Gebärmutterhalskrebs: Grundlagen
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Vorsorge-Tests können Leben retten
Ein ganz neues Testverfahren macht es möglich, das Erkrankungsrisiko gefährdeter Frauen bereits vor dem Auftreten sichtbarer Schleimhautveränderungen festzustellen. Damit braucht keine Frau mehr Angst vor Gebärmutterhalskrebs zu haben, geschweige daran zu sterben – vorausgesetzt, sie nimmt die Chance der Vorsorgeuntersuchungen wahr.
Einerseits ist Gebärmutterhalskrebs weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung von Frauen. Andererseits ist dies die einzige Krebsart, von der man weiß, wie und wodurch sie entsteht und wie sie zu verhüten ist. Erste Veränderungen der Schleimhaut können bei der Vorsorgeuntersuchung erkannt und danach schon vor Ausbruch der eigentlichen Krebserkrankung erfolgreich behandelt werden! Die Frau ist danach gesund.
Gebärmutterhalskrebs – medizinisch Zervixkarzinom – wird durch Viren ausgelöst, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. (So ist beispielsweise bei enthaltsamen Nonnen nie Gebärmutterhalskrebs aufgetreten.) Bis zu 80 Prozent aller Frauen infizieren sich irgendwann mit solchen „Human Papilloma Viren“ (HPV). Bei den meisten Frauen heilt eine Infektion ohne Beschwerden oder fatale Folgen aus, und sie sind danach immun gegen dieses spezielle Virus. Wie kommt es aber dann zu einem Zervixkarzinom?
Gefährliche und ungefährliche Papilloma-Viren
Es gibt mindestens 100 verschiedene Typen von Papilloma-Viren, von denen die einen harmlos und andere wiederum krebserregend sind. Vor diesen gilt es, sich zu schützen.
Einige der HP-Viren verursachen Warzen (Kondylome) im Genitalbereich, die sich meist bis in den Analbreich ausdehnen. Solche Feigwarzen sind zwar unschön, sie können jucken und stören, sind aber im Grunde gutartig. Doch da es verschiedene Sorten von Warzen gibt, sollte sich jede Frau, die im Genital- und/oder Analbereich irgendwelche Warzengebilde feststellt, frauenärztlich untersuchen lassen. Der Arzt kann sie ambulant unter Vollnarkose oder Lokalanästhesie entfernen; allerdings wachsen sie oft einige Monate später nach.
Vorsorge-Untersuchungen wahrnehmen!
Bestimmte Typen der HP-Viren dagegen scheinen äußerst gefährlich zu sein: Die hochriskanten HPV-Arten steigen zur Gebärmutter auf und setzen Läsionen (Verletzungen) in der Schleimhaut des Gebärmutterhalses. Werden diese Läsionen (auch Präkanzerose oder zervikale Dysplasie genannt) nicht behandelt, können sie maligne (bösartig) werden. Je früher der Arzt Veränderungen der Gebärmutterhalsschleimhaut feststellt, desto früher und erfolgreicher lassen sich solche Läsionen sanieren. Das „Gute“ ist nämlich, daß sich der Krebs meist erst 10 bis 20 Jahre nach der Infektion durch HP-Viren entwickelt. Deswegen sind die gynäkologischen Vorsorge-Untersuchungen so wichtig, die jeder Frau ab 20 Jahren kostenlos zustehen, aber leider nur von knapp 30 Prozent regelmäßig genutzt werden.