Brustkrebs: Umgang mit der Brust oft angstbesetzt
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Die Konzentration auf das Krankhafte wird in den letzten Jahrzehnten noch verstärkt durch ein sehr negatives Brust Symbol: Brüste stehen heute auch für Brustkrebs. Viele Frauen fürchten sich, ihre Brüste abzutasten, als bärgen sie ein bedrohliches Geheimnis, das jederzeit hervorbrechen könne.
Angst bestimmt weithin das Brust Selbstbild der Frau – und das, obwohl fast 90 Prozent aller Frauen in ihrem Leben keine Brustkrebserkrankung zu erwarten haben! Die Angst kann so weit gehen, dass immer häufiger „vorbeugende“ Brustamputationen verlangt werden, beklagt die amerikanische Gynäkologin und Brust Chirurgin Dr. med. Susan Love – eine drastische Angstreaktion, die zudem nicht einmal hundertprozentig vor Brustkrebs schützt.
Die normale, gesunde Brust tritt bei alledem völlig in den Hintergrund, monierten Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen des Arbeitskreises Frau und Gesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e. V. (AKF) auf ihrem Fachkongreß „Brust 2000“, der im November 1999 in Bad Pyrmont stattfand. In vielen Arztpraxen erleben Frauen eine medizinische Vereinnahmung ihrer Brüste als Diagnoseund Behandlungsobjekte. Sie werden abgetastet, mammografiert, thermografiert, mit Hormongaben „normalisiert“ oder wegen vermuteter Anomalien operativen Eingriffen zugeführt. Dabei müssen die meisten Frauen eine großartige Leistung in Selbsttherapie vollbringen: Sie müssen sich des ihnen vermittelten Eindrucks erwehren, statt gesunder, funktionstüchtiger Körperteile ein potentielles Gesundheitsrisiko mit sich herumzutragen, das lückenloser ärztlicher Kontrolle bedarf.