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Welche Alternativen zur Hysterektomie es gibt

Im Alter von 60 hat jede 3. Frau bereits eine Gebärmutter-Entfernung (Hysterektomie) hinter sich.

Manche Kritiker sagen, dass die Mediziner in zu vielen Fällen eine Hysterektomie durchführen. Aber:

  • Für eine Frau mit Gebärmutterkrebs bedeutet die Operation unter Umständen die einzige Überlebens-Chance.
  • Für eine Frau mit auffallend starken Unterleibs-Schmerzen und starker, unregelmäßiger Periode lindert eine Gebärmutter-Entfernung die schmerzhaften Symptome.

Keine Frau wünscht sich eine unnötige Entfernung der Gebärmutter. Und doch führen Ärzte gelegentlich Gebärmutter-Entfernungen durch, obwohl es kostengünstigere und sicherere Alternativen gibt.

Hysterektomie: Der Operations-Umfang

Die Hysterektomie bezeichnet die operative Entfernung der Gebärmutter. Sie hat zur Folge, dass die Menstruation und die Fähigkeit zur Schwangerschaft für immer beendet ist.

Je nach Art der zugrundeliegenden Beschwerden ist bei einer Hysterektomie die Erweiterung der OP auf andere Organe und Gewebe möglich.

Dies sind die verschiedenen Verfahrensweisen:

  • Total-Operation – Entfernung von Gebärmutter und Gebärmutterhals (Zervix).
  • Total-Operation mit beidseitiger Eileiter- und Eierstock-Extirpation – Entfernung von Gebärmutter, Gebärmutterhals, Eileitern (Tuben) und Eierstöcken (Ovarien). Wenn Sie nicht in den Wechseljahren sind, tritt die Menopause nach der Entfernung der Eierstöcke ein.
  • Radikal-Operation – Mitentfernung des oberen Scheiden-Anteils und des umliegenden Zwischen-Gewebes samt Lymphknoten. Die Chirurgen wenden dieses Verfahren üblicherweise bei Gebärmutterhalskrebs an.

Bei einer Hysterektomie entfernt der Chirurg die Gebärmutter durch Eröffnung der Bauchhöhle oder durch die Scheide hindurch. Beide Operations-Arten finden unter Vollnarkose in 1 – 2 Std. statt. Die Heilungs- und Genesungs-Phase dauert 4 – 6 Wochen.

Nun gibt es ein neues Verfahren namens Laparoskopisch Assistierte Vaginale Hysterektomie (LAVH). Es ermöglicht unter Umständen eine Entfernung der Gebärmutter durch vaginalen Zugang, wo andernfalls eine Eröffnung der Bauchhöhle erforderlich wäre.

Wann diese Operation notwendig ist

Bei  eindringendem Gebärmutterhalskrebs oder Gebärmutterkrebs rettet eine Operation in den meisten Fällen das Leben der Patientin.

Handelt es sich nicht um Krebs, so ist die operative Entfernung i. d. R. aus folgenden Gründen erforderlich:

  • Gebärmutter-Leiomyome (gutartige Gebärmutter-Geschwülste), die Dauerblutungen, Blutarmut, Unterleibs-Schmerzen oder Harndrang hervorrufen.
  • Anormale Blutungen, die nicht durch medikamentöse Behandlung, Dilatation und Ausschabung unter Kontrolle zu bekommen sind.
  • Endometriose (gebärmutterähnliches Gewebe, das außerhalb der Uterushöhle wuchert), die Schmerzen oder Blutungen hervorruft, aber auch wenn eine Hormon-Behandlung oder eine konventionelle operative Entfernung nicht anspricht.
  • Uterus-Prolaps (Gebärmutter-Senkung, bei der sich die Gebärmutter durch geschwächte Stützmuskeln in den Scheiden-Kanal senkt), der zu Harn-Inkontinenz, Druck im Unterleib oder Schwierigkeiten bei den natürlichen Darmbewegungen führt.
  • Chronische Unterleibs-Schmerzen, die ihren Ursprung vermutlich in der Gebärmutter oder den Eierstöcken haben und weder auf psychologische noch auf medikamentöse Therapie ansprechen. Die Schmerzen dauern möglicherweise trotz operativen Eingriffs weiter an.

Unterschiedliche Perspektiven

Da die Gebärmutter stark mit der Weiblichkeit zusammenhängt, empfinden manche Frauen die Gebärmutter-Entfernung als Gefühl des Verlusts. Für eine Frau mit Kinderwunsch mögen die Alternativen zu einer Gebärmutter-Entfernung attraktiv sein.

Andere Frauen wiederum finden, dass die Gebärmutter-Entfernung ein gesteigertes Wohlgefühl vermittelt und eine Chance zum Weiterleben bietet.

Die konkreten Alternativen

Bevor wegen einer gutartigen Erkrankung die Entscheidung für eine Hysterektomie gefällt wird, sollten Sie aber auf jeden Fall zunächst einmal folgende Behandlungen in Betracht ziehen:

  • Medikamente: Durch die Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Agonisten wie Leuprolid und Nafarelin bringt man einige Symptome unter Kontrolle, die mit Myomen, abnormen Unterleibs-Blutungen und Endometriose in Verbindung stehen. Es kann zu Symptomen kommen, die sonst in den Wechseljahren auftauchen. Darüber hinaus steigt möglicherweise das Risiko für Osteoporose. Antibaby-Pillen oder Nicht-Steroidale-Antirheumatika (NSARs) unter ärztlicher Aufsicht normalisieren die Unterleibs-Blutungen. Es kann aber bis zu 1 Monat dauern, ehe die Wirkung einsetzt.
  • Endometriale Ausschälung: Dieses Verfahren stoppt oder vermindert die Blutungen bei etwa 70% der Frauen mit starken Monats-Blutungen. Kälte, Hitze oder Elektrizität verwendet man zur Zerstörung der Uterus-Schleimhaut. Es eignet sich gewöhnlich bei Frauen, die keine Kinder mehr bekommen wollen, da eine Schwangerschaft nach dieser Behandlung potentiell gefährlich ist.
  • Myom-Ektomie: Bei dieser Methode entfernt der Chirurg nur die Myome. Dadurch stoppt er Blutungen sowie Unterleibs-Schmerzen. Dies ist des Weiteren bei einem Laparoskop-Einsatz möglich. Leider tauchen bei 30% der Frauen innerhalb von 5 Jahren nach der Operation neue Tumore auf. Diese Möglichkeit sollte deshalb auf Frauen beschränkt bleiben, die Kinder gebären wollen.
  • Embolie der Gebärmutter-Arterien: Der Chirurg führt einen dünnen Schlauch (Katheter) über eine Bein-Arterie in die Gebärmutter ein, die das Myom versorgt. Man unterbricht den Blutfluss, indem man kleine Plastik-Partikel oder Gelatine in der Arterie injiziert. Ohne Blutzufuhr schrumpfen die Myome mit der Zeit, sodass die Blutungen zurückgehen. Es ist unklar, wie dadurch zukünftige Schwangerschaften beeinflusst werden und ob die Myome wieder auftreten.
Alternativen zur Gebärmutter-Entfernung hängen von der Ausprägung der Symptome ab

In der jüngeren Vergangenheit konnten Frauen sich durch eine Reihe von Alternativen zwischen einer Hysterektomie und diesen Verfahren entscheiden.

BefundAlternativenVorteileNachteile
Gutartige Gebärmutter-Geschwülste (Leiomyome)Gonadotropin ausschüttendes Hormon (GnRH) – Agonisten (Nafarelin, Leuprolide)

Myom-Ektomie (operative Myom-Ausschälung aus der Gebärmutter)

Lässt gutartige Gebärmutter-Geschwülste schrumpfen.

Bringt Blutungen und Druck-Symptome zum Erliegen.

Kann Symptome einer frühen Menopause hervorrufen (Hitzewallungen, trockene Scheide, Stimmungs-Schwankungen). Gebärmutter-Geschwülste treten wieder auf nach Einstellung der Medikamente. Kostspielig.

Geschwüre treten bei 30% der Frauen innerhalb von 5 Jahren wieder auf. Größere Operation.

Anormale BlutungenErweiterung und Ausschabung der Gebärmutter

Nicht steroide entzündungshemmende Medikamente (NSAR), Progesteron, GnRHAgonisten

Endometrium-Abtragung

Sorgt für Gewebe für Krebs-Analyse.

Kann Blutungen unter Kontrolle bringen.

Bringt Blutungen in 70 – 90% der Fälle unter Kontrolle.

Kann unter Umständen keine Abhilfe bei Blutungen schaffen.

Dauert mindestens 1 Monat, bis eine Wirkung einsetzt.

Langzeit-Nebenwirkungen nicht bekannt.

EndometrioseOrales Kontrazeptivum (Pille), GnRH-Agonisten, Danazol

Laser-Therapie

Kann Wachstum der Endometriose verlangsamen.

Zerstört Endometriose.

Orale Kontrazeptiva können zu Flüssigkeits-Ansammlungen führen. GnRH-Agonisten können Symptome der frühen Menopause hervorrufen. Kostspielig. Danazol kann zu übermäßigem Gesichts-Haarwuchs und zu Flüssigkeits-Zurückhaltung führen. Kostspielig.

Eine Vollnarkose ist erforderlich.

Uterus-Prolaps („Gebärmutter-Senkung“)Beckenboden-Übungen

Pessare (Körper, die in die Scheide eingelegt werden)

Stärkt die Muskulatur, die die Gebärmutter stützt und den Urin kontrolliert.

Hilft, die Gebärmutter zu stützen.

Können erfolglos sein.

Können verrutschen oder zu Irritationen führen. Keine Lösung auf lange Sicht. Präkanzeröse Zervix-Läsionen (Dysplasie)

Präkanzeröse Zervix-Läsionen (Dysplasie)Konus-Biopsie, konusförmiges, elektrochirurgisches Exzisions-Verfahren, Laser-Therapie, Kälte-ChirugieIst kaum mit Schmerzen verbunden.Für die Konus-Biopsie ist eine Vollnarkose erforderlich.
Chronische Unterleibs-SchmerzenNSAR, orale Kontrazeptiva

Psychologische Therapie

Kann Erfolg haben.

Bietet Einblick in Techniken der Schmerzbewältigung.

Kann zu Flüssigkeits-Zurückhaltung und Gewichts-Zunahme führen. NSAR können Magen-Irritationen hervorrufen.
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