Brustkrebs: Behandlung
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GNL5356
Heute gibt es eine Vielfalt medizinischer Behandlungsformen von Brustkrebs. So wird die Behandlung immer individueller und orientiert sich immer stärker an den Voraussetzungen der einzelnen Frau.
Die Diagnose „Brustkrebs“ bedeutet heute nicht mehr, dass zwangsläufig eine verstümmelnde Operation folgt, die die betroffene Frau mindestens genau so belasten kann wie die Krankheit selbst. Die gegenwärtigen Verfahren streben die Erhaltung der Brust an, wenn der Tumor frühzeitig entdeckt wird, oder aber eine weniger radikale Entfernung der Brustdrüse als früher, sodass ein anschließender Wiederaufbau mit gutem kosmetischem Ergebnis möglich ist. In bestimmten Fällen kommen auch Strahlen-, Hormon- und Chemotherapie zum Zug.
Ärzte versuchen immer, die Brust zu retten
Bis in die zweite Hälfte der 70er Jahre folgte der Diagnose Brustkrebs in der Regel die ausgedehnte radikale Mastektomie (Ektomie = operatives Herausschneiden; griechisch masto = Brust, Mutterbrust); das bedeutet, man entfernte nicht nur die Brustdrüse samt Brustwarze und Haut, sondern auch den darunter gelegenen Brustmuskel sowie sämtliche operativ erreichbaren Lymphknoten in der Achselhöhle. Erst Ende der 70er Jahre kamen die weniger eingreifenden Operationsverfahren zum Zug: die modifizierte (= eingeschränkt radikale) Mastektomie, bei der der Brustmuskel erhalten bleibt, oder die so genannte Lumpektomie mit nur teilweiser Entfernung des Brustgewebes. In den letzten Jahren haben sich – auch dank der besseren Früherkennung – mehr und mehr die brusterhaltenden Operationsverfahren durchgesetzt. In der Regel müssen diese durch eine Strahlenbehandlung (Radiotherapie) ergänzt werden. Denn in vielen Fällen bestehen neben dem Primärtumor (Ersttumor) gleichzeitig noch mehrere kleinste, nicht auffindbare Tumorherde, die mit Strahlenbehandlung am Wachstum gehindert werden sollen. Damit soll das Risiko eines örtlich wiederkehrenden Karzinoms (Lokalrezidiv) reduziert werden.
Bei der Lokalexzision (örtlich begrenztes Ausschneiden) wird der – kleine – Tumor aus dem umgebenden Gewebe gelöst und knapp herausgeschnitten. Die erweiterte Exzision entfernt nicht nur den Tumor, sondern auch noch 1 bis 2 cm des umliegenden gesunden Brustgewebes. Die Quadrantektomie erfasst einen größeren Ausschnitt. Ihr Ziel ist es, den Primärtumor mit dem zugehörigen Sektor der Brustdrüse zu entfernen, dazu die Ausführungsgänge, einen Teil der Haut und die unter der Drüse liegende Bindegewebshülle des Brustmuskels.
Um einen Befall der Lymphknoten ausschließen oder um beurteilen zu können, wieviele Lymphknoten befallen sind, werden einzelne oder eine größere Gruppe der Lymphstationen bis in die Achselhöhle entfernt und auf Krebszellen hin untersucht. Nach diesen Befunden richtet sich auch die weitere Behandlung. Ist der Tumor allerdings schon weiter fortgeschritten, lässt sich eine radikalere Form der Operation oft nicht mehr vermeiden. („Radikal“ heißt jede Operation, die von modifiziert = eingeschränkt radikal bis hin zur völligen Entfernung der Brust und in Sonderfällen auch des Brustmuskels reicht.) Es wird aber immer darauf geachtet, dass ein späterer Wiederaufbau der Brust möglich ist.
Insgesamt kann die Therapie des Mammakarzinoms keinem festgelegten starren Schema folgen. Sie muss bei jeder betroffenen Frau individuell abgestimmt werden. Denn hier spielen viele Faktoren eine Rolle, z. B. Tumorart, Tumorgrad und -stadium, Hormon-Rezeptor-Status, Alter der Patientin – nicht zu vergessen ihr allgemeiner Gesundheitszustand, ihre familiäre und ihre berufliche Situation sowie ihre persönlichen Vorstellungen. Je früher ein Brustkrebs erkannt wird, desto besser ist meist der allgemeine Gesundheitszustand der Frau und desto leichter und schonender lässt sich der Krebs behandeln. Deshalb: Der wichtigste Punkt im Zusammenhang mit dem Brustkrebs ist die Früherkennung.
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