Wie kein anderer Organbereich verändern sich die weiblichen Keimdrüsen, die Eierstöcke oder auch Ovarien, rund vierzig Lebensjahre im Rhythmus des Monatszyklus. Sie wechseln Form und Farbe, es verändern sich die inneren Schleimhäute zur Follikelreifung, der Follikel selbst sowie die Hormonproduktion – je nach den anstehenden Aufgaben.
An Haltebändern links und rechts im mittleren Beckenbereich aufgehängt, tragen die Eierstöcke des neugeborenen Mädchens bereits alle (noch unreifen) Eizellen in sich, ca. 400.000 bis 500.000. In der Pubertät wachsen die Eierstöcke auf Pflaumengröße heran und schütten vermehrt Sexualhormone (Östrogene) aus; das bringt den Zyklus in Gang. Hormone aus der Hirnanhangdrüse regen die Reifung einiger Eizellen an (auf welchem Eierstock, hängt vom Zufall ab). Die reifenden Eianlagen schwellen auf das Achtfache an, und es formen sich pralle, rötliche Eihüllen (Follikel, auch Graaf-Follikel), bald zum Platzen dick. Ein Follikel springt schließlich auf und entläßt seine nun befruchtbare Eizelle in den zugehörigen Eileiter.
Nach diesem Eisprung (Ovulation) schwillt der Eierstock wieder ab. Der zerplatzte Follikel bildet sich zu einem dicken gelben Säckchen, dem Gelbkörper (Corpus luteum), um: einer neuen Hormondrüse, die das Hormon Progesteron ausschüttet (nötig zum Schleimhautaufbau in der Gebärmutter, damit sich ein befruchtetes Ei einnisten kann). Blieb die Eizelle unbefruchtet, sackt der Gelbkörper rund 11 – 12 Tage später wieder in sich zusammen. Die Gebärmutterschleimhaut (das „Nest“) löst sich ab und wird mit der Periodenblutung abgestoßen. Mit der Menstruation beginnt ein neuer Veränderungs-Zyklus der Eierstöcke.
Über Hormone und Nervenfasern sind die Eierstöcke eng mit dem Gehirn und dem vegetativen Nervensystem verbunden. Streß und innere Konflikte können sie daher krank machen. In den Wechseljahren werden die Eierstöcke kleiner und ihre Hormonproduktion läßt allmählich nach, hört jedoch bis ins hohe Alter nie völlig auf; sie werden also auch niemals überflüssig. Mit der Zeit durchzieht sie immer mehr Bindegewebe (Stroma). Mit dem allerletzten Eisprung endet die natürliche Fruchtbarkeitsphase der Frau.