Harnwegsinfektionen: Glykoproteine erleichtern Mikroben die Ansiedlung
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Von Bedeutung ist die Beobachtung, daß die angreifenden E. coli-Bakterien an ihrer Oberfläche fadenförmige Ausläufer besitzen – sogenannte Pili –, mit deren Hilfe sie gezielt an spezielle Glykoproteine (Verbindungen aus Zucker- und Eiweißmolekülen) in der Schleimhaut der Harnwege andocken. Einmal fest angeheftet, beginnen sie sich zu vermehren und in die oberen Bereiche der Harnwege aufzusteigen.
Untersuchungen haben gezeigt, daß jene Glykoproteine, die den Coli-Bakterien als „Andockstelle” dienen, in der Scheidenschleimhaut von Frauen mit chronisch-rezidivierenden Harnwegsinfekten häufiger vorkommen als bei gesunden Personen. Außerdem ist bei den Patientinnen häufig das Scheidenmilieu nicht sauer genug (der sogenannte pH Wert ist zu hoch). Beides scheint für die Entstehung des Harnwegsinfektes entscheidend zu sein.
Das Team von Professor Schaeffer in Chicago arbeitet derzeit an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die bakteriellen Pili. Er soll insbesondere Frauen mit häufig wiederkehrenden Harnwegsinfekten zu Hilfe kommen.