Großangelegte Kampagnen sollen Sie übertölpeln
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 11. Dezember 2009, 06:00 Uhr
GNL5356
Ganz beliebt ist auch das „Disease Mongering" - das Erfinden oder Aufbauschen von Krankheiten. Vor allem „Allerweltsleiden" wie Nagelpilz, Inkontinenz, Sodbrennen oder Osteoporose werden durch groß angelegte Aufklärungskampagnen in den Stand gefährlicher und behandlungsbedürftiger Krankheiten erhoben - besonders, wenn ein passendes Medikament zur Verfügung steht, das vermarktet werden muss.
Es werden Chefärzte, Professoren und Promis dafür bezahlt, dass sie keine Gelegenheit auslassen, auf das „immense Risiko" hinzuweisen, das entsteht, wenn diese vermeintlichen Krankheiten nicht behandelt werden. „Der Spiegel" zitierte vor einiger Weile als gutes Beispiel für das Disease Mongering die Kampagne „Alarmzeichen Sodbrennen". Dafür konnte sogar das ZDF-Gesundheitsmagazin gewonnen werden, das sich - so der „Spiegel" - immer öfter in den Dienst solch obskurer Kampagnen stellt. Hierbei wurde suggeriert: Wenn Sie nicht ein entsprechendes Medikament einnehmen, droht Ihnen Speiseröhrenkrebs. Eine im „Deutschen Ärzteblatt" veröffentlichte Studie hielt dagegen. Doch weil Kampagnen dieser Art mit Ihren elementaren Ängsten spielen, sind sie so erfolgreich. Sie fürchten am Ende selbst, dass Sie gefährdet sind, ohne dass Sie es wirklich sind. „Zur Sicherheit" nehmen Sie gutgläubig das jeweilige Präparat ein.
Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA sieht sich seit einiger Zeit gezwungen, regelmäßig Warnbriefe zu verschicken, weil die Konzerne ihre Produkte zu positiv darstellen und die Risiken verschweigen. Dabei liegen unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten einer amerikanischen Studie zufolge bereits auf Platz 4 der Todesursachen.
So etwas nennt man gemeinhin sträflichen Leichtsinn. Sie sehen, wir können gar nicht wachsam genug sein. Das ist sicher auch Ihre Ansicht, oder?
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Norbert Noll (11.12. 2009 07:14 Uhr):
Wem kann man denn überhaupt noch glauben? Geschweige denn vertrauen! Das sind schon keine Spitzbuben mehr. Das sind Verbrecher. Das ist Körperverletzung.
Antworten - Kommentar von Werner (11.12. 2009 10:17 Uhr):
Vielen Dank für Ihre ständigen hilfsreichen Beiträge. Ich glaube auch nicht an die Medien, wenn diese die Krankheiten hochputschen um immer Profit zu machen durch Verkauf von Medikamenten zu überhöhten Preisen. Zumal diese nicht notwendig sind bei vielen kleinen Zipperleinchen. Man kann sehr viel tun, wenn man Ihre per eMeil guten Empfehlungen annimmt.
Antworten - Kommentar von Edith Hoppe (11.12. 2009 13:30 Uhr):
Da kann ich nur zustimmem. Es ist mir schon sehr suspekt, wie pharmabezogen die meisten Gesundheitssendungen im Fernsehn sind. Es gibt bestimmt auch in Deutschland mehr Tote durch die Medikamente, als durch die Krankheiten. Hab es jetzt in der Familie live erleben müssen.
Antworten - Kommentar von Gery (14.12. 2009 18:38 Uhr):
wen man glauben soll, ganz einfach, seiner eigenen Intuition und seinem natürlichem Menschenverstand. Ansonsten gibt es sehr hilfreiche Internetauftritte, wie die von DAS LEBEN BEFREIEN
Antworten - Kommentar von Ilka (15.12. 2009 14:59 Uhr):
Liebe Frau Schneider, ich bin froh, dass Sie solch ein Thema mal ansprechen. Diese Panikmache verängstigt viele Menschen. Ich finde es auch schlimm, dass man für Medikamente Werbung macht, nach dem Motto: Nimm eine Pille mehr.
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