Brustkrebs: Typen und Stadien
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Welche Formen von Brustkrebs gibt es, und wie werden sie medizinisch bezeichnet und klassifiziert? Kenntnisse darüber erleichtern es einer betroffenen Frau, sich genau über ihre Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.
Brustkrebs tritt in verschiedenen Typen und an verschiedenen Stellen in der Brust auf. Außerdem finden die Ärzte bei den Untersuchungen unterschiedlich rasch wachsende Tumoren in unterschiedlichen Stadien vor. Das alles wird nach den Untersuchungen in einem Steckbrief unter Abkürzungen zusammengefasst. Eine Patientin mit Brustkrebs wird diese Kombination von Zahlen und Buchstaben im Laufe der Behandlung öfter hören. Wenn sie erst einmal das System dieser „Geheimschrift“ durchschaut hat, wird sie diese viel leichter verstehen.
Die Typen des Mammakarzinoms
Wächst der Brustkrebs in den Milchgängen, handelt es sich um ein duktales Karzinom (ductus = Gang). Der sehr viel seltenere Krebs am Ende eines Milchgangs oder in einem Drüsenläppchen ist das lobuläre Karzinom. Beide können noch ein Carcinoma in situ sein (in-situ-Krebs = Krebs am Ort seiner Entstehung). In der Fachsprache heißen sie Carcinoma ductale in situ (CDIS) oder Carcinoma lobare in situ (CLIS).
Eine Sonderform des Carcinoma in situ ist das Paget-Karzinom (auch Morbus Paget genannt). Dabei handelt es sich um ein seltenes Milchgangskarzinom, das in der oberflächlichen Schicht der Brustwarze wächst. Es zeigt sich in ekzemartigen Veränderungen der Brustwarze und des Warzenhofs. Sehr selten erscheint in den Lymphbahnen der Brusthaut ein entzündlicher Brustkrebs, das inflammatorische Mammakarzinom.
Haben die Tumorzellen das dünne Häutchen der Basalmembran durchbrochen, die das Drüsengewebe von seinem Nachbargewebe (Fett-, Binde-, Muskelgewebe oder Lymphknoten) abgrenzt, handelt es sich um ein invasives Karzinom (invasiv = eindringend).
Das Carcinoma in situ („am Ort“) verhält sich meist gutartig. Es kann bis zu Jahrzehnten seine eher harmlose Gestalt bewahren. Es kann sich aber zu einem unbekannten späteren Zeitpunkt auch zu einem invasiven Krebs entwickeln, der in feine Gewebsspalten und Blutgefäße hineinwächst und sich im Körper absiedelt, also Metastasen (Tochtergeschwülste) bildet. Ob, wann und bei welcher Frau dies geschehen wird, ist nicht vorhersagbar.
Ob sich alle invasiven Karzinome aus in-situ-Karzinomen entwickeln, ist umstritten. Klar ist, dass viele in-situ-Karzinome nicht invasiv werden.
Invasive Formen des Mammakarzinoms
Das invasive duktale Karzinom ist mit ca. 75 Prozent das häufigste der invasiven Mammakarzinome. Charakteristisch dafür ist, dass die Frau harte, manchmal höckerige Knoten tasten kann, manchmal auch nur eine Verfestigung des Gewebes an dieser Stelle.
Das invasive lobuläre Karzinom kommt mit 15 Prozent seltener vor. Seine Verdichtung grenzt sich oft nicht deutlich vom umliegenden Gewebe ab.
Das sind die beiden Hauptformen von invasivem Brustkrebs. Wesentlich seltener ist das duktale medulläre Karzinom (5 bis 7 Prozent der Mammakarzinome). Es ist meist rundlich, scharf begrenzt und ziemlich weich. Auch das muzinöse Karzinom (mit einem Anteil von 3 Prozent) ist ein invasiver duktaler Brustkrebs. Es enthält schleimbildende Zellen. Eine dritte Sonderform des duktalen Karzinoms ist das tubuläre Karzinom (ca. 2 Prozent), das sich durch röhrenförmige Stukturen im Gewebe bildet. Die drei zuletztgenannten Krebsformen haben eine überdurchschnittlich gute Prognose, d. h. es bestehen nach einer operativen Therapie gute Aussichten, dass die betroffene Frau nie mehr mit der Erkrankung zu tun bekommt.
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