MenüMenü

Endometriose: Alle Infos rund um versprengte Gebärmutter-Schleimhaut

Unter Endometriose verstehen wir das Auftreten versprengter Zellen von Gebärmutter-Schleimhaut (Endometrium), die sich außerhalb der Gebärmutter-Höhle zu Schleimhaut-Inseln zusammenschließen.

Die Endometriose stellt eine der häufigsten gutartigen Erkrankungen in der Gynäkologie dar; jede 10. Frau leidet darunter. Mehr als 3 Mio. Frauen haben hierbei regelmäßig zur Zeit der Periode Schmerzen im Unterleib und verstärkte Blutungen.

Die Wahrscheinlichkeit, eine Endometriose zu bekommen, nimmt mit dem Alter zu – allerdings nur bis zu den Wechseljahren. Nach der Menopause sinkt sie rapide, und es können sich selbst bereits bestehende Endometriose-Herde wieder zurückbilden.

Das Leiden ist zwar gutartig, kann sich jedoch sehr unangenehm anfühlen – etwa wenn es während der Periode zu Schmerzen im Unterleib und verstärkten Blutungen kommt.

Nicht alle betroffenen Frauen wissen allerdings davon, denn das Leiden muss sich nicht unbedingt bemerkbar machen. Behandelt werden muss es nur, wenn sich die Frau davon erheblich beeinträchtigt fühlt.

Es existiert eine Reihe von Möglichkeiten, die Beschwerden der Endometriose zu mildern.

Endometriose: Zellen am falschen Platz

Die medizinische Bezeichnung bedeutet „Gebärmutter-Schleimhaut-Krankheit“. Dies ist nicht korrekt, denn die Schleimhaut ist nicht krank, sondern sitzt lediglich z. T. da, wo sie nicht hingehört:

Bei der Endometriose lagern sich Zellen der Gebärmutter-Schleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter an. Das kann im Genital-Bereich wie an den Eierstöcken oder den Eileitern sein, aber auch außerhalb der Geschlechts-Organe im Bauchraum, z. B. am Darm, an der Blase oder am Bauchfell.

An diesen Stellen können Endometriose-Herde sitzen

Meist sind die Herde zu finden in:

  • Eierstöcken,
  • Eileitern,
  • Harnblase,
  • Scheide
  • oder in der Auskleidung des kleinen Beckens.

Endometriose-Herde sitzen zudem unter Umständen an vielen Stellen gleichzeitig.

Am häufigsten (bei etwa 60% der betroffenen Frauen) befinden sie sich im Raum zwischen Gebärmutter-Hinterwand und Dickdarm sowie an den Haltebändern der Gebärmutter. In der Hälfte aller Fälle sind darüber hinaus die Eierstöcke betroffen, wo sich Zysten bilden können.

Für den Befall von Harnblase und Enddarm ist eine Häufigkeit von 12 – 15% angegeben. Andere Lokalisationen innerhalb und außerhalb des Beckens treten selten auf.

Die Herde finden sich außerdem manchmal sogar an absurden Stellen wie:

  • Nabel,
  • Rippenfell,
  • Lunge,
  • Rückenmarks-Kanal
  • oder Achselhöhlen,

wohin sie verschleppt werden können.

Entsprechend  unterschiedlich fallen logischerweise die Beschwerden aus: Viele Frauen klagen über Schmerzen im Kreuz und in den Schenkeln, die sich durch Wärme oder Schmerzmittel nicht bessern.

Der Douglas’sche Raum

Bei einem Endometriose-Knoten im Douglas’schen Raum, also zwischen Darm und Scheide (Septum rectovagina), kann der behandelnde Arzt den Knoten hinter der Gebärmutter durch die Scheide oder über den Bauchraum entfernen.

In vielen Fällen entfernt er dabei ein Stück der Scheidenhaut oder der Darmwand mit.

Die „Schokoladenzyste“

Sehr aktive Endometriose-Herde führen zu einer Ansammlung von  Blut im Eierstock. Die Folge ist eine Zyste (Endometriose-Zyste = „Schokoladenzyste“).

Befinden sich versprengte Gebärmutter-Schleimhautzellen im Eierstock, können sie während der Menstruation in eine geschlossene Hülle hineinbluten. Im Laufe der Zeit entsteht eine große, blutgefüllte Zyste.

Aufgrund der schwarzen Farbe ihres Inhalts nennt man sie Schokoladen- oder Teerzyste. Darüber hinaus kann es an der Oberfläche dieser Zysten zu Blutungen kommen, die unter Umständen zu starken Verwachsungen führen.

Dem Zyklus unterworfen

Wachsen Endometrium-Partikel zu Geweben an, reagieren sie auf die hormonellen Veränderungen während des Zyklus wie normale Gebärmutter-Schleimhaut: Setzt hier die Periode ein, beginnen auch die Endometriose-Herde zu bluten.

Da dieses Blut aber nicht nach außen abfließen kann, bilden sich immer dicker werdende Zysten oder Blutseen in der Bauchhöhle (im Darm, der Lunge oder wo auch immer sie sich angesiedelt haben).

Das erklärt die oft unerträglichen Schmerzen, die viele Frauen mit Endometriose während ihrer Menstruation haben.

Nicht selten werden diese als „Hypermenorrhoe“ (starke Regel) abgetan oder die Frauen für überempfindlich gehalten. Denn nach der Menstruation hören auch die Herde zu bluten bzw. zu schmerzen auf.

Ursachen für Endometriose: Die Entstehung ist rätselhaft

Auch unter normalen Umständen gelangen Schleimhautzellen aus der Gebärmutter über den Eileiter in den Bauchraum. Allerdings löst der Körper sie dort auf, ohne dass sie Schaden anrichten.

Warum sich die Zellen dort ansiedeln, wo sie es tun, und wie sie dorthin gelangen, bleibt indes ein Rätsel. Die genaue Ursache dieses Leidens ist nach wie vor nicht umfassend geklärt.

Doch gibt es verschiedene Theorien zu ihrer Entstehung; sie reichen von:

  • Zellveränderungen
  • über die Absiedelung von Zellen aus geplatzten Eierstockzysten
  • bis hin zur Verschleppung von Zellen der Gebärmutter-Schleimhaut über Blut- und Lymphgefäße.

Einige Untersuchungen legen außerdem einen Zusammenhang zwischen der Endometriose und einer Störung des Immunsystems nahe. Amerikanische Forscherinnen beobachteten, dass Frauen mit Endometriose in vielen Fällen leiden unter:

  • Allergien,
  • Asthma,
  • Medikamenten-Überempfindlichkei
  • sowie bestimmten Autoimmun-Krankheiten.

Ebenso spielt möglicherweise die Schadstoff-Belastung unserer Umwelt eine Rolle.

Eine Verschleppung von Gebärmutter-Schleimhautzellen bei chirurgischen Eingriffen wie dem Kaiserschnitt steht ebenfalls zur Diskussion.

Retrograde Menstruation als Auslöser?

Einleuchtend klingt auch die Vorstellung, dass Menstruations-Blut nicht nur über die Scheide nach außen fließt, sondern in geringen Mengen auch in die andere Richtung, also über die Eileiter in die Bauchhöhle.

Diese sogenannte retrograde Menstruation gilt als physiologisch. Das bedeutet, sie kommt bei fast allen Frauen vor. Dabei transportiert der Körper unter Umständen auch Schleimhaut-Fetzen mit.

Warum leiden dann nicht alle Frauen an Endometriose? Hier kommt wieder die Immun-Abwehr ins Spiel:

  • Im Normalfall vernichten körpereigene Fresszellen solche Partikelchen.
  • Bei einer gestörten Immun-Abwehr oder Überforderung mit der Größe der Schleimhaut-Fetzen können sich die Partikel festsetzen und anwachsen.

Dies erklärt die Herde im Beckenraum, nicht aber eine Endometriose in der weit entfernt liegenden Lunge. Hier müssen weitere Transportwege über Blut- und Lymph-Gefäße an der Verbreitung des Gewebes mitgewirkt haben.

Konsequenzen für die Betroffenen

Sicher ist, dass die versprengten Zellen auch außerhalb der Gebärmutter das von den Hormonen ausgelöste monatliche Auf und Ab mitmachen:

  • Sie schwellen während des Zyklus an und bluten eventuell zum Zeitpunkt der Menstruation. Das verursacht i. d. R. erhebliche  Schmerzen.
  • Die versprengten Zellen unterliegen v. a. dem Einfluss des Östrogens. Es kommt zu einer inneren Blut-Ansammlung, die  Entzündungen, Verklebungen und  Verwachsungen nach sich ziehen kann.
  • Bei betroffenen Frauen kommt es häufiger zu ungewollter Kinderlosigkeit, Eileiter-Schwangerschaften oder  Fehlgeburten.
  • Frauen, die mit einer Spirale verhüten, haben häufiger eine Endometriose und größere Beschwerden.

Symptome von Endometriose

Da die Endometriose in ihren Erscheinungsformen so vielfältig und schwer auszumachen ist, heißt sie das „Chamäleon“ der Medizin.

Als Leitsymptome gelten:

  • zyklusabhängige Schmerzen
  • Blutungs-Anomalien (zu viel oder zu wenig)
  • Störungen der Fruchtbarkeit

Viele betroffene Frauen haben darüber hinaus Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang – je nachdem, wo sich die Schleimhaut-Inseln gebildet haben.

Durch Verwachsungen mit dem umliegenden Gewebe kommen im Laufe der Zeit Dauerschmerzen hinzu, die diagnostisch noch schwerer einzuordnen sind.

Auf die Lage kommt es an – die komplizierte Diagnose von Endometriose

Erstaunlicherweise treten nicht bei allen Frauen mit Endometriose so heftige Schmerzen auf. Etwa die Hälfte ist nahezu beschwerdefrei. Bei ihnen deckt der Arzt die Endometriose auf, wenn er sie wegen ungewollter Kinderlosigkeit eingehend untersucht.

Des Weiteren zeigte sich, dass nicht unbedingt die größten Endometriose-Herde die heftigsten Beschwerden verursachen. Ein kleiner Herd in Nervennähe löst sehr starke Schmerzen aus, während ein größerer ohne Nervenkontakt oft unbemerkt bleibt.

Verschiedene Methoden zur Diagnose

Viele Frauen mit Endometriose haben eine wahre Odyssee von einer ärztlichen Praxis zur anderen hinter sich, bis jemand ihr Leiden endlich erkennt.

Viele Ärzte denken nicht an eine solche Möglichkeit. Leider neigen viele Mediziner dazu, Monats-Beschwerden nicht ernst zu nehmen und übersehen auf diese Weise die Möglichkeit einer Endometriose.

Bei äußeren Herden im Scheiden(eingangs)bereich oder am Damm weisen i. d. R. die medizinische Vorgeschichte und eine körperliche Untersuchung auf die Diagnose hin.

Für Endometriose-Absiedelungen im Körper-Inneren bedarf es dagegen Untersuchungs-Verfahren wie Ultraschall oder Computer-Tomographie (CT), die nicht immer erfolgreich sind.

Als einzig sicherste – bzw. einzig wirklich sichere – und aufwändigste Methode gilt die Bauchspiegelung. Sie gewährt einen direkten Blick auf die Organe im Becken und lässt die bläulich-roten, bläulich-braunen, bläulich-schwarzen oder unpigmentierten Endometriose-Herde und eventuelle Blutseen gut erkennen.

Diesen Eingriff führen die Chirurgen ambulant in Kurznarkose durch. Dabei können sie gleichzeitig Endometriose-Herde entfernen. Trotzdem befürworten Mediziner den Eingriff lediglich bei schweren Beschwerden.

Endometriose: Behandlungs-Möglichkeiten

Den meisten Frauen mit einer Endometriose liegt v. a. daran, die Schmerzen loszuwerden und ggf. schwanger zu werden.

Je nach Stärke der Beschwerden und Persönlichkeit der Frau kommen bei einer Endometriose unterschiedliche Behandlungsweisen in Betracht:

  • Bei leichteren Beschwerden bieten sich eine Reihe von wirkungsvollen alternativen Verfahren an, die den Frauen Entspannung und Schmerzlinderung bringen.
  • Eine medikamentöse Therapie kommt bei größeren Beschwerden zum Zuge. Sie ist jedoch langwierig und bringt erhebliche Nebenwirkungen mit sich. Sie bewirkt keine Heilung, sondern eine Besserung für die Zeit ihrer Dauer.
  • Eine OP per Bauchspiegelung sollte nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden (s. u.).

Die Risiken

Vor allen Dingen ungewollte Kinderlosigkeit stellt einen triftigen Grund dar, dem Leiden den Kampf anzusagen:

Das außerhalb der Gebärmutter angesiedelte Gewebe stört unter Umständen den Zyklus und beeinträchtigt die Eireifung. Darüber hinaus behindert es den Transport der befruchteten Eizelle und deren Einnistung in der Gebärmutter.

Nach einer Behandlung warten viele Frauen vergebens auf ein Baby, weil sie beispielsweise zu alt sind oder weitere Fruchtbarkeits-Probleme vorliegen.

Auf der anderen Seite verschwindet die  Endometriose in den Wechseljahren von selbst.

Das gilt für jüngere Frauen als schwacher Trost, wirkt aber auf über 40-Jährige beruhigend. So wissen sie, dass ihr Plagegeist in der nächsten Zeit von allein verschwindet. Die meisten von ihnen entscheiden sich mit diesem Wissen gegen eine Behandlung.

Möglichkeiten zur stufenweisen Behandlung

  • Schmerzmittel – Als Medikamente, die Schmerzen und unter Umständen begleitende Entzündungs-Reaktionen unterdrücken, kommen einfache Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen in Frage. Man sollte Sie jedoch nicht auf Dauer einnehmen.
  • Hormon-Präparate – Gestagene beeinflussen die versprengten Zellen, indem sie die Bildung des Östrogens in den Eierstöcken unterdrücken und die Herde austrocknen (s. u.).
  • Danazol und  GnRH-Analoga – Als schwerere „Geschosse“ gelten Danazol und die sogenannten „Anti-Hormone“ (GnRH-Analoga); Sie greifen tief in die Hormon-Ausschüttung ein und erfordern eine Einnahme über mehrere Monate. Sie trocknen die Endometriose-Zellen aus und versetzen den Körper dabei durch die Beeinflussung der Hirnanhangdrüse in einen Zustand wie in den Wechseljahren. Entsprechend schwerwiegend sind die Nebenwirkungen:
    • Hitzewallungen,
    • Schlafstörungen,
    • Libido-Verlust,
    • trockene Scheide,
    • männliche Behaarung,
    • tiefere Stimme,
    • Gelenk-Schmerzen,
    • Leistungsknick
    • sowie eine Abnahme der Knochenmasse.
  • Das stellt einen schweren Eingriff in das tägliche Leben dar. Heute gibt man zur Verringerung der Nebenwirkungen zusätzlich Östrogen, was allerdings auch nicht ohne Risiko ist.
  • Operativer Eingriff – Bei einer besonders ausgeprägten Endometriose hilft die medikamentöse Therapie nicht. Da bleibt lediglich eine operative Entfernung der Endometriose-Herde während einer Bauchspiegelung. Das geschieht in den meisten Fällen in 3 Etappen: Bei der 1. Bauchspiegelung entfernt der Chirurg so viele Endemetriose-Herde wie möglich. Im Anschluss „beschießt“ er die restlichen mit Anti-Hormonen, um die Zellen wegzuschmelzen. Bei einer 2. Bauchspiegelung entfernt er die übrig gebliebenen Herde operativ. In vielen Fällen treten nach einer Weile neue Endometriose-Herde auf. Zur Vorbeugung verabreicht der behandelnde Arzt im Anschluss an die OP 3 Monate lang GnRH-Analoga.

Hormone lassen Endometriose schrumpfen – Möglichkeiten zur medikamentösen Behandlung

  • Schmerzmittel – Hier kommen einfache Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen in Frage, die man allerdings nicht auf Dauer einnehmen sollte (s. o.).
  • Gelbkörper-Hormone – Die Einnahme von Gelbkörper-Hormonen bremst die Gebärmutter-Schleimhaut – und damit die der Endometriose-Herde – in ihrem Wachstum. Ziel ist, dass sich die Herde umwandeln (deziduale Umwandlung) und allmählich auflösen. Nebenwirkungen wie Gewichts-Zunahme, Akne oder Depressions-Neigung sind möglich. Dafür weist diese Therapie eine Rückbildung der Herde in über 60% und eine Beschwerdefreiheit bis zu 90% auf. Eine ständige ärztliche Kontrolle ist dabei erforderlich.
  • Gestagen und Östrogen – Die Behandlung mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen beruht auf dem Prinzip der Scheinschwangerschaft: Während einer Schwangerschaft verschwinden die Beschwerden der Endometriose wie von selbst. Dies geschieht bei manchen Frauen vorübergehend, nicht selten aber für immer. Gestagene beeinflussen die versprengten Zellen, indem sie die Bildung des Östrogens in den Eierstöcken unterdrücken und die Herde austrocknen. Ohne Östrogen bereiten die Endometriose-Herde keine Beschwerden. Die Rückbildungs-Rate ist mit 90% sehr gut. Dafür verspürt jede 2. Frau unter dieser Behandlung deutliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gewichts-Zunahme, Spannungs-Gefühl in der Brust, Durchbruchs-Blutungen oder depressive Verstimmungen. Die geringsten Nebenwirkungen bringt die Einnahme einer gestagenhaltigen Pille (z. B. Valette) mit sich, die Blutungen generell unterdrückt. Das Gleiche erreicht man mit der Einnahme einer gestagenbetonten Verhütungs-Pille (Lovelle, eve20, Microgynon) oder einer Hormon-Spirale.
  • Danazol – Eine weitere Möglichkeit besteht in der Einnahme von Danazol. Das ist eine Substanz, die sehr kompliziert auf verschiedenen Wegen wirkt: indirekt über das Gehirn, direkt auf Eierstöcke und Endometriose. Darüber hinaus hat sie einen Einfluss auf das Immun-System. Die Patientin sollte Danazol kontinuierlich über mehrere Monate einnehmen. Die Erfolgs-Quoten liegen sehr hoch: subjektiv bis 100%, objektiv / ärztlich überprüfbar bis 90%. Die (gewollte) Schwangerschafts-Rate nach einer solchen Behandlung beläuft sich auf 40 – 70%. Allerdings ist auch hier mit Gewichts-Zunahme sowie mit vorübergehenden Zeichen der Vermännlichung zu rechnen.
  • GnRH-Agonisten – Das Prinzip einer Therapie mit GnRH-Agonisten ist es, den Zyklus auszuschalten und damit vorübergehend „künstliche Wechseljahre“ auszulösen. Die Behandlungsdauer ist auf 6 Monate begrenzt, damit sich der Hormon-Haushalt und der therapiebedingte Verlust an Knochendichte normalisieren. Die Nebenwirkungen entsprechen etwa den Symptomen der Wechseljahre: Es treten Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungs-Schwankungen usw. auf.

Die Forschung ist natürlich bestrebt, Endometriose-Herde gezielt angehen zu können. Alle bislang verfügbaren Medikamente richten sich nicht nur gegen die Zellsprengsel, sondern greifen weiterhin an der Gebärmutter an, von der die Zellen letztlich stammen.

Eine Therapie ausschließlich gegen Endometriose gibt es nicht.

Operative Therapie als letzter Schritt

Für die Therapie kommt  in schweren Fällen eine Operation in Frage. Der Arzt entscheidet zusammen mit der Patientin, was im Einzelfall das Beste ist.

Endometriose-Herde

  • im Scheiden-Bereich,
  • am Gebärmutter-Eingang,
  • außen am Damm,
  • am Nabel
  • oder an der Haut

kann der Chirurg relativ leicht entfernen. Dies geschieht entweder durch Ausschneiden (Exzision) oder durch Verkochen (Elektro-, Thermo- oder Laser-Koagulation).

Im Bauchraum gelegene Herde geht er über eine Becken- bzw. Bauchspiegelung an. Mit feinsten Instrumenten schneidet er die versprengten Zellinseln über diese optischen Geräte aus oder verkocht sie.

An den Eierstöcken operiert man mikrochirurgisch. Das gilt insbesondere, wenn bei der Patientin ein Kinderwunsch besteht.

Ein ausgedehnter Befall erfordert möglicherweise die Resektion größerer Anteile von Scheide, Eierstöcken, Gebärmutter oder Haltebändern bzw. deren völlige Entfernung. In solchen Fällen ist eine medikamentöse Vorbehandlung mit Hormonen sinnvoll. Sie verkleinert die Herde so weit, dass man sie leichter ausschneiden kann.

Das entfernte Gewebe durchläuft im Anschluss eine feingewebliche (histologische) Untersuchung, um die Diagnose zu sichern und etwaige bösartige Zellwucherungen zu erkennen.

Diese alternativen Heilverfahren lindern Ihre Endometriose

Heilen lässt sich die Endometriose nicht. Doch es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Beschwerden zu mildern; auch mithilfe von alternativen Mitteln können Sie sich nämlich eine ganze Menge Gutes tun, ohne sich die beschriebenen Nebenwirkungen zuzumuten.

Am besten suchen Sie eine Gynäkologin mit entsprechenden Zusatz-Ausbildungen in der Naturheilkunde bzw. eine versierte Heilpraktikerin auf, um aus dem ganzen Spektrum der alternativen Heilverfahren das für Sie hilfreichste herauszufinden.

Naturheilkundliche Experten haben positive Erfahrungen gemacht mit:

  • Akupunktur,
  • Bewegungs-Therapie,
  • Massage,
  • Yoga
  • und Moorbädern.

Diese Maßnahmen tragen v. a. zur Entspannung und Schmerzlinderung bei.

Moorbäder (aus der Apotheke oder als Kur vom Arzt verordnet) haben darüber hinaus einen entzündungshemmenden und hormonregulierenden Effekt.

Hilfreiche Heilpflanzen bei Endometriose

Aus der Kräuter-Apotheke empfehlen sich Präparate aus Mönchspfeffer, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Die hormonähnlichen Bestandteile bewirken eine Harmonisierung der Hormon-Ausschüttung.

Mönchspfeffer ist im Zusammenhang mit Zyklus-Beschwerden das am erfolgreichsten eingesetzte – und daher wichtigste – Frauenheilkraut. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach entsprechenden Präparaten. Hier klärt man Sie auch über Anwendung und Dosierung auf.

Weitere hilfreiche Heilpflanzen sind:

  • Nachtkerze,
  • Borretsch,
  • Steinsamen
  • und schwarze Johannisbeere.

Bromelaim, das Enzym der Ananas, soll ebenfalls gute Erfolge erzielen. Es wird meist in Kombination mit Enzymen aus der Papaya und aus Fleisch eingesetzt und ist in der Apotheke als Fertig-Präparat zu erhalten.

Auch Verfahren aus der TCM kommen zum Einsatz

Gute Erfahrungen machen viele Frauen auch mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) – und hier insbesondere mit der Akupunktur, welche die Energiebahnen im Körper harmonisiert und die Schmerzen bekämpft.

Eine Reihe von chinesischen Kräutern, die TCM-Spezialisten für jede Frau speziell zusammenstellen, können die Beschwerden mildern.

Weitere (naturheilkundliche) Ansätze

Auch diese Teekur verschafft Ihnen Linderung bei einer Endometriose:

  • Bereiten Sie sich in der 1. Zyklus-Hälfte zu gleichen Teilen (jeweils 20 g) einen Tee aus Himbeerblättern, Schachtelhalm, Frauenmantel, Schafgarbe und schwarzer Johannisbeere zu.
  • In der 2. Zyklus-Hälfte machen Sie sich eine Mischung aus Brennnessel, Gänsefingerkraut, Himberblättern, Mistel und Ringelblume – ebenfalls zu gleichen Teilen.
  • Für 1 Tasse Tee übergießen Sie 1 TL der Kräuter-Mischung mit kochendem Wasser und lassen diese 10 Min. ziehen; dann abseihen. Trinken Sie davon 3 Tassen täglich.

Stellen Sie Ihre Ernährung zudem auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Kost um; auch damit bauen Sie Druck im Bauchraum ab.

Ausreichend Bewegung sorgt dafür, dass alle Organe besser durchblutet werden. Frauen, die sich regelmäßig bewegen und sportlich betätigen, empfinden die Beeinträchtigungen häufig als nicht mehr so belastend.

Zu enge Kleidung (z. B. zu enge Jeans), die den Druck im Bauchraum und in der Gebärmutter erhöht, sollten Sie vermeiden.

Endometriose Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Endometriose: Sie selbst entscheiden, was getan werden soll

von Sylvia Schneider, Chefredakteurin von "Gesundheit für Frauen" Endometriose ist eine der häufigsten gutartigen gynäkologischen Erkrankungen. Nicht alle betroffenen Frauen […]

Gratis PDF

Die besten
7 Rezepte
mit Ingwer