Endometriose: Grundlagen
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Jede 10. Frau leidet unter versprengten Zellen der Gebärmutterschleimhaut – medizinisch: Endometriose. Diese haben sich infolgedessen dort angesiedelt, wo sie nicht hingehören. Das Leiden ist zwar gutartig, kann aber sehr unangenehm werden – etwa wenn es während der Periode zu Schmerzen im Unterleib und verstärkten Blutungen kommt. Doch es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Beschwerden der Endometriose zu mildern.
Die Endometriose ist eine der häufigsten gutartigen Erkrankungen in der Gynäkologie. Die medizinische Bezeichnung bedeutet „Gebärmutterschleimhaut-Krankheit“, was aber nicht korrekt ist, denn die Schleimhaut ist nicht krank, sie sitzt nur zum Teil da, wo sie nicht hingehört. Bei der Endometriose lagern sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter an. Das kann im Genitalbereich sein, etwa an den Eierstöcken oder den Eileitern, aber auch außerhalb der Geschlechtsorgane im Bauchraum – zum Beispiel am Darm, an der Blase oder am Bauchfell. Entsprechend unterschiedlich sind logischerweise auch die Beschwerden. Oft klagen die Frauen über Schmerzen im Kreuz und in den Schenkeln, die sich durch Wärme oder Schmerzmittel nicht bessern. Warum sich die Zellen dort ansiedeln und wie genau sie dorthin gelangen (wahrscheinlich über das Blut oder die Lymphe), ist noch ungeklärt.
Einige aktuelle Untersuchungen legen einen Zusammenhang zwischen der Endometriose und einer Störung des Immunsystems nahe. Amerikanische Forscherinnen haben beobachtet, dass Frauen mit Endometriose häufiger auch unter Allergien, Asthma, Medikamentenüberempfindlichkeit sowie bestimmten Autoimmunkrankheiten leiden. Denn auch unter normalen Umständen können Schleimhautzellen aus der Gebärmutter über den Eileiter in den Bauchraum gelangen, wo sie allerdings aufgelöst werden, ohne dass sie Schaden anrichten können. Ebenso spielt möglicherweise die Schadstoffbelastung unserer Umwelt eine Rolle. Eine Verschleppung von Gebärmutterschleimhautzellen bei chirurgischen Eingriffen wie dem Kaiserschnitt wird ebenfalls diskutiert.
Die versprengten Zellen können während der Menstruation ebenfalls bluten
Sicher ist, dass die versprengten Zellen auch außerhalb der Gebärmutter das von den Hormonen ausgelöste monatliche Auf und Ab mitmachen. Sie schwellen während des Zyklus an und können zum Zeitpunkt der Menstruation bluten, was erhebliche Schmerzen verursachen kann. Die versprengten Zellen unterliegen vor allem dem Einfluss des Östrogens. Es kommt zu einer inneren Blutansammlung, die Entzündungen, Verklebungen und Verwachsungen nach sich ziehen kann. Bei betroffenen Frauen kommt es häufiger zu ungewollter Kinderlosigkeit, Eileiterschwangerschaften oder Fehlgeburten. Frauen, die mit einer Spirale verhüten, haben häufiger eine Endometriose und oft auch größere Beschwerden.