Ginseng holt Sie aus dem Erschöpfungstief
Sylvia Schneider in Täglich Gesund zum Thema Ginseng
vom 17. Mai 2011, 16:00 Uhr
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Ginseng ist eine einzigartige Pflanze und hat eine sehr lange Geschichte. Der chinesische Kaiser Shen Nung soll die Heilkraft der Wurzel vor etwa 5.000 Jahren als Erster erkannt haben. Sie erfuhr rasche Wertschätzung und wird im Volksmund noch heute „Kraftwurzel" genannt. Wegen ihrer vielfältigen Heilwirkungen war sie seit jeher heiß begehrt. Die Nachfrage überstieg das Angebot bei weitem. Das führte dazu, dass die Ginsengwurzel zeitweise erheblich teurer war als Gold.
Erst im 20. Jahrhundert gelang es, Ginseng in Kulturen anzubauen. Arzneilich verwendet wird nur die Wurzel. Die heilkräftigsten Ginsengwurzeln kommen heute aus Nordkorea und Nordchina.
Wenn die Pflanze sechs bis acht Jahre alt ist, wird die Wurzel ausgegraben und an der Luft getrocknet. Die Pflege der Wurzeln ist jedoch immer noch aufwändig und langwierig, so dass der gestiegenen Nachfrage nach wie vor ein zu geringes Angebot gegenübersteht. Das macht die Wurzel teuer und verführt zu zwielichtigen Angeboten, bei denen Herkunft und Alter der Wurzeln gefälscht sind.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist Ginseng eines der bedeutendsten Heilmittel, das allerdings meist mit anderen Heilpflanzen gemischt wird. Auch bei uns ist man inzwischen davon überzeugt, dass die Wurzel das allgemeine Wohlbefinden und das Immunsystem stärkt, dem Organismus hilft, mit Stress und Erschöpfung besser fertig zu werden, und die geistige Leistungsfähigkeit stärkt. Bei älteren Menschen bessert Ginseng die psychische Verfassung und bekämpft leichtere depressive Verstimmungen.
Inhaltsstoffe:
- Ginsenoside
- ätherisches Öl
- Saponine
- Phosphate
- Gerb- und Bitterstoffe
- Vitamin B1 und B2
- östrogenartige Stoffe (vor allem in Wildpflanzen)
Zubereitung und Anwendung
In Asien wird die Wurzel entweder gekaut oder als Abkochung verwendet. Um eine Abkochung zuzubereiten, geben Sie 0,5 TL der pulverisierten Wurzel (Apotheke) in eine Tasse Wasser und bringen dies zum Kochen. 10 Minuten leicht kochen lassen und nach dem Abseihen trinken. Empfohlen werden 3 Tassen täglich.
Bei uns werden eher Fertigpräparate empfohlen, weil sich hier die Wirkstoffmengen besser überprüfen lassen. Sie finden in Apotheken, Drogeriemärkten und Reformhäusern eine Vielzahl von Ginseng-Präparaten, deren Herkunft und Wirkung zweifelhaft sind. Die höchste Wirksamkeit als Arzneipflanze weist nur der echte Ginseng (Panax ginseng) auf. Der amerikanische Heil-Ginseng (Panax quinquefolius) soll etwas weniger wirksam sein.
Vor allem bei den Präparaten, die als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, ist Vorsicht angebracht. Kaufen Sie Ihre Ginseng-Präparate am besten rezeptfrei in der Apotheke als Arzneimittel mit einem Anteil von mindestens 1,5 Prozent Ginsenoside. Damit die Wurzel wirken kann, brauchen Sie eine ausreichende Menge. Empfohlen werden mindestens 10 mg Ginsenoside beziehungsweise 20 bis 30 Tropfen am Tag.
Sie sollten Ginseng kurmäßig einsetzen - das bedeutet, nicht nur einmalig, aber auch nicht zu lange, damit er seine Wirkung voll entfalten kann. Länger als drei Monate sollte die Kur nicht dauern. Nach einer mehrmonatigen Pause können Sie eine weitere Kur beginnen. Wenn Sie sich an die Kur-Regel halten, ist Ginseng sehr bekömmlich. Das bestätigen inzwischen auch europäische Studien.
Nebenwirkungen sind ansonsten bei normalem Gebrauch nicht zu befürchten.
Bei diesen Leiden sollten Sie Ginseng nicht anwenden:
- Bluthochdruck,
- Kopfschmerzen,
- Schlafstörungen,
- Herzrhythmusstörungen,
- Hitzewallungen.
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