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Becken

Ihr Becken ist der Mittelpunkt Ihres Körpers. Statuen aus der frühen Menschheitsgeschichte und Bilder aus dem vorigen Jahrhundert zeigen, welche Bedeutung vollen Hüften als Hort neuen Lebens zukam. Die Frauen unserer Tage empfinden oft ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Zentrum (oder lassen es sich von der Mode diktieren): Sie empfinden ihren ganzen Körper als „zu“: zu breit, zu schmal, zu groß, zu klein, zu dick oder zu dünn.

Breites Becken zur Fortpflanzung

Unter den schützenden Polstern der Hüften, des Gesäßes und des Bauches wölbt sich der weibliche Beckenraum. Er beherbergt die empfindlichen inneren Fortpflanzungsorgane sowie Teile des Darms und des Harnwegsystems. Die Hüftform ergibt sich durch das große Becken: den beiden Darmbeinschaufeln links und rechts der Wirbelsäule. Sie sind bei Frauen im Durchschnitt breiter als bei Männern. Sonst fände dazwischen das Ungeborene im Mutterleib kaum Platz.

Das kleine Becken gestaltet sich zum Rücken hin vom schildförmig gewölbten Kreuzbein, nach unten und vorn von den beiden Sitz- und Schambeinen. Diese verschmelzen im 14. bis 16. Lebensjahr im Hüftgelenksbereich mit den zugehörigen Darmbeinen zu den Hüftbeinen. Das legt die inneren Beckenformen fest. Der Übergang vom großen zum kleinen Becken wie die beiden Hüftbeinlöcher sind bei Frauen queroval geformt. Bei Männern sind diese enger und kleiner, fast rund. Zudem sehen die Schambeinäste verschieden aus. Bei Frauen bilden sie unten einen breiteren Winkel. Das ist alles wichtig für die Gebärfähigkeit. Die schmale Schambeinfuge (Symphyse) am Beckenausgang in Steißbeinhöhe weitet sich während des Gebärens stark aus. Auf diese Weise rutscht das Kind durch den Geburtskanal des kleinen Beckens.

Knochenaufbau des weiblichen Beckens

Exkurs: Kreuz- und Hüftbein sind auf beiden Seiten durch zwei kräftige Bänder verbunden, die großen Einfluß auf die Stabilität des Beckens haben. Fehlhaltungen kippen es aus dem Gleichgewicht und verschieben die Körperstatik.

Der Beckenraum enthält zahlreiche Muskeln, Bänder, Blutgefäße und Nervenstränge des vegetativen wie des zentralen Nervensystems. Er unterliegt damit auch dem Einfluss von Streßhormonen, Frustrationssignalen, seelischen und körperlichen Verkrampfungen. Kreisende Tanzbewegungen, Massagen sowie Beckenbodengymnastik, Wärme und Liebe „öffnen“ den Beckenraum und halten ihn gut durchblutet, stark und flexibel.

Halten Sie Ihr Becken aufrecht!

Akzeptieren Sie Ihr Becken, es ist Ihre Basis. Statt sich über Ihre Rundungen zu ärgern, denken Sie lieber daran, dass das weibliche Hüftpolster eine Schutzfunktion hat und zu Ihnen als Frau gehört. Widmen Sie Ihrem Becken liebevolle Aufmerksamkeit. Halten Sie Ihr Becken im Gleichgewicht, indem Sie hohe Absätze nur besonderen Anlässen überlassen. Ihr Rücken dankt es Ihnen.

Wenn Sie beim Sitzen ein Keilkissen unterlegen und damit das Becken leicht erhöhen, bemerken Sie, wie es sich aufrichtet und Ihre Wirbelsäule locker und frei nach oben erwächst – wie bei den ägyptischen Pharaonen auf ihren steinernen Thronsesseln. Spüren Sie, wie sich dabei Ihr Selbstgefühl verändert.

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