Gute Stimmung mit Gurkenkraut
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 17. April 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
Jetzt leuchten die wunderschönen blau-lilafarbenen Blüten von Borretsch oder Gurkenkraut uns wieder auf den Märkten in die Augen. In Gärten und auf Wiesen sprießen die Würzpflanzen jetzt ebenfalls mit Macht aus der Erde. Seit der Antike wird dem Borretschkraut nachgesagt, dass es Mut verleiht und Melancholie vertreibt. Die alten Römer und Griechen legten sich dem Vernehmen nach die leuchtenden Blüten in ihre Weingläser, taten noch etwas Zitrone und Zucker hinzu, übergossen dies mit Wein und tranken dieses kühlende Getränk als belebendes Mittel, das Herz und Gemüt stärken sollte.
Borretsch wird eine allgemein entspannende Wirkung nachgesagt. Es soll Kummer und Traurigkeit vertreiben. Seinen Nerven beruhigenden Eigenschaften verdankt der Borretsch auch seinen Namen "Wohlgemutkraut" oder "Herzfreude". In der Volksmedizin wird aus dem getrockneten Kraut ein Tee zubereitet, der die Nerven beruhigt und Entzündungen hemmt. Das Kraut regt die Tätigkeit der Nebennieren an und nimmt damit Einfluss auf die Ausschüttung von Stresshormonen. Das aus den Samen gepresste Borretschöl soll auf die Hormonbildung wirken und wird gegen Menstruationsbeschwerden empfohlen. Ebenso gebräuchlich ist es in der Volksmedizin bei Ekzemen, Heuschnupfen und Arthritis. Frisch gepresster Saft kann zur Hautreinigung verwendet werden ebenso wie das Borretsch-Samenöl bei Hautreizungen und Ekzemen hilft. Bewährt hat sich das Borretschsamenöl auch bei Neurodermitis.
Borretsch wirkt harntreibend und blutreinigend. Das wird auf das im Kraut enthaltene Asparagin (das auch im entwässernden Spargel zu finden ist) zurückgeführt. Es wird deshalb gerne bei Blasenentzündungen und Reizungen von Nieren und Blase empfohlen. Borretsch liefert reichlich essenzielle Fettsäuren. Kein anderes Öl enthält beispielsweise so viel Gamma-Linolensäure, die im Körper zu Botenstoffen "umgewandelt" wird, das Immunsystem anregt und Entzündungen bekämpft. Die jungen Blätter sind reich an Kalium und Kalzium.
Wir kennen Borretsch vor allem als beliebtes Küchenkraut, das mit seinen schönen Blüten meist Salate ziert. Die Blätter werden frisch vom Stiel gezupft, geschnitten und an Salat oder Gemüse gegeben. Mitgekocht verleiht es dem Gemüse eine schöne grüne Farbe. Bei eingelegten Gurken oder Gurkensalat verstärkt es den Gurkengeschmack. Denn die Blätter des Borretsch haben ein gurkenähnliches Aroma. Deshalb wird das Kraut mancherorts auch Gurkenkraut genannt. Borretsch ist einer der wesentlichen Bestandteile der berühmten Frankfurter Grünen Sauce. Ich selbst gebe es gern mit etwas Knoblauch an Kopfsalat.