Blasenentzündung: Neuer Wirkstoff
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Blasenentzündung
GNL5356
Gerade Frauen leiden oft darunter: Schmerzhafte Blasenentzündungen quälen sie häufig. Grund dafür sind meist Darmbakterien. Diese setzen sich in der Harnblase fest und sind teilweise sogar gegen eine Behandlung mit Antibiotika resistent. Das liegt daran, dass die Harnblase sich ausdehnt, wenn sie sich mit Urin füllt. Die Zellen im Organ vergrößern sich, Bläschen in der Zellmembran verschmelzen mit der Außenmembran und vergrößern so die Oberfläche. Wird die Harnblase entleert, dann werden die Bläschen ins Innere der Zellen zurückbefördert – die Mikroben hängen sich an die Bläschen und verschwinden ebenfalls ins Zellinnere. So entgehen sie den Medikamenten.
Ein neuer Wirkstoff (Forskolin), der aus einer indischen Buntnessel gewonnen wird, verhindert dieses Versteckspiel. Forskolin lässt die Bläschen so mit der Außenmembran verschmelzen, dass die Erreger mit dem Urin ausgespült werden. Die Erregeranzahl wird auf ein Fünftel verringert, eine Antibiotika-Behandlung wird so wirksamer. Im Moment laufen die Studien, bei denen untersucht wird, ob Forskolin für den Menschen unbedenklich ist – danach kann die Zulassung beantragt werden.