Endometriose: Behandlung mit Hormonen
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In schweren Fällen wird operiert. In leichteren Fällen oder bei Frauen, die nicht (gleich) operiert werden können, ist eine medikamentöse Therapie angezeigt. Dafür kommen verschiedene Substanzen in Frage:
Durch Einnahme von Gelbkörperhormonen soll die Gebärmutterschleimhaut – und damit auch die der Endometrioseherde – in ihrem Wachstum gebremst werden. Ziel ist, dass sich die Herde umwandeln (so genannte deziduale Umwandlung) und allmählich auflösen. Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Akne oder Depressionsneigung sind möglich. Dafür kann diese Therapie aber eine Rückbildung der Herde in über 60 % und eine Beschwerdefreiheit bis zu 90 % aufweisen. Eine ständige ärztliche Kontrolle ist dabei erforderlich.
Die Behandlung mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen (wie Pille) beruht auf dem Prinzip der Scheinschwangerschaft. Während einer Schwangerschaft verschwinden nämlich die Beschwerden der Endometriose wie von selbst, bei manchen Frauen nur vorübergehend, nicht selten aber auch für immer. Die Rückbildungsrate ist mit 90 % sehr gut; dafür verspürt aber jede zweite Frau unter dieser Behandlung deutliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Spannungsgefühl in der Brust, Durchbruchsblutungen oder depressive Verstimmungen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme von Danazol. Das ist eine Substanz, die sehr kompliziert auf verschiedenen Wegen wirkt (indirekt über das Gehirn, direkt auf Eierstöcke und Endometriose) und auch noch einen Einfluss auf das Immunsystem hat. Danazol sollte kontinuierlich über 6 Monate eingenommen werden. Die Erfolgsquoten liegen sehr hoch (subjektiv bis 100 %, objektiv, d. h. ärztlich überprüfbar, bis 90 %). Die (gewollte) Schwangerschaftsrate nach einer solchen Behandlung wird mit 40 bis 70 % angegeben. Allerdings ist auch hier mit Gewichtszunahme zu rechnen, darüber hinaus mit vorübergehenden Zeichen der Vermännlichung.
Wechseljahre, künstlich erzeugt
Das Prinzip einer Therapie mit so genannten GnRH-Agonisten ist es, den Zyklus ganz auszuschalten und damit vorübergehend „künstliche Wechseljahre“ auszulösen. Die Behandlungsdauer ist auf 6 Monate begrenzt, damit sich der Hormonhaushalt und der therapiebedingte Verlust an Knochendichte wieder normalisieren können. Die Nebenwirkungen entsprechen in etwa den Symptomen der Wechseljahre, d. h. es treten Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen usw. auf.
Die Forschung ist natürlich bestrebt, Endometrioseherde ganz gezielt angehen zu können. Denn alle bislang verfügbaren Medikamente richten sich nicht nur gegen die Zellsprengsel, sondern greifen auch an der Gebärmutter an, von der die Zellen letztlich stammen. Eine Therapie, die nur die Endometriose beseitigt, gibt es leider noch nicht.