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Blasenentzündung (Zystitis): Ursachen, Symptome, Hilfsmittel

Eine akute Blasenentzündung (medizinisch: Zystitis) ist die Entzündung der Schleimhaut, mit der die Blasenwand ausgekleidet ist. Sie erkennen Sie daran, dass Sie ständig das Gefühl bekommen, Sie müssen zur Toilette, dann aber lediglich kleine Mengen Urin ausscheiden.

Häufig begleiten Schmerzen im Unterbauch den Harndrang sowie ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen. Mitunter befindet sich bei einer akuten Blasenentzündung Blut im Urin.

Blasenentzündung: Es brennt, schmerzt und kostet Sie Ihre Nachtruhe

Die Zeit zwischen den Jahreszeiten erscheint perfekt, um sich die ersten Unterkühlungen zu holen; zu warm für die dicken Pullover und abends zu frisch für luftige Sommerkleider. Eine Blasenentzündung oder die erste leichte Erkältung der Saison stellen die Quittung für das unvorsichtige Verhalten dar.

Besonders schlimm fällt dies aus, wenn dadurch eine vor Längerem mit Antibiotika behandelte Blasenentzündung wieder aufkeimt. Bei mehr als 3 Infektionen pro Jahr sprechen die Mediziner von einer wiederkehrenden Harnwegs-Infektion.

Die Ursache: Einige Bakterien überleben in der Blasen-Schleimhaut und vermehren sich bei Stress oder Unterkühlung rasch (s. u.).

Eine gereizte Blase oder Prostata raubt Ihnen die Nachtruhe. – Stärken Sie also Ihr Immunsystem, halten Sie sich warm und geschützt!

Zystitis durch Unterkühlung möglich

Kälte stellt in vielen Fällen nicht den Grund für eine Blasenentzündung, sondern den Auslöser dar.

Die Unterkühlung schwächt die Durchblutung des Gewebes und wirkt wie bei einer Erkältung schwächend auf das Abwehr-System. Leider ist es also in der Tat kein Ammenmärchen, dass Unterkühlung zur Blasenentzündung führen kann.

Es kommt also in der Folge einer Unterkühlung durchaus einmal zu einer akuten Blasenentzündung, die Frauen wie Männer gleichermaßen betrifft.

  • Allerdings sind bei Männern durch Bakterien ausgelöste Harnwegs-Infekte vor dem 50. Lebensjahr eher selten. Danach treten sie vermehrt auf. Bei Männern ab dem 50. Lebensjahr zeigen sich Harnwegs-Infekte. Wenn sich bei ihnen die Prostata vergrößert und es dadurch zu Harnabfluss-Störungen kommt, haben auch sie häufiger mit dem Blasen-Problem zu kämpfen; es sammeln sich vermehrt Krankheits-Erreger in der Blase und Harnröhre.
  • Betroffen sind aber v. a. Frauen, die generell leicht eine solche Entzündung bekommen. Bei ihnen kann kaltes Wetter und damit verbundene Auskühlung, etwa durch falsche Kleidung, die Erkrankung sehr schnell auslösen. Bei ihnen liegt die Wahrscheinlichkeit aus dem Grund höher, dass die weibliche Harnröhre näher am Darmausgang liegt und weil die Bakterien einen kurzen Weg bis zur Blase zurücklegen (etwa 4 cm). Bei Männern ist der Weg in die Blase ganze 20 cm länger. Frauen hatten in allen Zeiten mehr Probleme mit der Blase und der Harnröhre als Männer.

Typische Anzeichen einer Blasenentzündung

  • Schmerzen und/oder Brennen beim Wasserlassen
  • häufiger Harndrang
  • Schmerzen in der Unterbauch-Mitte
  • das Bedürfnis, auch kleine Mengen Urin zu entleeren
  • eventuell Blut im Urin

Die Krankheits-Erreger und weitere Ursachen

In etwa 85% der Fälle ist der sonst harmlose Darmkeim  Escherichia coli verantwortlich, der außerhalb seiner Heimstatt nichts zu suchen hat. Über die Harnröhre gelangen diese Keime dann in Form einer Schmierinfektion in die Blase, wo sie sich festsetzen und vermehren.

Darüber hinaus verursachen Proteus mirabilis, Klebsiella pneumoniae und andere Enterobakterien Harnwegs-Infektionen.

Nach einer ärztlichen Untersuchung erhalten die meisten Patienten ein Antibiotikum oder ein Sulfonamid, um die Bakterien abzutöten.

Die Entzündung kann des Weiteren von Keimen ausgehen, die in der Scheide vorhanden sind oder durch den Intim-Kontakt dorthin gelangen.

Achtung: Restharn!

Ferner kommt es auch vor, dass sich die Blase unbemerkt nicht vollständig entleert.

Wenn sich z. B. die Gebärmutter senkt und auf die Harnblase drückt, bildet sich auf der Unterseite der Blase eine Aussackung. Darin sammelt sich Harn und bleibt selbst nach dem Wasserlassen dort, weil der Körper ihn nicht hochpumpt.

Auf diese Weise nicht entleert, bietet der Restharn den Bakterien günstige Bedingungen für ein ungestörtes Wachstum. Das kann eine Ursache sich ständig wiederholender Blasenentzündungen sein.

Sprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen über Ihr Problem.

Weitere Blasenentzündungen begünstigende Faktoren

  • ein Diaphragma (Gummi-Pessar über dem Muttermund),
  • Kunstfaser-Slips,
  • enge Hosen
  • oder Intimsprays.
  • Die Einführung eines Katheter-Röhrchens anlässlich einer ärztlichen Untersuchung oder einer Operation kann ebenfalls schuld an einer Blasen-Infektion sein.

Warum Blasenentzündungen manchmal immer wiederkehren

Blasenentzündungen machen vielen Menschen zu schaffen, v. a. Frauen sind, wie gesehen, davon betroffen. Manche von ihnen leiden dabei unter immer wiederkehrenden Infektionen. Bei ihnen braucht es nur einen  kleinen Reiz, und schon macht die Blase wieder Beschwerden.

Forscher der Washington Universität haben über 100 Frauen untersucht, die unter wiederkehrenden Blasenentzündungen leiden, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Die Wissenschaftler untersuchten die Gene der Bakterien und stellten fest, dass es sich bei allen Frauen um unterschiedliche Typen der Escherichia-coli-Bakterien handelt. Diese Bakterienstämme stammen meist aus dem Darm.

Allerdings zeigte sich, dass die Bakterienstämme in Blase und Darm jeweils identisch waren, obwohl in diesen beiden Organen des Körpers völlig unterschiedliche Wachstumsbedingungen herrschen. Immer wieder einmal werden sie dann aktiv und führen zu einer neuen Infektion.

Die Bakterien verändern sich mit der Zeit in der Blase und gelangen dann wieder zurück in den Darm. Hier verdrängen sie die bisher vorherrschenden Bakterien und kommen mit den unterschiedlichen Lebensbedingungen in Blase und Darm noch besser zurecht als ihre Vorgänger.

Vorbeugung ist wichtig

Unkomplizierte Harnwegs-Infektionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Harnsystems. Die meisten von ihnen lassen sich gut behandeln.

Bei vielen Frauen kehren sie jedoch immer wieder. Nicht nur in der kalten Jahreszeit, sondern v. a. im Sommer plagt viele Frauen mehr oder weniger regelmäßig eine Blasenentzündung.

Aus diesem Grund spielt die Vorbeugung eine sehr wichtige Rolle.

So beugen Sie vor

Wichtig ist, dass Sie so gut wie möglich vorbeugen. Dazu gehört, dass Sie schnell auf Toilette gehen, wenn Sie Harndrang verspüren. So können sich Bakterien kaum in der Blase festsetzen.

Darüber hinaus können Sie sich auch abhärten. Neben einer ausreichenden Trinkmenge gehören Wechselduschen am Morgen dazu. Diese machen den gesamten Körper – und somit auch die Blase – widerstandsfähig gegen die Kälte.

Viele auslösende Faktoren können Sie vermeiden:

  • Begünstigt wird die Keimansiedlung durch Unterkühlung, v. a. durch kalte Füße. Achten Sie auch darauf, dass Sie nicht längere Zeit auf einer kalten Unterlage sitzen.
  • Auch beim Geschlechtsverkehr oder durch falsche Hygiene (s. o.) können die Bakterien in die Harnröhre verschleppt werden.

Die häufigsten Erreger einer Blasenentzündung (die o. g. Coli-Bakterien) gelangen aus dem eigenen Darm in die Blase. Darüber hinaus spielen andere Risikofaktoren eine Rolle. Aus diesem Grund heißt es, gewisse Maßnahmen in die alltägliche Routine einzubauen:

  • Halten Sie Füße, Beine und  Unterleib stets warm. Tauschen Sie nasses Badezeug nach dem Schwimmen sofort gegen trockenes aus. Im Winter empfiehlt sich ein Nierenwärmer. Lassen Sie sich nicht zu früh im Sommer vom schönen Sonnenschein dazu verführen, ohne Strümpfe zu gehen. Am besten haben Sie für kühle Sommerabende ein Paar Strümpfe dabei.
  • Falls Sie kalte Füße bekommen: Nehmen Sie rasch ein ansteigendes  Fußbad.
  • Trinken Sie täglich mind. 2 l reine Flüssigkeit, um Ihre Harnwege zu spülen. Dazu sollten Sie des Weiteren 50 ml stilles Wasser mit Cranberry- oder Preiselbeersaft im Verhältnis 1:3 pro Tag zu sich nehmen.
  • Achten Sie auf die richtige Intim-Hygiene: Säubern Sie nach dem Stuhlgang die Analgegend von vorn nach hinten. Sonst schleppen Sie die Darmbakterien direkt zum Harnröhren-Ausgang.
  • Wenn irgend möglich, waschen Sie sich nach dem Stuhlgang, trocknen sich sorgfältig ab und ziehen danach einen frischen Slip an.
  • Verzichten Sie auf Seifen und Intim-Lotionen, da diese den Säureschutzmantel der Haut gegen Erreger zerstören.
  • Unterdrücken Sie Harndrang nicht über längere Zeit!
  • Tragen Sie Baumwollslips und verzichten Sie auf Slipeinlagen mit Plastikfolie. Diese führen zu einem Feuchtigkeitsstau, in dem sich Bakterien rasch vermehren.
  • Legen Sie sich zum Lagern auf freiem Felde oder zum Sitzen auf Steinen eine Isoliermatte oder ein Kissen unter. Besonders im Frühsommer sind Wiesen und Strände noch nicht durchwärmt.

Wein schützt Ihre Blase

Und zwar vor Infektions-Erregern, die in der Blase eigentlich nichts zu suchen haben, aber dennoch in ihr vorkommen können. Dabei ist es ganz egal, ob Sie weißen, roten oder einen  Rosé-Wein bevorzugen.

Wichtig ist: Im Wein ist nicht nur Wahrheit, sondern auch Resveratrol, eine chemische Verbindung, die es praktischerweise auf die beiden am meisten vorkommenden Erreger von Harnwegs-Infektionen abgesehen hat.

Wer lieber Bier trinkt, muss auf diese segensreiche Schutzwirkung leider verzichten.

Tipps speziell für Frauen

Da die Entzündung, wie beschrieben, von Keimen ausgehen kann, die vie Schmier-Infektion – z. B. beim Intim-Kontakt – in die Scheide gelangen, sollten Frauen Folgendes beherzigen:

  • Frauen sollten nach dem Geschlechtsverkehr auf die Toilette gehen und die Blase entleeren, wenn Sie zu Blasenentzündungen neigen, damit sich Keime nicht festsetzen.
  • Trinken Sie anschließend 2 Gläser Wasser (oder 1 vorher und 1 nachher), um eventuell eingedrungene Keime auszuspülen.
  • Intim-Hygiene: Putzen Sie sich nach dem Toilettengang immer von der Scheide in Richtung Darm-Ausgang ab. Auf diese Weise vermindern Sie das Risiko einer Schmier-Infektion. Denn so gelangen die Keime aus dem Darm nicht so leicht in die Blase.
  • Verzichten Sie beim Liebesspiel auf alles, was dem Anus nahe kommt.
  • Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Partner sich vor dem Verkehr sorgfältig wäscht.

Tritt eine Blasenentzündung häufig nach dem Geschlechtsverkehr auf, sollten betroffene Frauen dies dem Arzt oder der Ärztin nicht verschweigen.

Mit einigen weiteren Vorsichtsmaßnahmen halten Sie eine wiederkehrende Blaseninfektionen in Schach, die ja v. a. Frauen betreffen, weil bei ihnen die „geographischen Verhältnisse“ etwas anders sind (s. o.):

  • Behandeln Sie als Frau jeden Vaginal-Ausfluss: Bei stark fischigem Geruch sind oft zu viele anaerobe Bakterien im Spiel, dann sollten Sie auf alle Fälle Ihren Gynäkologen oder Ihre Gynäkologin befragen.
  • Milchsäure-Zäpfchen (rezeptfrei in der Apotheke) machen die Scheide widerstandsfähiger.
  • Wärme: Ein warmer Unterleib ist der beste Schutz gegen Blasen-Erkältungen. Deswegen lassen Sie sich nicht verführen, sich auf kalte und feuchte Mauern oder Bänke zu setzen oder Ihren nassen Badeanzug nicht gleich auszuziehen. Bauch und Füße müssen immer warm sein. Nach dem Schwimmen nasses Badezeug immer gleich ausziehen – auch wenn es draußen richtig warm ist! Tragen Sie in der kalten Jahreszeit warme Unterwäsche und festes Schuhwerk. Vermeiden Sie, dass Ihre Hüftregion auskühlt.
  • Gewöhnen Sie sich daran, viel zu trinken – mindestens 1,5 – 2 l am Tag.  Sorgen Sie dafür, dass Ihr Harn ordentlich sauer ist, damit er die Keime besser abtöten kann. Dabei hilft Ihnen z. B. eiweißreiche Kost.

1. Hilfe – So verhalten Sie sich richtig

Wennn es Sie dann aber trotz alledem (wieder) einmal erwischt hat: Handeln Sie sofort, damit die Entzündung nicht auf Nieren oder Prostata übergreift!

Durchspülen!

Blasen- und Nierentees, Fuß- und Sitzbäder und trinken, trinken, trinken gelten als 1.-Hilfe-Mittel. Die  Devise lautet also: Durchspülen!

Eine Blasenentzündung ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Sie können durchaus zunächst versuchen, die Beschwerden in Eigenregie in den Griff zu bekommen:

Beginnen Sie bei den ersten Anzeichen der Entzündung mit einer Durchspülungs-Therapie, indem Sie täglich mind. 2 l stilles Wasser und Tees mit harntreibenden Kräutern trinken.

Vorsicht: Mit Milch durchzuspülen ist keine gute Idee. Alles zu diesem wichtigen Lebensmittel bzw. dem Mythos Milch erfahren Sie hier.

Harntreibende Tees

Harntreibende Tees oder Säfte aus den folgenden Heilpflanzen stellen die Mittel der Wahl dar:

  • Birkenblätter,
  • Brennnesselblätter,
  • Goldrutenkraut,
  • Löwenzahn
  • oder Schachtelhalmkraut.

Fertige Teemischungen, die u. a. diese Heilkräuter enthalten, sind z. B. Bad Heilbrunner® Harntee (8 Beutel ca. 2 €), Heumann Solubitrat® Uro (30 g ca. 5,50 €) oder Harntee 400 TAD® N (150 ml ab 4 €).

Der Backpulver-Trick

Eine weitere absolute Notfallmaßnahme bei einer akuten Blasenentzündung ist diese: Bei starken Schmerzen lösen Sie 1 TL Backpulver in Wasser auf und trinken diese Mischung. Diese Lösung neutralisiert die Säure in Ihrer Blase im Nu und mindert die brennenden Schmerzen.

Das basische Milieu, das dadurch in der Blase erzeugt wird, leistet allerdings wiederum dem Bakterien-Wachstum Vorschub. Deshalb sollten Sie nicht zu oft zu diesem Trick greifen. Ein naturheilkundlich versierter Arzt oder Heilpraktiker kann die Heilung mit weiteren Pflanzen-Präparaten sowie homöopathischen Mitteln unterstützen.

Hier nochmal eine kleine Übersicht

  • Ein ansteigendes Fußbad schenkt Ihrer Blase die nötige Wärme. Geben Sie Rosmarin, Wacholder oder Beifuß ins Badewasser.
  • Bärentraubenblätter-Tee desinfiziert und verschafft Ihrer Blase schnell Linderung. Spezial-Tipp: In der akuten Phase geben Sie 1/4 TL Natron oder Backpulver in den Tee. Zu oft sollten sie dies allerdings nicht machen, denn das Backpulver verändert das Klima in der Blase.
  • Auch Aspirin plus C bekämpft die Entzündung.
  • Wohltuend wirken Sitzbäder mit Zusätzen wie Meersalz oder ätherischen Ölen von Kamille, Lavendel, Rose oder Bergamotte. Geben Sie einige Tropfen des Öls in 2 EL Sahne, gut vermischen und ins Badewasser schütten.

Der Notfallplan bei Zystitis

Dies ist ein möglicher 1.-Hilfe-Plan gegen Blasenentzündungen, damit Sie das Schlimmste vermeiden können:

  • Trinken Sie mind. 3 l Flüssigkeit – am besten Nieren-, Blasen- oder Kräutertee aus Apotheke oder Reformhaus.
  • Bewährte Naturmittel bei Blasenentzündungen für jeweils max. 1 Woche: Cranberrysaft, Preiselbeersaft oder Bärentraubenblättertee. (Sie erhalten auch entsprechende Fertig-Präparate in der Apotheke.)
  • Morgens und abends sollten Sie 1/4 l Cranberrysaft trinken. (Die Verwandte unserer Preiselbeere enthält Gerbstoffe, die das Andocken der Bakterien an der Blasenwand um bis zu 80% verringern und deren Wachstum hemmen können. Außerdem hat sie viele Vitamine und Mineralstoffe aufzuweisen.)
  • Leeren Sie mind. jede Viertelstunde die Blase und trinken Sie gleich anschließend 1 Glas Wasser.
  • Nehmen Sie 2x täglich ein warmes Sitzbad mit einem Zusatz aus 10 Tropfen ätherischem Manukaöl aus der Apotheke, das Sie in 1/4 l Sahne auflösen. Dann geht es den Bakterien ebenfalls an den Kragen.
  • Als flankierende Maßnahme zur Entzündungs-Bekämpfung und gegen die Schmerzen empfehlen sich 2 Aspirin bzw. 2 Tabletten Acetylcsalicylsäure (ASS) täglich – allerdings nicht länger als 3 Tage. Sie können beide Tabletten zusammen einnehmen.
  • Ein Muss: Warme Socken, Wärmflasche und weitgehende Bettruhe.

Zum Arzt müssen Sie nur gehen, wenn:

  • nach 3 Tagen keine Besserung eingetreten ist,
  • Sie Blut im Urin haben,
  • über 38 °C Fieber bekommen,
  • starke Schmerzen im Unterleib oder in der Nieren-Gegend haben.

Wenn sich die Beschwerden nach 3 Tagen nicht bessern, ist der Gang zum Arzt jedoch unverzichtbar, damit der Erreger festgestellt und eine Therapie verordnet werden kann.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn er in diesem Stadium bestimmte Untersuchungen vornehmen will. Wenn er etwa einen Katheter in die ohnehin geschundene Blase legen will, können Krankheitskeime erst recht in den Körper eingeschleppt werden.

Heute gibt es schonendere Verfahren (z. B. die Sonografie der Blase) und spezielle Tests, einer Blasenentzündung auf den Grund zu gehen. Weitere Untersuchungen sind meist nicht erforderlich.

Behandlung akuter Blasenentzündungen: Es geht auch ohne Antibiotika

Auf jeden Fall sollten Sie mit so einer Erkrankung zum Arzt, denn häufig muss ein Antibiotikum angewandt werden, um die Bakterien loszuwerden.

Bei einer akuten Blasenentzündung verordnen Urologen, wie oben erwähnt, auch tatsächlich in den meisten Fällen immer wieder gern ein Antibiotikum. Dass das jedoch gar nicht immer unbedingt notwendig ist, hat nun einmal wieder eine Labor-Untersuchung gezeigt.

Getestet wurde dabei in diesem Fall die Wirkung einer pflanzlichen 3er-Kombination aus Liebstöckel, Rosmarin und Tausendgüldenkraut auf menschliche Blasenzellen, bei denen künstlich Krämpfe ausgelöst wurden. Dabei zeigte sich, dass die Pflanzen-Kombi krampflösend und entspannend auf die Blase wirkte.

Zystitis: Antibiotika nicht mehr 1. Wahl

Zwar gibt die Behandlungs-Leitlinie bei einer unkomplizierten, akuten Blasenentzündung auf der einen Seite noch immer ein Antibiotikum als Mittel der Wahl an, doch es werden auf der anderen Seite auch zunehmend kritische Stimmen laut.

Insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Resistenzen sollten Antibiotika achtsamer eingesetzt werden.

Dass die netsprechenden Bakterien dagegen immer resistenter werden, liegt wiederum daran, dass die Harnblase sich ausdehnt, wenn sie sich mit Urin füllt. Die Zellen im Organ vergrößern sich, Bläschen in der Zellmembran verschmelzen mit der Außenmembran und vergrößern so die Oberfläche.

Entleert sich die Harnblase, befördert dies die Bläschen ins Innere der Zellen zurück. Die Mikroben hängen sich an die Bläschen und verschwinden ins Zellinnere. So entgehen sie schließlich den Medikamenten.

So weist die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) in einem innerhalb der Leitlinie veröffentlichten Minderheiten-Votum ausdrücklich darauf hin, dass bei einer akuten Blasenentzündung auch der Einsatz von alternativen Methoden eine Behandlungs-Möglichkeit ist.

Forschung belegt: Forskolin hilft auch

Der Wirkstoff Forskolin stammt aus einer indischen Buntnessel. Er verhindert das oben geschilderte Versteckspiel der Bakterien.

Forskolin lässt die Bläschen so mit der Außenmembran verschmelzen, dass der Körper die Erreger mit dem Urin ausspült. Die Erreger-Anzahl verringert sich auf 1/5, eine Antibiotika-Behandlung ist auf diese Weise wirksamer.

Heilpflanzen zur Unterstützung

Unterstützend können Sie bei einer derartigen Erkrankung mit Heilpflanzen arbeiten – i. d. R. als Teezubereitung:

  • So regen Goldrute oder Schachtelhalm den Urin an.
  • Katzenbart hilft darüber hinaus auch sehr gut bei chronischen Blasenentzündungen. (Sie können ihn in der Apotheke kaufen und sollten bei einem akuten Infekt mehrmals täglich 1 Tasse davon trinken.)

Saft von Moosbeeren (Cranberries) blockiert Darmviren und Blasenbakterien

Als 1. Hilfe bei Zystitis haben sich Moosbeeren – englisch: Cranberries – bewährt; ähnlich positive Ergebnisse, wie sie das o. g. Heilpflanzen-Präparat zeigte, konnte vor einiger Zeitbei der Einnahme von Cranberry-Saft nachgewiesen werden.

Dieser enthält Proanthocyanidine, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. In Studien hatte sich gezeigt, dass diese Inhaltsstoffe der Cranberries das Anhaften der Bakterien an der Blasenwand verhindern können:

Sie hindern die krankmachenden Bakterien daran, sich einzunisten. Die Keime rutschen von den Blasenwänden herunter und werden mit dem Harn aus der Blase herausgespült. 1/4 l Saft am Tag gilt als heilendes Maß.

Was die nordamerikanischen Indianer schon lange wußten, erfährt jetzt also eine wissenschaftliche Bestätigung: Die Moosbeeren wirken bei vielen bakteriell bedingten Erkrankungen vorbeugend. Sie lindern Infekte und beschleunigen die Heilung.

Der Saft von Moosbeeren kann aber offenbar selbst bei der Bekämpfung von Viren helfen, die Darm-Erkrankungen verursachen. Wissenschafter vom St. Francis College in San Francisco wiesen nach, dass der Beerensaft die Infektions-Fähigkeit von Darmviren blockiert.

Die Wissenschafter konzentrierten sich auf das Darmvirus SA-11, das von Affen übertragen wird sowie auf mehrere ähnliche durch Ziegen übertragene Viren. Sie gehen davon aus, dass der Saft der Moosbeeren die normalen Rezeptor-Stellen der Wirtszellen des Virus zerstört oder verändert.

Als Folge ist das Virus nicht mehr in der Lage, in die Wirtszelle einzudringen. Von entscheidender Bedeutung dabei dürften Flavenoide und Tannine, ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe, sein. Beiden Substanzen wurde eine antibakterielle Wirkung bereits nachgewiesen.

Darüber hinaus können die Moosbeeren nach Erkenntnissen von Forschern aus Wisconsin auch arteriosklerotische Gefäßablagerungen wieder abbauen.

Moosbeeren erhalten Sie als Saft, Konfitüre oder Kompott, manchmal auch als Tiefkühlware. Im Reformhaus und in den Bio-Läden bekommen Sie getrocknete Cranberries und Saft. In der Apotheke gibt es Saft und Cranberry-Kapseln.

Eukalyptus-Wickel gegen Blasenentzündung

Gerade im Frühjahr ist es zu verlockend: beim Spaziergang ein kleines Päuschen in der Sonne einlegen. Schnell hat man sich hingesetzt und das Gesicht der wärmenden Sonne zugewandt – und achtet gar nicht drauf, wo genau man sitzt und dass es von unten kühl wird. Die Folge ist nicht selten eine Blasenentzündung.

Befindet sich diese noch in ihrer Entstehung, kann Ihnen das uralte Wissen australischer Heiler helfen. Diese wenden schon seit Jahrhunderten Eukalyptus-Wickel bei allen möglichen Infektionen an – u. a. eben bei Blasenentzündungen.

So wenden Sie Eukalyptus-Wickel an:

  • Sie brauchen für einen solchen Wickel 5 Tropfen Eukalyptusöl.
  • Dieses geben Sie in eine Schüssel mit 300 ml heißem Wasser.
  • Tauchen Sie ein Baumwolltuch in die Schale und wringen Sie es danach kräftig aus.
  • Legen Sie es auf Ihren Unterleib und geben Sie einen Wollschal darüber.
  • Diesen Wickel lassen Sie 30 Min. aufliegen. Danach nehmen Sie ihn ab, decken sich warm zu und entspannen.

Der Grund für die Wirkung der Wickel: Eukalyptus enthält sogeanntes Cineol. Dieser Stoff wirkt sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend auf den menschlichen Körper.

Preiselbeersaft bei einer Blasen-Infektion

In den USA wiesen Forscher wissenschaftlich nach, dass alte Hausrezepte (z. B. eine kräftige Hühnerbrühe) durchaus die Symptome einer Erkältung lindern.

Ein Bericht des Journal of the American Medical Association weist nun außerdem darauf hin, dass ein einfaches Hausmittel, nämlich Preiselbeersaft, für die Behandlung von Harnwegs-Infektionen in Frage kommt.

Die Harvard-Forscher führten die Untersuchung an 153 älteren Frauen (Durchschnitts-Alter: 79 Jahre) durch. Die eine Hälfte der Gruppe trank über einen Zeitraum von 6 Monaten täglich etwa 0,3 l Preiselbeersaft. Die andere Hälfte trank ein ähnlich aussehendes Getränk, das keinen Preiselbeersaft enthielt.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Frauen nach dem Genuss von Preiselbeersaft in 58% der Fälle einen geringeren Gehalt an infektionsauslösenden Bakterien im Urin aufwiesen als Frauen, die keinen Preiselbeersaft zu sich nahmen. Die Untersuchung belegt, dass Preiselbeersaft die Zahl vorhandener Bakterien ebenso vermindert wie das Auftreten neuer Bakterien im Harntrakt.

Man untersuchte nicht, ob Preiselbeersaft tatsächlich Infektionen verhindert. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung vermindert Preiselbeersaft die Bakterien nicht durch eine erhöhte Ansäuerung des Urins. Die Wissenschaftler vermuten, dass Preiselbeersaft das „Anheften“ der Bakterien an die Blasenwand verhindert, wo sich die Bakterien vermehren und Infektionen hervorrufen.

Bei gesunden Menschen trägt Preiselbeersaft dazu bei, leichte Harnwegs-Infektionen zu verhüten.

Bei fortdauernden Symptomen oder bei Problemen mit rekurrierenden Infektionen suchen Sie Ihren Arzt auf. Üblicherweise behandelt er Sie dann mit Antibiotika.

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