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Gesundes Bindegewebe schützt Sie vor Übersäuerung

Frauen haben von Haus aus ein schwächeres Bindegewebe als Männer, denn es muss sich während einer Schwangerschaft ausdehnen können. Die dazwischen angesiedelten Fettzellen sind die stille Reserve für das Wachstum des Ungeborenen. Das wird von Frauen jedoch als Nachteil empfunden. Wenn das Gewebe überdehnt wird, treten die Fettzellen hervor und zeichnen sich als unschöne Dellen ab.

Neben seiner Dehnungsfunktion spielt das Bindegewebe in Ihrem Organismus noch eine wichtige Rolle als Säurepuffer. Die ständig im Körper ablaufenden Stoffwechselprozesse sind auf Enzyme angewiesen, die in jeder Zelle Abbauprodukte hinterlassen. Normalerweise ist das für Ihren Körper kein Problem. Sind Sie jedoch krank oder haben Sie zu viel Stress, dann laufen die Stoffwechselprozesse nicht mehr rund, und es bilden sich Stoffwechselsäuren. Diese werden in Ihrem Bindegewebe abgelagert.

Das Bindegewebe setzt nach und nach einen Teil der Säuren wieder frei. Dazu werden Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Kalzium und Natrium benötigt, die normalerweise in Ihrem Blut vorhanden sind. Diese neutralisieren die Säuren wieder.

Cellulite ist bei Frauen der Normalfall

Fehlen Ihnen diese Nährstoffe, baut Ihr Bindegewebe immer weniger Stoffwechselsäuren ab. Nach und nach wird es starrer. Der An- und Abtransport von Nähr- und Abbaustoffen zwischen den Zellen funktioniert nicht mehr. Hinzu kommt, dass die Fettzellen die feinen Blut- und Lymphgefäße quetschen, wodurch der Abtransport der Abbaustoffe ebenfalls behindert wird. Staut sich nun auch noch die Gewebsflüssigkeit, verstärkt sich die Berg- und Tal-Optik des Gewebes immer mehr. Darüber hinaus ist die Bindegewebsschicht, die die obere von der unteren Hautschicht trennt, bei Frauen besonders dünn, so dass sich die darunter liegenden Fettzellen durchdrücken können. Also überhaupt nichts Schlimmes: Cellulite ist bei Frauen der Normalfall und nicht die Ausnahme. Männer stört sie in der Regel nicht. Nach einer Umfrage des Kosmetik-Studiengangs der Universität Hamburg leiden jedoch bis zu 90 Prozent aller über 20-jährigen Frauen darunter.

Cellulite lässt sich nicht wegzaubern

Die meisten Frauen sich damit nicht abfinden. Medien und Werbung unterstützen sie in dem Glauben, Cellulite lasse sich problemlos bekämpfen. Es werden beispielsweise jede Menge Cremes, Tinkturen, Öle, Massageroller und Vakuum- Kneter angeboten, die in der Regel alle nicht halten, was sie versprechen.

Das sind die wirklichen Cellulite-Killer

Meine 11 Tipps helfen Ihnen verlässlich gegen schwaches Bindegewebe:

  1. Bei echtem Übergewicht sollten Sie Ihre Ernährung langsam umstellen und so eine Fettschmelze einleiten.
  2. Das ideale Anti-Cellulite-Essen besteht aus kaliumhaltigen Lebensmitteln wie Bananen, Pilze, Kartoffeln, Vollkornprodukten, Nüsse und Spargel. Kalium reguliert die Säure-Basen-Balance in Ihrem Körper, baut körpereigenes Eiweiß auf und aktiviert Enzyme, die am Fettabbau und am Abtransport von Abbauprodukten im Bindegewebe beteiligt sind. Essen Sie viel Obst und Gemüse – am besten fünf Portionen am Tag. So führen Sie Ihrem Körper genau jene alkalischen Stoffe zu, die er für die Neutralisation der Säuren im Bindegewebe braucht (Magnesium oder Kalzium zum Beispiel).
  3. Pflanzenöstrogene aus der Nahrung helfen ebenfalls bei der Fettschmelze. Die hormonähnlichen sekundären Pflanzenstoffe können dafür sorgen, dass geringere Mengen des fettspeichernden Hormons Lipoproteinlipase gebildet werden. Pflanzenöstrogene stecken unter anderem in Soja und Sojaprodukten, in Linsen, Leinsamen, Weizenkleie, Roggen, Hafer, Blaubeeren, Stachelbeeren und schwarzen Johannisbeeren. Die Einnahme von Sojaextrakten ist nicht sinnvoll.
  4. Ballaststoffe in Vollkornprodukten und Knäckebrot regen die Verdauung an und helfen dem Stoffwechsel des Bindegewebes auf die Beine.
  5. Vitamin C und Selen sind Partner für ein starkes Bindegewebe – sie unterstützen dessen Stoffwechsel. Ernähren Sie sich so, dass Sie diese Stoffe ausreichend zuführen, zum Beispiel durch Johannisbeeren, Erdbeeren, Kohlrabi, Paprika oder Naturreis.
  6. Das Spurenelement Silizium festigt als Aufbausubstanz das Bindegewebe und verstärkt seine Spannkraft. Zudem kann es Abbauprodukte an sich binden und für deren rascheren Abtransport sorgen. Es ist in Kieselsäure enthalten und als Nahrungsergänzungsmittel in der Apotheke erhältlich.
  7. Spülen Sie Ihr Bindegewebe durch, indem Sie ausreichend trinken. Das regt den Abtransport der Abbauprodukte an. Trinken Sie mindestens 1,5 Liter pro Tag – am besten Wasser.
  8. Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen oder Radfahren lassen Fettzellen schmelzen und festigen das Bindegewebe. Aqua-Jogging trainiert die Muskeln, gleichzeitig massiert das Wasser Ihr Bindegewebe. Aber übertreiben Sie es nicht: Sportarten wie Step-Aerobic oder Marathonlaufen sind kontraproduktiv, denn das harte Auftreten kann das Bindegewebe schädigen. Gönnen Sie sich jeden zweiten Tag eine Trainingspause, denn wer jeden Tag trainiert, verschlimmert seine Cellulite. Die Muskeln übersäuern und Lymphfluss sowie Durchblutung verschlechtern sich.
  9. Lymphmassage nach Dr. Vodder regt die Mikrozirkulation in den kleinsten Blutgefäßen an und sorgt für einen besseren Stoffwechsel des Bindegewebes. Ideal sind anfangs zwei Massagen pro Woche.
  10. Produkte, die äußerlich angewendet werden, lassen Ihre Cellulite nicht verschwinden. Doch das Eincremen und leichte Massieren kann das Hautbild verbessern. Das erreichen Sie aber auf preiswertem Weg, indem Sie sich jeden Morgen eine Massage mit einem Sisal- oder
  11. Luffahandschuh gönnen.
  12. Morgendliche Wechselduschen kräftigen das Gewebe. Sie sollten sich dreimal nacheinander abwechselnd warm und kalt abbrausen und mit einem kalten Schauer aufhören.
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