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Lymphödem: Erhöhtes Risiko nach Lymphknoten-Entfernung

Jede Brustkrebs-Patientin, der mehr als 10 – 12 Lymphknoten entfernt wurden, trägt ein erhöhtes Risiko, dass sich – auch noch nach Jahren – ein Lymphödem entwickelt.

Ein Lymphödem kann sich unterschiedlich äußern

Nach einer Brustkrebs-OP mit Entfernung der Lymphknoten kommt es also oft zu einem Lymphödem. Dabei schwillt der Arm an, an dessen Achsel Lymphknoten entfernt wurden.

Das kann in geringem Ausmaß der Fall sein, so dass die betroffene Frau es kaum merkt. Es nimmt unter Umständen jedoch auch Ausmaße von Krankheitswert an. Das verhindert dann oft, dass die Patientin die Tätigkeiten wieder aufnimmt, die sie vor der Diagnose „Krebs“ ausgeübt hat.

Das Lymphödem kann sich rasch nach der Operation entwickeln, verschwindet aber auch gelegentlich schnell wieder. Es tritt manchmal noch Jahre später (s. o.) auf oder bleibt über lange Zeit ein treuer Begleiter.

Aufgrund der schonenderen Operations-Methoden tritt das Lymphödem heute seltener auf als früher, wo es fast jede betroffene Frau traf.

Behandlung eines Lymphödems

Rein medizinisch gesehen ist das Lymphödem ein Abfluss-Problem. Bei einem Lymphödem nach Brustkrebs sollten Sie daher möglichst zügig zur Drainage.

Die Behandlung des Lymphödems ist darüber hinaus nicht ganz einfach. Wichtig ist es v. a., den angeschwollenen Arm zu schonen. Das Tragen von schweren Gegenständen beispielsweise sollten Sie Anderen überlassen: Einkaufswagen und Koffer mit Rollen sind ein Muss.

Vorbeugungs-Maßnahmen

Da die Mediziner glauben, dass Infektionen das Entstehen eines Lymphödem beschleunigen, gibt man Frauen nach der Brustkrebs-Operation diese Ratschläge:

  • Gartenarbeit nur mit Handschuhen
  • nicht an heißen Herdplatten und am Backofen hantieren

  • Was Sie bei Gicht essen und trinken dürfen!

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  • beim Haare entfernen unter der Achsel aufpassen
  • die Nagelhäutchen nicht mehr mit der Schere schneiden
  • Nagelbett-Entzündungen verhindern
  • Vorsicht im Umgang mit Nadel und Faden
  • Blutentnahmen und Blutdruckmessen nicht am betroffenen Arm

Sie sollte den Arm der betroffenen Seite also grundsätzlich vor jeder Belastung und  Verletzung bewahren, ihn aber andererseits auch regelmäßig und ohne Druck bewegen.

Was tun, wenn es Sie doch erwischt hat?

Folgende, noch detailliertere Verhaltensregeln dienen der Verhütung, sollten aber inbesondere beachtet werden, wenn bereits ein Arm-Lymphödem besteht:

  • Die Kleidung: BHs dürfen weder an der Schulter noch unter der Brust einschneiden. Legen Sie eventuell ein Polster unter den Träger. Die Brust-Prothese sollte möglichst leicht sein, damit ihr Gewicht nicht zu Abschnürungen führt. Ärmel und Gürtel müssen locker sitzen.
  • Legen Sie sich beim Schlafen nicht auf den geschwollenen Arm und lassen Sie ihn nicht aus dem Bett hängen.

  • Essen ohne Kohlenhydrate?

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  • Achten Sie in Ihrer Ernährung darauf, dass Sie essentielle Fettsäuren zu sich nehmen (z. B. in Ölen, Nüssen, Sonnenblumenkernen). Diese sind wichtig für das lymphatische System.
  • Machen Sie bei hochgehobenem Arm Pump-Übungen mit der Hand.
  • Im Haushalt: Mit dem betroffenen Arm sollten Sie weder schwere Einkaufstaschen oder Getränkekästen tragen, noch Möbel rücken. Verletzungen, Hitze- und Kälte-Einwirkungen müssen Sie unbedingt vermeiden. Vorsicht mit scharfen und spitzen Gegenständen wie Messer oder Nähnadeln! Bügeleisen und Backofen sind weitere Gefahren-Quellen.
  • Freizeit: Schützen Sie den gefährdeten Arm vor Insektenstichen, weil diese ein Lymphödem auslösen oder verstärken können. Im Garten auf Verletzungen mit Dornen oder Geräten achten! Verletzungen oder Entzündungen am gefährdeten Arm bringen die Gefahr mit sich, dass noch funktionstüchtige Lymphgefäße durchtrennt oder geschädigt werden bzw. sich mit entzünden. Begeben Sie sich dann sofort in ärztliche Behandlung!
  • In der Körperpflege: Vorsicht beim Nägelschneiden! Gehen Sie nicht in die Sauna! Beim Sonnenbad den betroffenen Arm vor Überhitzung und Sonnenbrand schützen! Meiden Sie heiße Trockenhauben!
  • Beim Sport: Keine ruckartigen Bewegungen mit dem geschwollenen Arm! Tennis, Golf, Handball, Kegeln und Skilauf sind für Sie nicht geeignet. Zu empfehlen ist ruhiges Schwimmen.
  • Beim Arzt: Lassen Sie sich den Blutdruck nicht am vom Ödem betroffenen Arm messen! Dort dürfen weder Infusionen verabreicht, noch Akupunktur, Neural-Therapie oder Blutentnahmen vorgenommen werden.

Übertriebene Vorsicht ist dennoch fehl am Platz. Im Falle einer Infektion am betroffenen Arm sollte diese vom Arzt versorgt werden. Ansonsten tut es Ihnen gut, wenn Sie sich möglichst unbeschwert bewegen.

Hier erfahren Sie alles Weitere über das Lymphödem.

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