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Humane Papillomaviren (HPV): Alle Infos zu den mitunter gefährlichen Viren und dem vielzitierten PAP-Test

Humane Papillomaviren (HPV) sind kleine Erreger, die Haut und Schleimhäute befallen. Sie werden hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr, aber auch durch Schmier-Infektionen übertragen.

Von ihnen gibt es etwa 100 verschiedene Typen, von denen 30 wiederum auf den Genital-Bereich „spezialisiert“ sind.

Humane Papillomaviren (HPV) – Ein weit verbreitetes Virus

Die Experten unterscheiden zwischen Niedrig- und Hochrisiko-Typen:

  • Die Niedrig-Varianten sind für die Entwicklung von Feigwarzen verantwortlich.
  • Die riskanten Vertreter – insbesondere die Typen HPV-16 und HPV-18 – lösen unter Umständen den gefürchteten Gebärmutterhalskrebs aus.

Etwa 70% aller sexuell aktiven Frauen infizieren sich mindestens 1x in ihrem Leben mit HPV. Zu 90 – 95% heilt die Infektion – unbemerkt und ohne Schaden anzurichten – aus.

Als gefährlich erweist es sich, wenn sich die Hochrisiko-Typen als Dauergäste einnisten: Sie können noch Jahrzehnte nach der Ansteckung die Bildung von Tumor-Zellen am Gebärmutterhals begünstigen.

Das höchste Risiko dafür tragen Frauen, die im frühen Alter bereits Sex mit wechselnden Partnern hatten.

Alkohol erhöht das Risiko für HPV-Viren

Zu viel Alkohol schadet der Leber, aber auch dem Herz-Kreislauf-System und anderen Organen – so viel ist klar.

Doch eine neue Studie aus Florida – durchgeführt mit dänischen Männern – zeigt nun: Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, haben ein deutlich  größeres Risiko, sich mit Humanen Papilloma-Viren zu infizieren.

Die Forscher hatten über 1.300 Männer auf einen Befall mit HPV-Viren untersucht. Außerdem wurden die Studien-Teilnehmer dahingehend befragt, wie viel Alkohol sie tranken. Aus diesen Angaben wurde die durchschnittliche Menge in Gramm pro Tag berechnet.

Dabei zeigte sich der Zusammenhang zwischen Alkohol-Konsum und HPV-Infektion:

Diejenigen, die mehr als 9,9 g Alkohol am Tag tranken, waren mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit mit HPV-Viren infiziert. (Diese Menge Alkohol entspricht 1/4 l Bier am Tag). Das Risiko für eine Infektion stieg um 13%, das für eine Infektion mit krebsauslösenden HPV-Viren sogar um 35% an.

Der Grund dafür, so die Forscher, ist, dass Alkohol das Immunsystem hemmt. So haben Viren und Bakterien es deutlich leichter, in den Körper einzudringen und hier Infekte und Erkrankungen auszulösen.

Wie Sie sich schützen können

Der beste Schutz vor Übertragung ist und bleibt das Kondom.

In der Pubertät ist die Schleimhaut des Gebärmutterhalses noch besonders durchlässig und die Erreger setzen sich leichter fest. Rauchen sowie ein geschwächtes Immunsystem gelten dafür als zusätliche Risikofaktoren.

Der PAP-Test

Bei der routinemäßigen Früherkennungs-Untersuchung nimmt der Gynäkologe einen Abstrich des Sekrets aus der Scheide und vom Gebärmuttermund.

Damit können entzündliche Veränderungen der Zellen oder mögliche Vorstufen von Krebs erkannt werden, wenn Sie noch keinerlei Beschwerden haben.

Dieser Abstrich wird auf einem Objektträger fixiert und in einem Spezial-Labor dann mithilfe des nach seinem Erfinder, dem griechischen Arzt George Papanicolaou, benannten PAP-Tests untersucht. Diesen gibt es bereits seit den 1950er-Jahren.

Die Test-Ergebnisse werden in 5 Stufen eingeteilt:

  1. PAP I – kommt nur bei ganz jungen Mädchen vor, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten.
  2. PAP II – ist der normale Befund für erwachsene Frauen. Er bedeutet, dass alles in Ordnung ist, auch wenn geringfügige Zellveränderungen nachweisbar sind.
  3. PAP III – spricht für leichte Zellveränderungen in der Schleimhaut.
  4. PAP IV – weist Zellveränderungen nach, die sich zu einem Tumor entwickeln könnten.
  5. PAP V – ist der Nachweis für bösartige Tumor-Zellen.

Dies gilt als eines der wenigen erfolgreichen Früherkennungs-Modelle, ist aber mittlerweile nicht mehr ganz unumstritten:

PAP-Abstrich unzuverlässig

Der PAP-Test hat sich jedoch in vielen Fällen als nicht zuverlässig erwiesen, denn:

  • Einerseits kommt es häufig vor, dass sich Zellveränderungen von selbst wieder zurückbilden.
  • Zum anderen hängt das Ergebnis davon ab, wie gut und sorgfältig der Gynäkologe den Abstrich vornimmt.
  • Einige benutzen statt eines Bürstchens ein Wattestäbchen, das nicht genug Zellen aufnimmt.
  • Viele Ärzte treffen die Stelle nicht, an der es möglicherweise zu Zellveränderungen gekommen ist, oder dringen nicht tief genug ein.

Manchmal sind die Ergebnisse nicht eindeutig, manchmal werden sie falsch interpretiert. So gibt er Fehlalarm, der sich später als harmlos herausstellt, oder Entwarnung, wo dies nicht angebracht ist.

Insgesamt wird dem PAP-Test eine Fehlerquote von 20 – 60% nachgesagt.

Wenn das nächste Mal bei Ihnen ein Abstrich genommen wird, bestehen Sie darauf, dass der Arzt ein Bürstchen verwendet, auch wenn Sie das etwa 5 € kostet!

HPV-Test: Wichtiger als der übliche PAP-Abstrich?

Viele Experten sehen es deshalb inzwischen als wesentlich sinnvoller an, den neu entwickelten und äußerst zuverlässigen HPV-Test zunächst in der Früherkennung insbesondere bei Frauen ab 30 routinemäßig einzusetzen.

Und das begründen sie so: Man weiß heute, dass es so gut wie keinen Gebärmutterhalskrebs ohne die Beteiligung von Humanen Papillomaviren gibt.

Eine regelmäßige Früherkennung mit dem PAP-Test ist deshalb v. a. wichtig bei Frauen, bei denen der HPV-Test positiv ist. Den anderen Frauen kann man künftig unter Umständen die Erkennung auf Zellveränderungen und die damit verbundene Aufregung ersparen. Über das weitere Vorgehen wird jedoch noch diskutiert.

HPV-Test für Frauen ab 30 sinnvoll

Da Humane Papillomaviren (HPV) bei 50% aller sexuell aktiven Mädchen und jungen Frauen nachzuweisen sind und man davon ausgehen muss, dass ein großer Teil wieder ausheilt, wird ein genereller HPV-Test bei ihnen nicht empfohlen.

Bei Frauen über 30 kann sich das Virus dagegen schon seit einigen Jahren eingenistet haben. Da zwischen einer Infektion und der Entstehung von veränderten Zellen 8 – 10 Jahre – meist sogar Jahrzehnte – liegen, erscheint bei ihnen ein HPV-Test am sinnvollsten.

Bei HPV-negativen Frauen würde es dann möglicherweise genügen, alle 3 – 5 Jahre auf eine mögliche Infektion mit dem Warzen-Virus zu testen.

Die Frauen über 30, bei denen Humane Papillomaviren (HPV) festgestellt werden, sollten regelmäßig untersucht werden.

Der HPV-Test wird heute nur bei auffälligen oder unklaren PAP-Befunden vorgenommen und von der Kasse bezahlt. Sie können ihn aber jederzeit auch auf eigene Faust machen lassen (Kostenpunkt: etwa 55 €).