Gebärmutterhalskrebs: Vorsorgeuntersuchung
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GNL5356
Bei der Vorsorge-Untersuchung werden mit einem Wattetupfer oder Bürstchen Zellen von der Schleimhaut des Gebärmutterhalses abgestrichen und auf ein Glasplättchen übertragen. Dieses wird in ein Speziallabor eingeschickt, wo die Zellen unter dem Mikroskop nach bösartigen Veränderungen abgesucht werden. Dieser zytologische Abstrich (Zell-Abstrich) heißt nach dem Erfinder der Methode, Papanicolaou, kurz Pap-Abstrich. Ihn gibt es seit den 50er Jahren, und er hat schon Millionen von Frauen das Leben gerettet. Seither sank die Erkrankungsund vor allem die Sterberate an Zervixkarzinomen deutlich.
Der Pap-Test hat nach wie vor seine Berechtigung. Seine Ergebnisse werden, je nachdem wie weit die Zellveränderungen fortgeschritten sind, in verschiedene Grade eingeteilt (Klassifikation I – V). Die Krebsvorstadien oder auch Anfangsstadien (Carcinoma in situ = Karzinom, das sich noch auf ein sehr eng umgrenztes Gebiet beschränkt) können gut behandelt werden, so daß es gar nicht erst zum massiven Ausbruch der Krebskrankheit kommt.
Nach wie vor trägt der Pap-Abstrich also dazu bei, die Entwicklung eines Zervixkarzinoms abzublocken, und er sollte deswegen von jeder Frau genutzt werden. In letzter Zeit jedoch mehren sich die Anzeichen, daß wieder mehr Frauen an einem Zervixkarzinom erkranken. Warum?
Die Frauen werden anscheinend wieder nachlässiger mit den Vorsorgeuntersuchungen. Nach Ansicht von Experten ist aber ein weiterer Grund, daß mit dem Pap-Test nur 70 bis 75 Prozent der durch HPV verursachten Zellveränderungen nachgewiesen werden können. 25 bis 30 Prozent der Pap-Abstriche zeigen keine eindeutigen zytologischen Ergebnisse. So werden manche der Frauen mit sogenannten „grenzwertigen“ zytologischen* Befunden überbehandelt – ihre Zellveränderungen würden von allein wieder abheilen. Andererseits erhalten andere nicht rechtzeitig die nötige Behandlung. Damit verstreicht kostbare Zeit. (*Zytologie = Lehre von der Zelle)