Brustkrebs: Warum steigt die Erkrankungsrate?
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Statistiken haben ihre Tücken. Ihnen zufolge erleidet heutzutage jede elfte bis zwölfte Frau das Schicksal, einen Brustkrebs, ein Mammakarzinom, zu bekommen. Aus früheren Zeiten sind solche Erkrankungsraten nicht bekannt. Das hat mehrere Gründe:
Die Lebenserwartung ist drastisch gestiegen. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurden Frauen im Mittel 55 Jahre alt, heute gut 80 Jahre und mehr. Brustkrebs wird aber am häufigsten nach dem 60. Lebensjahr festgestellt.
Die meisten Formen des Mammakarzinoms wachsen sehr langsam. Selbst heute noch bleiben viele kleine Mammakarzinome (Mikrokarzinome) ein ganzes Frauenleben lang unbemerkt.
Die heute mögliche frühe Diagnostik entdeckt viele Mammakarzinome, die früher nicht mitgezählt werden konnten, weil sie bei der niedrigeren Lebenserwartung gar nicht in Erscheinung traten und weil viele Frauen ihren Knoten in der Brust verschwiegen.
Viele Gynäkologinnen und Gynäkologen sind der Ansicht, dass die wachsende Häufigkeit des festgestellten Mammakarzinoms überwiegend ein Resultat der frühen Diagnose ist. Also am besten die Frühdiagnostik umgehen? Das wäre wie das Pfeifen eines Kindes im dunklen Walde. Schließlich bleibt die Tatsache bestehen, dass wir Frauen heutzutage öfter den Brustkrebs erleben als unsere (Ur)Großmütter, aber auch überleben können.
So sehr die Umstände der Diagnostik und eventuell die Diagnose „Brustkrebs“ psychisch belasten, so wichtig ist es, dass ein Krebs entdeckt wird, solange er noch klein ist, schonender und technisch einfacher brusterhaltend entfernt werden kann. Denn niemand kann vorhersagen, ob ein Mikrokarzinom zu denen gehört, die lebenslang winzig bleiben.