Gute Eisenversorgung ist wichtig fürs Gehirn
Dr. Andrea Schmelz in Täglich Gesund
vom 30. Dezember 2008, 16:00 Uhr
GNL5356
Bei 12 bis 30 Prozent aller Kinder besteht Schätzungen zufolge ein ernährungsbedingter Eisenmangel. Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin (Hb), der für den Sauerstofftransport im Blut zuständig ist.
Ein Eisenmangel führt zu Blutarmut, von der insbesondere Stadtkinder betroffen sind. Eine unlängst veröffentlichte amerikanische Langzeitstudie belegt nun die Bedeutung des Eisens für die Entwicklung des Gehirns.
Die Wissenschaftler untersuchten 1.141 Kinder insgesamt viermal auf das Vorliegen von Eisenmangel und Blutarmut, erstmals im Alter von 4 Monaten und erneut mit 8, 12 und 18 Monaten. Als die Kinder 18 Monate alt waren, wurde zusätzlich die Entwicklung anhand einer standardisierten Skala beurteilt.
Dabei zeigte sich, dass die motorischen Fähigkeiten der Eineinhalbjährigen stark vom Hb-Gehalt abhingen, den sie mit acht Monaten hatten. Besonders ausgeprägt war dies bei Balance und selbstständigem Gehen zu beobachten. Doch auch die Feinmotorik sowie das Reaktionsvermögen von Händen und Augen wurden davon beeinflusst. Als optimale" Hb-Konzentration im Blut sehen die Forscher einen Wert von 90 bis 95 g/l (Gramm pro Liter) an.
Mein Tipp: Eine eisenreiche Ernährung mit mehrmals wöchentlich Fleisch ist für stillende Mütter zu empfehlen. Industriell hergestellte Säuglingsnahrung ist ohnehin mit Eisen angereichert. Auch im zweiten Halbjahr sollte Ihr Baby mit der Beikost genügend Eisen erhalten. Füttern Sie also mehrmals pro Woche Gläschen mit Fleisch bzw. geben Sie dem selbst hergestellten Gemüsebrei püriertes Fleisch bei. Die Eisenaufnahme aus dem Darm kann durch den gleichzeitigen Verzehr von Vitamin C (in Gemüse, Obst oder Säften) verbessert werden. Befürchten Sie bei Ihrem Kind einen Eisenmangel, kann Ihr Kinderarzt den Hb-Wert anhand eines Tröpfchens Blut aus dem Finger bestimmen.