Blasenentzündung: Grundwissen
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Blasenentzündung
GNL5356
Ein häufiges Frauenproblem
Unkomplizierte Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Harnsystems. Sie lassen sich meist gut behandeln. Bei vielen Frauen kehren sie jedoch immer wieder. Deshalb ist die Vorbeugung sehr wichtig.
Nicht nur in der kalten Jahreszeit, sondern vor allem auch im Sommer sind viele Frauen mehr oder weniger regelmäßig von einer Blasenentzündung (Zystitis, Blasenkatarrh) geplagt: Häufiger Harndrang, wobei nur kleine Mengen Urin abgehen, sowie heftige brennende, juckende oder stechende Schmerzen beim Wasserlassen und oft auch in der Zwischenzeit können das Leben zur Qual machen.
Greifen die Beschwerden auf die Nierengegend über, werden sie von Fieber begleitet oder sind sie nicht nach einigen Tagen abgeklungen, ist unbedingt ärztliche Hilfe zu suchen.
Frauen hatten in allen Zeiten mehr Probleme mit der Blase und der Harnröhre als Männer. Der Hauptgrund dafür liegt in dem anatomischen Unterschied: Die Harnröhre von Frauen ist kürzer als die von Männern. Daher können Krankheitserreger sehr viel leichter in die Blase vordringen.
Die Krankheitserreger
Am häufigsten (in ca. 85 %) ist ein sonst harmloser Darmkeim verantwortlich: Escherichia coli, der außerhalb seiner Heimstatt nichts zu suchen hat. Aber auch Proteus mirabilis, Klebsiella pneumoniae und andere Enterobakterien verursachen Harnwegsinfektionen. Nach einer ärztlichen Untersuchung erhalten die Frauen meist ein Antibiotikum oder ein Sulfonamid, um die Bakterien abzutöten.
Die Entzündung kann auch von Keimen ausgehen, die in der Scheide vorhanden sind oder durch den Intimkontakt übertragen werden. Achten Sie darauf, daß Ihr Partner sich vor dem Verkehr sorgfältig wäscht, und entleeren Sie nach dem Verkehr die Blase, damit sich Keime nicht erst festsetzen. Tritt eine Blasenentzündung häufig nach dem Geschlechtsverkehr auf, sollten betroffene Frauen dies dem Arzt oder der Ärztin nicht verschweigen.
Auch ein Diaphragma (Gummipessar über dem Muttermund), Kunstfaserslips, enge Hosen oder Intimsprays können Blasenentzündungen begünstigen. (Auch die Einführung eines Katheterröhrchens anläßlich einer ärztlichen Untersuchung oder einer Operation kann schuld an einer Blaseninfektion sein.)
Achtung: Restharn
Es kommt vor, daß sich die Blase unbemerkt nicht vollständig entleert. Wenn sich zum Beispiel die Gebärmutter gesenkt hat und auf die Harnblase drückt, kann sich auf der Unterseite der Blase eine Aussackung bilden. Darin sammelt sich Harn, der selbst nach dem Wasserlassen dort verbleibt, weil er nicht hochgepumpt wird. Auf diese Weise nicht entleert, bietet der Restharn den Bakterien günstige Bedingungen für ein ungestörtes Wachstum. Das kann eine Ursache sich ständig wiederholender Blasenentzündungen sein. Sprechen Sie also auch mit Ihrem Gynäkologen über Ihr Problem.
ähnliche Beiträge
- Blasenentzündung beim Mann häufig mit Organveränderungen verbunden
- Blasenentzündung: Spätestens nach drei Tagen müssen Sie zum Arzt
- Blasenentzündung wirklich durch Kälte möglich
- Bei diesen Erkrankungen ist die Eigenurin-Behandlung schädlich für Sie
- Blasenentzündung? Konsequent behandeln!
- April: Monat der Blasenentzündungen
- Notfallplan für Blasenentzündungen