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Beckenboden-Schwäche: Wenn der Beckenboden nicht mehr trägt

Der Stammtisch mit Ihren Freundinnen ist immer ein Erfolg. Es wird viel gelacht – für Sie manchmal sogar zu viel; denn dabei verlieren Sie ungewollt Harn. Und da hört der Spaß für Sie auf. Häufig sind Inkontinenz-Probleme ein Zeichen für eine Beckenboden-Schwäche.

Die Belastungen des Alltags und das Älterwerden können dazu führen, dass die Muskulatur, Bänder, Nerven und andere Gewebe-Strukturen Ihres Beckenbodens geschwächt oder überdehnt werden. Das Problem ist unter Frauen weit verbreitet.

Einmal erkannt, kann es zuweilen mit Beckenboden-Gymnastik und nicht invasiven Therapien behoben werden. Oft jedoch ist eine Operation notwendig – und wird von den betroffenen Frauen auch vorgezogen. Die Erfolgs-Aussichten liegen bei korrekter Indikation bei etwa 90%.

Der Beckenboden spielt eine tragende Rolle

Ihr Beckenboden ist wie eine vielschichtige Hängematte aufgebaut. Er stützt folgende Organe:

  • Gebärmutter,
  • Blase,
  • Dünndarm,
  • Rektum (Mastdarm)
  • und die Vagina (Scheide).

Die „Hängematte“ besteht aus einer Gruppe von Muskeln, Bändern, Nerven und anderen Geweben, die am Beckenknochen befestigt sind. Sie unterstützt die Öffnungs-Bewegung der Blase, der Harnröhre, der Vagina und des Afters.

Mit zunehmendem Alter können einige der Komponenten dieser Haltevorrichtung überdehnt oder geschwächt werden. Außerdem wird der Beckenboden belastet durch:

  • Schwangerschaften,
  • Geburten,
  • Übergewicht,
  • chronische Verstopfung,
  • starker Husten,
  • Hormon-Schwankungen
  • oder häufiges schweres Heben.

Beckenboden-Schwäche – Gebärmutter, Blase oder Darm können aus ihrer normalen Position absinken

Durch die Beckenboden-Schwäche können  ein oder mehrere im Becken liegende Organe betroffen werden. Infolgedessen können bei den betroffenen Frauen die folgenden Probleme einzeln oder in Kombination auftreten:

  • Gebärmutter-Vorfall (Zystozele): Wenn die Gebärmutter von ihrer normalen Position absinkt, kann sie teilweise oder ganz in den Vaginal-Kanal rutschen. Das kann dazu führen, dass der Gebärmutterhals tief in die Vagina ragt.
  • Blasen-Vorfall: Geben die stützenden Muskeln und Gewebe der Blase und der Harnröhre nach, kann es passieren, dass sich die Blase in die Vagina vorwölbt.
  • Mastdarm-Vorfall (Rektozele): Hierbei handelt es sich um eine Aussackung der Mastdarm-Vorderwand in die Vagina. Bei manchen Patientinnen kann der Mastdarm sogar aus der Vaginal-Öffnung herausragen.
  • Darm-Vorfall (Enterozele): Dieses Problem ähnelt dem Mastdarm-Vorfall. Allerdings betrifft es in diesem Fall den Dünndarm und führt zu einer Ausbuchtung an der Spitze der oberen Vagina.

Beckenboden-Schwäche: Mit diesen Beeinträchtigungen müssen Sie rechnen

In Abhängigkeit davon, welches Organ abgesunken ist, variieren die Anzeichen und Symptome von Beckenboden-Problemen in ihrer Intensität:

  • Inkontinenz (Urin oder Stuhl), besonders Stress-Inkontinenz beim Husten, Niesen und Lachen
  • Probleme beim Leeren der Blase oder beim Stuhlgang
  • Schmerzen, Druck oder Ziehen in der Beckengegend, Leiste oder im unteren Rücken-Bereich beim Heben oder Drücken
  • Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Gewebe-Vorfall in der Vaginal-Öffnung
  • Probleme beim Einführen eines Tampons oder Verrutschen des Tampons.
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