Gleichmäßige Reifung sorgt für "schnittfestes Wasser"

in Täglich Gesund zum Thema Ernährungsirrtümer
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Knallrot, wunderschön geformt - und geschmacklich eine Niete: So lassen sich viele Tomaten charakterisieren. Boshafte Zungen behaupten, besonders die holländischen Tomaten seien eher schnittfestes Wasser. Aber das ist nicht richtig. Egal, woher das rote Gemüse stammt, wenn es wirklich ein makelloses Aussehen hat, ist der Geschmack umso fader und schlechter.


Der Grund dafür ist die so genannte einheitliche Reifung. Das bedeutet, die Tomate wird komplett rot. Diese Tomaten sind heute sehr weit verbreitet - gerade im Supermarkt finden Sie keine anderen Tomaten mehr.

Dabei sind es eigentlich Pflanzen, die unregelmäßig reifen und helle sowie dunkle Stellen aufweisen. Selbst, wenn sie komplett reif sind, haben sie normalerweise diese Farbschattierungen. Diese tragen zur Photosynthese bei und bauen das eingelagerte Wasser mit Sonnenlicht zu Zucker um. So erhalten sie ihren typischen, süßlichen Tomatengeschmack.

Leider findet sich dieser nur noch bei selbst angebauten Tomaten oder alten Sorten - im Supermarkt dagegen ist Perfektion angesagt, auch wenn der Geschmack darunter leidet.

Übrigens kann sich dies in naher Zukunft schon wieder ändern. Denn eigentlich sind Tomaten, die gleichmäßig reifen, in der Natur nicht vorgesehen, sondern eine Mutation. Wissenschaftler haben nun einen Test entwickelt, mit dem Züchter schon das Saatgut überprüfen können. So erkennen sie, ob sie einheitlich reifende Tomaten vor sich haben und können die Tomaten auswählen, die nicht nur nach Wasser, sondern wirklich nach Tomate schmecken.


von
Dr. Martina Hahn-Hübner

Erfahren Sie hier mehr über Dr. Martina Hahn-Hübner - Gesundheitswissen-Expertin und Chefredakteurin von Täglich Gesund und dem Mondkalender.

 
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Kommentar von Oskar Pfister

Es geschehen noch Wunder: Durch Sonnenlicht kann Wasser in Zucker umgewandelt werden! So ein Unsinn, noch nie etwas von Photosynthese gehört?

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Kommentar von de Boer Arjen

Vor einiger Zeit wurden bei uns in der Schweiz Blindtests durchgeführt.Verglichen wurden dabei einheimische, unter ziemlich natürliche Umständen gewachsene, italienische und niederländische (nicht holländische) Tomaten verglichen.Das Urteil war einstimmig, die niederländische Tomate, die sicher nie Kontakt mit der Erde hatte, war eindeutig der Sieger.Traurig aber wahr.

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