Hysterektomie: Wie Sie einen unnötigen Eingriff vermeiden
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Gebärmutter-OP
Nach wie vor ist mindestens jede zweite Gebärmutterentfernung überflüssig. Gynäkologen machen diesen Eingriff viel zu schnell und viel zu oft, weil sie die Gebärmutter – außer zum Kinderkriegen – für nutzlos halten. Dabei hat sie eine ganze Reihe wichtiger Aufgaben für Ihre Gesundheit. Ich sage Ihnen, wie Sie sich gegen übereifrige Operateure schützen können.
Seien Sie doch froh, wenn Sie das Ding endlich los sind!“ Mit einer solch arroganten Bemerkung hat schon mancher Frauenarzt versucht, die Entfernung der Gebärmutter (medizinisch: Hysterektomie) vor seiner Patientin zu rechtfertigen. Bei zögerlichen Frauen gibt es dann schon mal den meist völlig aus der Luft gegriffenen Nachsatz: „Warten Sie nicht zu lange, das könnte bösartig werden.“ Derart bedroht, opfert jede zweite Betroffene eine gesunde Gebärmutter auf dem OP-Tisch. Das betrifft vor allem Frauen, die bereits Kinder haben und über 40 sind. Mit den weiblichen Geschlechtsorganen gehen die Ärzte noch immer recht großzügig um, weil sie ihnen nichts bedeuten, sie an der Operation verdienen oder den Eingriff für ihren Operationskatalog brauchen.
Der größte Teil der Eingriffe ist überflüssig. Manche Kritiker schätzen sogar: In nur 10 Prozent aller Fälle ist die Gebärmutteroperation wegen einer Krebserkrankung gerechtfertigt und lebensrettend. Alle anderen – die „restlichen“ 90 % – sind medizinisch unnötig oder fraglich.
Das sind die häufigsten Indikationen für Gebärmutterentfernungen:
- Am häufigsten wird die Operation bei Myomen und Endometriose empfohlen beziehungsweise vorgenommen. Das ist jedoch nur in wenigen Fällen wirklich empfehlenswert. Myome können auch anders behandelt werden.
- Wiederkehrende starke Blutungen können ebenfalls meist anders behandelt werden. Erst wenn sie durch nichts zu stillen sind, sollte eine Operation bedacht werden.
- Bei einer starken Gebärmuttersenkung beziehungsweise einem Gebärmuttervorfall gibt es manchmal keine andere Alternative.
- Lebensrettend ist dieser Eingriff bei der Diagnose Krebs – die Heilungschancen sind hier besonders hoch.
Doch das sind nach der Erfahrung von Dr. Barbara Ehret-Wagener, Gynäkologin und Rehabilitationsspezialistin in Bad Salzuflen, eher seltene Fälle. Entlarvend für ihre Kollegen: Frauen von Gynäkologen und Rechtsanwälten verlieren wesentlich seltener ihre Gebärmutter. Ärztinnen schneiden nur halb so oft ihren Geschlechtsgenossinnen die Gebärmutter heraus. „Noch immer werden Frauen nicht über Eingriffe unterrichtet, bei denen sie ihre Gebärmutter behalten können – etwa die operative Entfernung einzelner Myome“, kreidet die Gynäkologin aus Bad Salzuflen ihren Kollegen an. Sie tun so, als sei die Entfernung der Gebärmutter eine Lappalie, nach der sich eine Frau sofort wieder fit fühlt, „und als brauche eine Frau ihre Gebärmutter nicht für ihr generelles Wohlbefinden“. Häufig hat sie in ihrer Praxis erlebt, dass Frauen nach dem Eingriff völlig verstört sind und gar nicht wissen, warum ihnen das Organ entfernt wurde. Die meisten Frauen, so die Gynäkologin, leiden noch lange unter Nachbeschwerden und Nebenwirkungen. Sie fühlen sich zudem beschädigt und als Frau unvollständig. Denn kaum eine Frau nimmt leicht Abschied von ihrer Gebärmutter.
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