Geschlechtskrankheiten: Herpes Genitalis
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Allgemein bekannt sind die Bläschen, die sich an der Lippe nach ausgiebiger Sonnenbestrahlung, bei der Menstruation oder bei Fieber mit Schmerzen, Rötung und Schwellung ansiedeln. Sie sind durch Herpesviren Typ 1 hervorgerufen.
Bläschen, die immer wieder aufschießen
Ein ganz ähnliches Krankheitsbild wird im Bereich des Genitale durch Herpesviren Typ 2 (manchmal auch Herpes Typ 1) ausgelöst. Die Übertragung geschieht durch Tröpfchen- und Schmierinfektion. Eintrittspforte sind die Schleimhaut oder kleine Verletzungen der äußeren Haut. Der Herpes genitalis gilt als sexuell übertragene Infektion. Betroffen sind vor allem junge Leute im sexuell aktiven Alter zwischen 20 und 40 Jahren, in Deutsch-land etwa 20% der Bevölkerung.
Die Erstinfektion verläuft wie beim labialen Herpes (labial = im Lippenbereich) in über 90% unbemerkt. Nur ca. 1% der Betroffenen leiden unter Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie verstreut aufschießenden Flecken, Bläs-chen und kleinen Geschwüren. Diese Stellen brennen und schmerzen sehr heftig, oft schon, bevor Bläschen aufschießen. Im Gegensatz zur Pilzinfektion, die juckt, steht hier der brennende Schmerz ganz im Vordergrund. Die Lymphknoten in der Leiste sind geschwollen.
Bis zu zwölf Attacken und mehr pro Jahr
Wichtiger und schwererwiegend für die Betroffenen als diese Ersterkrankung ist die Tatsache, daß in etwa der Hälfte der Fälle die Bläschen immer wieder auftreten. Nach der Erstinfektion zieht sich das Virus nämlich in einen Nervenknoten zurück, der dem Hautareal zugeordnet ist. Unter verschiedenen Umständen (Streß, Immunschwäche, andere Infektionen, UV-Licht) wird es dann, wie beim Herpes labialis auch, reaktiviert. Das Virus wandert zurück in Schleimhaut und Haut und verursacht neue Probleme.
Manche Frauen werden so von zwölf oder sogar mehr Attacken pro Jahr geplagt. Dabei spüren sie manchmal nur heftiges Brennen, und der Arzt findet die oft winzigen Bläschen oder Geschwüre auf den Schamlippen, in der Vagina oder auf dem Muttermund nur mit der Lupe oder dem Kolposkop (Gerät zur genauen Betrachtung des Muttermunds). Manchmal schießen die Pusteln oder Bläschen auch auf dem Gesäß oder am Oberschenkel auf.
Ganz wichtig zu wissen ist, daß das Virus, auch wenn es kaum oder gar keine Beschwerden verursacht, bei jeder Reaktivierung übertragen werden kann. Erkrankt eine Frau während der Schwangerschaft an einem Herpes genitalis, kann das Baby unter der Geburt angesteckt werden und lebensbedrohlich erkranken.
Diagnose und Therapie
Der Abstrich aus Bläschen oder kleinen Geschwüren mit anschließender Kultivierung des Erregers im Labor sichert die Diagnose. Für die Therapie kann Ihnen Ihr Gynäkologe wirksame Anti-Viren-Präparate in Tablettenform für 5 – 10 Tage verordnen. Treten mehr als sechs Rückfälle pro Jahr auf, ist eine Langzeitbehandlung zu empfehlen.
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