffer (Vitex agnus castus), die einen gesunden Ausgleich im Hormon-Haushalt der Frau herbeiführen.

Ähnliche Wirkungen und Erfolge haben andere Wirkstoffe aus Traubensilberkerze/Wanzenkraut (Cimicfuga racemosa) und dem Gänsefingerkraut (Potentilla anserina). Diese Arzneimittel sind zwar rezeptfrei, sollten aber erst nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.

Das gleiche gilt für einen Frauentee gegen Dysmenorrhoe, der krampflösend und zugleich blutungshemmend wirkt, der jedoch selbst zubereitet werden kann:

  • 1 TL Kraut von der Raute (Ruta graveolens) mit 1 Tasse heißem Wasser überbrühen
  • 10 Min. ziehen lassen,
  • schluckweise warm trinken (mehrmals täglich)

Wärme: das beste Mittel gegen Verkrampfungen

Das beste Mittel gegen Menstruations-Schmerzen ist Wärme – von außen wie von innen:

Wärme-Anwendungen wie die folgenden entspannen die Unterleibs-Muskulatur und mindern das krampfartige Zusammenziehen der Gebärmutter:

  • Wärmflaschen,
  • Heizkissen,
  • Sonne,
  • Sauna,
  • Infrarotlicht,
  • warme Duschen,
  • Wannenbäder mit Kräuter-Zusätzen,
  • Heublumensack 

Wasser-Anwendungen regen das Zusammenziehen der Blutgefäße an, das sind z. B.:

  • kalte Güsse,
  • Fußbäder,
  • nasse Socken
  • und feuchte Wickel.

Und auch die folgenden Hilfsmittel versorgen Ihren Organismus mit wohltuender und entspannender Wärme:

  • Machen Sie sich dazu einen feuchtwarmen Bauch-Umschlag.
  • Trinken Sie 3x täglich 1 Tasse eines frisch gebrühten krampflösenden Tees, z. B. aus Schafgarbe (Achillea millefolium) oder Frauenmantel (Alchemilla vulgare). Verwenden Sie dafür jeweils 1 TL getrocknete Kräuter pro Tasse.
  • Sehr wirksam sind auch die Frischpflanzensäfte aus diesen Heilkräutern, die Sie in Apotheken und Reformhäusern erhalten. Nehmen Sie bei Beschwerden 3x täglich 1 EL zwischen den Mahlzeiten ein.
  • Bei sehr starken Blutungen hilft Ihnen ein Tee aus den blutungsstillenden  Heilkräutern Hirtentäschel (Capsella bursa pastoris) und Ringelblume (Calendula officinale).

Greifen Sie bei Rücken-Schmerzen zu Sternwurzel

Konzentrieren sich die Schmerzen auf Ihren Rücken und liegt gleichzeitig eine leichte Gebärmutter-Senkung vor, haben sich die Tropfen Aletris Oligoplex® (100 ml 19,93 €) bewährt.

Sie enthalten die Sternwurzel (Aletris farinosa), die v. a. die Muskulatur im Becken-Bereich kräftigt und Krämpfe beseitigt.

Bei sehr starken Beschwerden sollten Sie Ihren  Frauenarzt aufsuchen, um organische Ursachen, z. B. Endometriose oder Verwachsungen, ausschließen zu lassen!

Wolfstrapp lindert Spannungs-Schmerzen in den Brüsten

Manche Frauen leiden vor der Menstruation unter unangenehmen Spannungsgefühlen in den Brüsten, die äußerst schmerzhaft sein können.

Dem können neben Mönchspfeffer-Mitteln auch Präparate aus der Heilpflanze Wolfstrapp (Lycopus europeus) wirksam abhelfen. Wolfstrapp-Mittel gehören in die Hand eines erfahrenen Therapeuten, da sie auch die Tätigkeit der Schilddrüse beeinflussen!

Traubensilberkerze bekämpft Ihre Frauenleiden

Schon die alten Indianer setzten die Traubensilberkerze  zur Behandlung von Gebärmutter-Beschwerden und zur Geburts-Begleitung ein.

Während sie der Heilpflanze den Namen „Wurzel der Squaw“ gaben, handelte sie sich hierzulande den Begriff „Wanzenkraut“ ein, da ihr unangenehmer Geruch Insekten vertreibt.

Seitdem die künstlichen Hormone für die Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren nur noch in Ausnahmefällen verschrieben werden sollten, machte die Traubensilberkerze eine steile Karriere:

  • In der Volksmedizin werden die Wurzeln des Wanzenkrauts als Heilmittel gegen Nerven- und Muskel-Schmerzen eingesetzt.
  • Der Inhaltsstoff Anemosin wird dafür verantwortlich gemacht, dass die Heilpflanze sehr gut gegen Schmerzen wirkt – etwa bei rheumatischen Beschwerden, Menstruations-Schmerzen oder Brust-Beschwerden.
  • Krämpfe werden effektiv gelindert, indem die Muskulatur beruhigt und entspannt wird.
  • Bei unregelmäßigen oder starken  Blutungen und Wechseljahrs-Beschwerden wie Stimmungs-Verschlechterung oder Hitzewallungen tut die Pflanze ebenfalls ihre Dienste.
  • Denn ihre Inhaltsstoffe stimulieren die Ausschüttung der Botenstoffe Dopamin und Serotonin und harmonisieren damit das  seelische Gleichgewicht.
  • Den Salizylaten ist die  entzündungshemmende Wirkung zuzuschreiben. Die Traubensilberkerze gilt auch als traditionelles Heilmittel gegen Tinnitus und Schwindel.

Entwarnung: kein Krebs-Risiko durch Mönchspfeffer

Mönchspfeffer und Traubensilberkerze haben sich hervorragend  bei zu langer, zu schwacher oder zu starker Menstruations-Blutung bewährt.

Und nicht zuletzt können Ihnen diese Heilpflanzen  auch bei Wechseljahrs-Beschwerden wie unregelmäßiger Menstruation, ungewohnt schmerzhaften Blutungen sowie seelischen Beschwerden wie Nervosität und Angst  helfen.

Ein  erhöhtes Brustkrebs-Risiko durch Mönchspfeffer-Präparate, wie vor einigen Jahren gemeldet wurde, besteht nach derzeitigem medizinischen Kenntnisstand nicht.

Das berichtete Professor Wolfgang Wuttke, Endokrinologe und Arzt für Naturheilkunde an der Göttinger Universitäts-Frauenklinik, der den Mönchspfeffer seit Jahren erforscht, im September 2002 in der Fachzeitschrift Ärztliche Praxis.

Alle Mittel brauchen eine Weile, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Daher empfehlen Ärzte eine 3-monatige Einnahmezeit.

Da Traubensilberkerze aber Phyto-Östrogene enthält, deren Krebs-Risiko bei langjähriger Anwendung noch nicht ausgeschlossen ist, sollte sie nicht jahrelang eingenommen werden, z. B. als pflanzliche Hormonersatz-Therapie.

Menstruation Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Die „Pille“ und ihr Einfluss auf die Menstruation

Die Pille schenkt Frauen die Option, selbst entscheiden zu können, ob und wann ihr die Regel ins Konzept passt. Mehr dazu erfahren Sie hier: