Brustkrebs: Durch zuviel Kunstlicht?
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Möglicherweise trägt zuviel Kunstlicht zur Entstehung von Brustkrebs bei. Wie das Deutsche Grüne Kreuz berichtet, gehen jetzt amerikanische und finnische Wissenschaftler dieser Frage nach. Es wird für möglich gehalten, daß Kunstlicht die nächtliche Produktion des Hormons Melatonin bremst und daß dadurch im Körper der Frau zuviel Östrogene entstehen. Das wiederum kann die Entstehung von Brustkrebs begünstigen.
Verschiedene Faktoren setzen sich zu einem Puzzle zusammen, das die Forscher auf diese Vermutung brachte. Es ist nachgewiesen, daß blinde Frauen statistisch seltener Brustkrebs entwickeln als sehende, sie liegen 60 Prozent unter dem Durchschnitt. Verglichen mit den Entwicklungsländern kommt Brustkrebs in Europa und den USA fünfmal häufiger vor. Schlaflosigkeit, Nachtarbeit und – möglicherweise – elektrisches Licht können die Bildung von Melatonin mindern, genauso wie der Jetlag (Schlafstörungen infolge der Zeitverschiebung zwischen den Kontinenten). Stewardessen, die ständig zwischen den Zeitzonen hin- und herpendeln und auf diese Weise chronisch ihre Schlafzeiten wechseln, überdies zur Wachzeit viel dem Kunstlicht ausgesetzt sind, erkranken doppelt so häufig an Brustkrebs wie andere Frauen.
Allerdings handelt es sich bei dieser Schlußfolgerung vorerst um eine Vermutung, die noch nicht durch große Studien erhärtet ist. Die Wissenschaftler sehen aber im Zusammenhang dieser einzelnen Faktoren Hinweise auf ein Risiko, wenn die Nacht zum Tage gemacht wird.